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Events: Geschäftseröffnung Nils Thomsen
Frank Nicolai
Gestern also war der große Tag: Nils Thomsen hat sein Geschäft im UFA-Palast (Berlin-Treptow) offiziell eröffnet. Leider waren nur Reimar und ich für die Berliner Daftler dabei; nichtsdestrotrotz war der Laden voll.
Nils hat; was die Lage und Aufteilung des Ladens betrifft großes Glück. Laufkundschaft wird in einem nur wenige Quaratmeter großen Laden "abgefangen". Und sicherlich werden viele der Kunden den eigentlichen Laden nicht kennenlernen. Denn der kleine Laden hat einen Hinterausgang, der durch das Foyer des UFA-Palastes zum Wersktatt-Laden führt. Nils hatte mich am Telefon vorher ja bereits darauf hingewiesen; aber was er da in der Kürze der Zeit auf die Beine gestellt hat: alle Achtung.
Man betritt den Laden durch die Werkstatt. Diese ist zum Foyer hin nur verglast; man kann dem Meister also immer über die Schulter schauen. Und da die Werkstatt recht gut bestückt ist kann Nils den Kunden selbst mittelschwere Reparaturen sofort machen. In der Zeit sitzt der Kunde im Laden, schlürft Kaffe oder kramt in den Regalen. Nun ist eine Eröffnung sicherlich etwas Besonderes: zu prüfen ist an einem normalen Wochentag mal, wie das Klima bleibt. Noch sieht alles etwas uneingeräumt (nicht: unaufgeräumt!) aus, etliche Pfeifen schlummern noch in den Händlerkisten. Die konnten aber geöffnet und der Inhalt bestaunt werden.
Das Angebot ist weit. Es deckt von Billes Handmades über Winslow, Bari, Bentley, Peterson, Vauen, Stanwell und viele Italiener die ganze Palette von preiswert bis Oberklasse ab. Im Wühlkorb fanden sich etliche nicht einmal häßliche Silvanopfeifen für unter 40 Euro. Ich hab da eine kleine, filterlose Stanwell-Bamboo gesehen... Ich glaub, ich muss schnell noch mal hin ;-)
Das Tabakangebot macht auch noch einen etwas unsortierten Eindruck. Aber es ist umfangreich. Und was Nils nicht da hat, bestellt er nach. Er ist Ermuri-Händler; hat aber auch K&K-Tabake da (Rattray's Hal O The Wind musste mit), die kompletten Larsen-Tabake und gestern natürlich auch die Mac Barens. Auf dem Tresen lag eine alte MB Mixture Dose. Und als ich vorsichtig fragte, ob ich die haben können (ich meinte sie leer) erfuhr ich, dass MB eine Sonderedition (Replik) der Dose in begrenzter Stückzahl anbietet.
Was wir nicht wussten: Mac Baren war in Form von Herrn Peter Georg Jensen (der Sohn *des* Georg Jensen) vertreten und hielt einen kleinen (1 1/2 Stunden) Vortrag über Tabak, Tabakernte, -herstellung, - veredlung etc. Es war sehr unterhaltsam. Natürlich wurden wieder Tabake herumgereicht zum Riechen, Befühlen und - nun ja - Rauchen. Ich habe mir einen Monster-Mix gebastelt: 50% ungesüsster BC und 50 % Perique (der lt. Aussage von Herrn Jensen von MB nicht mehr benutzt wird, da die Qualitätsunterschiede zu groß sind - das war zu bemerken, der, der herumgereicht wurde, erinnerte wenig an den, den DP ausliefert oder den man manchmal noch als Wehde-Tabak von K&K findet). Sei's drum: die Mischung war jedenfalls hammerhart. Zwar weich und süß im Geschmack, aber so nikotinreich, das selbst ich die Pfeife nach der Hälfte räumte.
In einem persönlichen Gespräch mit Herrn Jensen - der ein überaus gutes Deutsch spricht - habe ich dann leider erfahren, dass Poul Stenner im Frühjahr verstorben ist. Das tut mir sehr leid; Poul hatte sich so auf seinen Ruhestand gefreut.
Ja, zudem wurden domenikanische Zigarren präsentiert. Hier müsste aber Reimar mehr dazu sagen; er hat auch den Humidor aufgesucht, den ich nicht einmal von Außen gesehen haben.
Wir saßen nach dem Vortrag noch lange zusammen (ich war gegen 0:30 Uhr zu hause) und redeten über Tabak, Pfeifen, Wein ... es war angenehm. Angenehm war auch, das viele Damen in der Runde saßen. Die rauchten zwar nicht Pfeife, begleiteten aber ihre rauchenden Männer. Neben uns saß ein junges Mädchen, die gerad ihre erste Pfeife gekauft hatte.
Was noch?
Ja, ein ganz Wichtiges und Trauriges: Bille war auch da. Aber nur ganz kurz. Plötzlich war er einfach weg und wir hatten noch nicht mehr als "Hallo" gesagt. Schade. Ich hoffe, Bille, dass der Abend für Dich trotzdem noch schön wurde.
Nils machte am Ende des Abends den Vorschlag, monatliche Zusammenkünfte zu organisieren. Reimar und ich jedenfalls werden hingehen. Wenn die Kölner ihren eigenen Laden und ihr eigenes Cafe haben, dann werden wir Berliner das auch noch schaffen ;-)
Inzwischen hat Nils Tomsen auch eine eigene Homepage
(16.10.2002)
Nils Thomson mit Gästen...
...bei einem gemütlichen Pfeifchen
sehr blumiger Duft ;-)
Prominenz unter den Gästen, der Daft-Stadthalter von Berlin ;-)
ist da nun Latakia drin?
noch ein Prominenter, Bille aus Hamburg
Herrn Peter Georg Jensen bei seinem Vortrag