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Artikel: Die Bilbo-Pfeife von Vauen
Karl-Heinz Krebs
Eben konnte ich die o.g. Pfeife bei meinem Händler in Augenschein nehmen und ich bin erschrocken, nicht nur wegen des Preises.
Vauen bleibt sich treu. Deutlich erkennbare Kittstellen, auf Hochglanz lackierte der gebogene Holm.
Die auf dem Pfeifenkopf mit Gold/Messingfarbe aufgemalte Schnecke oder Schlange dürfte sich nach längerer Benutzung "abgegriffen" haben.
Der Zapfen, in ihm steckt der Filter, ist ein wenig zu groß, der Filter hat ordentlich Spiel. Ergo ist am Holm nur noch wenig Holz, das Abnehmen des Mundstückes sollte vorsichtig erfolgen, ansonsten ist ein Holmriß vorprogrammiert.
Schlampig ist die Kopfbohrung ausgeführt. Sie tritt viel zu hoch in den Brennraum ein, in den Boden ist noch eine Vertiefung eingearbeitet, für was??. Diese Pfeife wird jedenfalls schön sottern. Ungünstig für die Gesamtoptik ist auch, deutlich erkennt man die unterschiedlichen Holzsorten.
Die am Pfeifenkopf angebrachte Messingapplikation verhilft der Pfeife zu einem ungünstigen Schwerpunkt.
Die Pfeife ist für mich eher ein Sammlerstück für die Vitrine der Tolkien Fans. Als Rauchgerät halte ich sie für nicht geeignet. Wer dafür 199 Euro ausgibt muß natürlich auch noch den stilechten Stopfer für lumpige 59 Euro haben. Gebrauchswert = 0, führt man ihn seiner eigentlichen Bestimmung zu, hat man schmutzige Finger, es sei denn man benutzt den Räumdorn nicht oder hat immer ein Tempo dabei.
Die Verpackung ist sehr schön, wirklich.
Ob mit dem Set der Reigen der Pfeifenraucher größer wird, Vauen sieht das so, wage ich zu bezweifeln. Welcher Einsteiger wird wohl gleich in dieser Preisklasse beginnen.
Ich habe nur eine dieser Pfeifen in der Hand gehabt, kann also nicht sagen, ob sie alle oder viele diese Merkmale aufweisen.
Bei näherer Betrachtung des Bildchens auf der Verpackung fällt auf, irgendwie sieht die "Richtige" doch anders aus.
(31.07.2002)