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Events: Die Bonner Runde im Pfeifen- und Cigarrenhaus

Jan Gropp:

Die Bonner-Runde zu Gast beim Bonner Pfeifen- und Cigarrenhaus

Am vergangenen Freitag stand im Bonner Pfeifen- und Cigarrenhaus von Willi Weber und seiner Frau Petra die Präsentation von L'anatra und Rover Art auf dem Programm. Ein Grund mehr, sich mit den Bonner Pfeifenrauchern, verstärkt durch Heinz, der die Anreise aus Köln auf sich genommen hatte, am späten Freitag Nachmittag durch die Bonner Sternstraße lustzuwandeln und bei Herrn Weber einzufallen.

Erwartet wurden wir dort nicht nur vom anwesenden Sales-Manager der beiden Firmen, der neben Westdeutschland auch noch die Schweiz zu seinem Zuständigkeitsbereich zählt, sondern auch noch von einer Menge Pfeifen, die hübsch anzusehen dort präsentiert wurden.

Zu meinem Leidwesen hatte sich nur eine (später fand sich zufälligerweise noch eine zweite) filterlose Pfeife in das Sortiment geschmuggelt - laut Aussage des Sales-Managers eine hommage an den deutschen Markt :-(.

Schnell entbrannte eine lebhafte Diskussion über die Pfeifen, Tabake, Verkaufsstrategien ect., die bei leckerem Kaffee und gereichten Häppchen auch gerne und ausdauernd weitergeführt wurde.

Neben den beiden Marken, denen der "Ehrentag" ja gelten sollte, waren noch die Pfeifen der namhaften Serienherstellern sowie in den Schubladen wohlbehütete Freehandexemplare der meisten "üblichen Verdächtigen" zu bewundern - so manch einer bekam bei den Bangs doch leuchtende Augen und ein verdächtiges Zucken in den Händen.

Auch die Tabakbar, die neben den gängigen Markentabaken auch noch eine gut gelungene Auswahl an Hausmischungen aller Geschmacksrichtungen enthält, war immer wieder Mittelpunkt zahlreicher Riech-, Anfass- und Probieraktionen (oder sollte ich Angriffe sagen??).

Nach ausgiebigstem Staunen, Schauen und Probieren waren die Kehlen trocken und die Mägen trotz der gereichten Leckereien ziemlich hohl. Dem jedoch konnte leicht Abhilfe geschafft werden - so dachten wir jedenfalls.

Auf ging's in den "Bären", eins der Bonner Traditionslokale, dessen Tradition heute jedoch... doch dazu später.

Der für 10-12 Personen vorbestellte Tisch entpuppte sich schnell als gelinde Frechheit: nur dezent breiter als ein handelsüblicher Biertisch kam schnell die Frage auf, wohin mit 12 Tellern, Gläsern und dem zahlreich hervorgekramten Rauchzubehör?? Auf Nachfragen, die höflich vorgebracht auch Verbesserungsvorschläge enthielten, wurde ein weiterer Tisch neben den Toiletten für uns bereitgestellt. "Sie können sich ja zum Essen rübersetzen, dann wird's schon passen.", "Ach, Sie wollen auch essen?" (wen wundert's in einem Speiselokal!) waren so einige Reaktionen des in Abständen vorbeischleichenden Personals.

Allein die Zeremonie des Getränkebestellens - vom Kellner in vorbildlicher Langsamkeit - durchgeführt dauerte so seine Zeit, von der Aufnahme der Essensbestellungen ganz zu schweigen.

Vorbildlich ebenfalls die Koordination der Essensausgabe: die Kroketten von Petra kamen doch tatsächlich noch knapp innerhalb der Zeit, die sie zum Essen des ganzen Gerichts brauchte - und Kroketten an einem Hauch von Grünkohlrest sind ja auch was feines :-).

Weiter ging's mit dem fröhlichen Bestell-Roulett - mal gab's Aquavit anstatt Williams Birne, dann wieder Kaffe anstatt Kölsch; öfter mal was neues und immer nur das bekommen, was man bestellt ist ja auch langweilig.

Nach vereinzeltem Aufbruch saßen wir dann noch bis ca. 1 Uhr in geselliger Runde - die Bedienung im Nacken, die sich auch noch zwischenzeitlich laut über uns unterhielt - aber auch wir können hartnäckig sein! Ein jähes Ende nahm dieser lustige Abend (man kann sich ja manches Schöntrinken) dann doch durch die gezielte Frage: "Möchten sie noch was - wir schließen die Kasse.", was wir dann doch zum Anlass nahmen, diese gastliche Stätte voller langer in der Gastronomie gepflegter liebgewonnener Traditionen zu verlassen (daher Traditionslokal)...

Aber dennoch: Danke an Willi und Petra, die sich im Laden ausgesprochen nett um alle Fragen und Sorgen gekümmert haben, an den Sales-Manager, der hoffentlich am nächsten Tag noch ein paar seiner Pfeifen an den Mann oder die in vorweihnachtliche Geschenkesuche vertiefte Frau bringen konnte und an die Teilnehmer des kleinen Treffens.

(18.11.2003)

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