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Artikel: Adapter kleben
(Filterpfeifen für filterloses Rauchen vorbereiten)
Michael Eggert
Da ich seit beginn an filterlos rauche und sehr zufrieden damit bin, hatte ich mich heute dazu entschlossen, in allen (bisher 6) Pfeifen die Adapter einzukleben (zwei habe ich fertig) - rein aus dem Grund, daß ich zu faul bin, diese immer zu säubern. Ich fragte Herrn Kallenberg, welcher Kleber hierzu am besten geeignet ist, und er empfahl mir Sekundenkleber.
Nun habe ich mir vorher gut überlegt, wie ich die Adapter einklebe, da Fehler hier (mit Sekundenkleber) kaum jemals auszubessern wären. Ein paar dieser Gedanken und meine Erfahrungen bei deren Umsetzungen möchte ich hier weitergeben.
Benutzt habe ich folgende Materialien und Werkzeuge:
- Adapter entsprechender Länge, mit 3,5mm (DanPipe) und 4mm (Kallenberg) Rauchkanaldurchmesser
- Sekundenkleber
- Klebeband (Malerkrepp)
- Schleifpapier (um 200er bis 400er Körnung)
- Bohrer 3,0mm / 3,5mm (etwas kleiner als der Rauchkanaldurchmesser des Adapters)
- Bohrer 3,7mm / 4,2mm (je 0,2mm größer als Rauchkanaldurchmesser des Adapters)
- Akkubohrschrauber mit Drehzahlregelung
- ein Satz Schlüsselfeilen
- eine kleine Taschenlampe (eine MiniMag leistet gute Dienste)
- evtl. ein Senker
Nun zunächst ein paar Eigenschaften von Sekundenklebern:
Positiv:
- bindet als dünner Film zwischen zwei Flächen sehr schnell ab
- bindet mit Feuchtigkeit ab
- ist er einmal ausgehärtet, treten keine Dämpfe mehr aus
- fließt von selbst auch in die letzte Ritze
Negativ:
- die Dämpfe sind gesundheitsschädlich
- wo er einmal hingeflossen ist, bekommt man ihn nie wieder weg
- er härtet nicht formfüllend aus
Besonders die letzte Eigenschaft hat mich zu einer eher komplizierten Vorgehensweise gezwungen. Bei meinen Pfeifen ließ sich aufgrund eines Grats oder einer Senkung in der Filterbohrung der Adapter oft nicht bis zum Anschlag einbringen, so daß hier immer ein Schlitz rund um den Rauchkanal geblieben war, in dem Kondensat sich sammeln und gammeln konnte. Diesen Schlitz könnte man zwar mit Sekundenkleber füllen, jedoch würde dieser bei einem Abstand von 0,5mm oder mehr nicht aushärten. Folglich habe ich die Adapter so bearbeitet, daß sie im Bereich um den Rauchkanal direkten Kontakt mit dem Mundstück haben, so daß Sekundenkleber hier gut aushärtet und abdichtet.
Die Filterbohrungen habe ich mir mit der Taschenlampe genau angesehen und folgende verschiedene Typen vorgefunden. An den mit * markierten Stellen war teilweise ein Grat vorhanden, so daß der Adapter eine entsprechende Fase bekommen muß, damit er soweit eingeschoben werden kann, daß er rund um den Rauchkanal Kontakt mit dem Mundstück bekommt.
Filterbohrung Adapter
Nun habe ich den Adaptern die gewünschte Form gegeben, hierzu bin ich folgendermaßen vorgegangen:
Zunächst habe ich einen genügend langen Adapter ausgewählt und einen Bohrer mit etwas dünnerem Durchmesser als dem des Rauchkanals des Adapters mit Klebeband so umwickelt, daß sich der Adapter stramm auf diesen aufpressen ließ. Den Bohrer habe ich in den Akkubohrschrauber eingespannt, diesen eingeschaltet, und nun konnte ich den Adapter leicht bearbeiten. Teilweise mußte ich den Adapter mit Schleifpapier etwas verjüngen, so daß er ohne Spannung in die Filterbohrung paßt (Acrylmundstücke könnten evtl reißen, Ebonitmundstücke geben nach, werden geweitet und passen dann nicht mehr in die Zapfenbohrung) - Vorsicht, das gibt heiße Finger! Dann habe ich dem Adapter mit Schlüssenfeilen die gewünschte Form gegeben.
Nachdem sich der Adapter nun bis zum Anschlag in die Filterbohrung stecken ließ und ich erkennen konnte, wie weit er wirklich hineingeht, habe ich die gewünschte Länge des Adapters angezeichnet (er sollte etwa 0,5-1mm überstehen) und ihn gekürzt. Um eine gerade und glatte Stirnfläche zu erreichen, eignet sich wieder die Bohrmaschine und eine Feile.
Das Einkleben des Adapters bedarf besonderer Vorsicht, damit kein Sekundenkleber in das Mundstück läuft.
Erst habe ich den Adapter und die Filterbohrung mit Isopropanol gereinigt, dann ganz wenig Sekundenkleber auf den geraden Teil der Stirnfläche (also direkt um den Rauchkanal) des Adapters, sowie auf dessen Außenwand aufgetragen und ihn von unten (!) in die Filterbohrung eingeschoben (hierbei muß das Mundstück unbedingt so gehalten werden, daß überschüssiger Sekundenkleber nach unten aus dem Adapter hinausfließt und nicht in das Mundstück hinein!).
In dieser Lage (mit dem Adapter nach unten) habe ich den Sekundenkleber nun einige Minuten trocknen lassen, jedoch wären in den Rauchkanal ausgetretene Tröpfchen hier noch nicht abgebunden. Daher habe ich nun kräftig in das Mundstück geblasen (nur in Richtung zum Bißstück hinein und aus dem Adapter hinaus! - hierbei auf ein Papiertaschentuch zielen) und, damit auch der letzte Rest Sekundenkleber abbindet, einen feuchten Pfeifenreiniger in der gleichen Richtung zügig durch das Mundstück geschoben.
Nachdem nun auch der letzte Rest Sekundekleber abgebunden hat, habe ich den Adapter mit einem 0,2mm größeren Bohrer vorsichtig aufgebohrt und so auch die abgebundenen Kleberresten entfernt. Meist war der Durchmesser des Mundstück-Rauchkanals kleiner als der des Adapters und manchmal auch nicht ganz mittig, in diesem Fall habe ich das Mundstück noch ein kleines Stück angebohrt, kaum mehr als mit der Spitze des Bohrers ein wenig angesenkt, so daß keine Kanten bleiben, die ein Pfeifenreiniger nicht ordentlich säubern könnte. Bei einer Filterbohrung des Typ (a) sieht das dann so aus:
Um auch am Ende des Mundstücks einen glatten Übergang zwischen Zapfen und Adapter zu erreichen, habe ich den Adapter samt Mundstück wieder auf den umklebten Bohrer gesteckt und an Zapfen und Adapter mit einer Schlüsselfeile eine eine kleine, durchgängige Fase angebracht. Weiterhin habe ich das Ende des Rauchkanals leicht angesenkt.
Ich habe die beiden fertiggestellten Pfeifen seitdem noch nicht wieder geraucht, doch sie sehen (auch beim Blick in den Rauchkanal) so gut aus, wenn sie nicht meine wären, könnte ich direkt neidisch werden :-)
So denn, viel Spaß beim Basteln und allzeit kleberfreie Finger, bye, Michael