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Artikel: Englische Pfeifen

Martin Farrent

Mir fällt immer wieder auf, dass vor allem Neueinsteiger nach alten englischen Marken fragen, die ihren Glanz längst verloren haben. Ich vermute den Grund darin, dass ein Großteil der heute noch gängigen Pfeifenliteratur vor nunmehr drei oder mehr Jahrzehnten verfasst wurde. Ob sie überarbeitet wird, weiß ich nicht. Womöglich lesen viele Menschen auch alte Auflagen vom Vater oder gebrauchte Exemplare.

Jedenfalls denke ich, dass eine kleine Skizze der Entwicklungen in den letzten 30 Jahren hilfreich sein könnte.

Die in älteren Büchern implizierte Hierachie der englischen Qualitätspfeifen seit 1945 sah ungefähr wie folgt aus:

  1. Dunhill, Charatan,
  2. Barling, Sasieni, Loewe, Comoy's, GBD
  3. Orlik, BBB, Parker
  4. Masta, Hardcastle usw.

Von diesen Marken hat aber ein Großteil die späten 70er Jahre nur als Gespenst seiner selbst überlebt. Als nicht interessant werten die meisten Sammler heute die neueren Pfeifen von: Barling, Loewe, Comoy's, GBD, Orlik, BBB, Charatan.

Ich selbst habe zudem Zweifel, ob heutige Parkers noch die Qualität ihrer Vorgänger erreichen. Masta und Hardcastle spielen meines Wissens überhaupt keine Rolle mehr. Sasieni scheint zwar weiterhin stark auf dem amerikanischen Markt. Ich muss aber gestehen, dass ich noch nie eine zu Gesicht bekommen habe.

Etabliert haben sich dafür in der Zwischenzeit vor allem Ashton, Upshall und Les Wood. Als Geheimtipps gelten ferner Milville, Castleford und Blakemar. Mit den beiden letztgenannten Herstellern habe ich keine Erfahrung, doch kann ich Milville als englische Marke mit dem m.E. besten Preis-Leistungsverhältnis uneingeschränkt empfehlen.

Eine heutige Hierachie englischer Pfeifen sähe möglicherweise etwa so aus:

  1. Dunhill, Upshall
  2. Ashton
  3. Les Wood
  4. Milville, Castleford
  5. Blakemar, Parker, Willmer

Diese Wertung beruht auf eigener Erfahrung und meinem Eindruck vom allgemeinen Prestige der Marken. Die oben genannten "Gepensternamen" habe ich bewusst unberücksichtigt gelassen. Ich würde sie überwiegend einer sechsten Kategorie zuordnen - also ganz unten. Neuere Charatans mögen etwas besser sein, sind aber für mein Gefühl meist überteuert und haben außer dem Namen nichts mit ihren legendären Vorgängerinnen zu tun. Kaufen würde ich keine.

Das Stichjahr für den Niedergang der meisten genannten "Absteiger" liegt um 1980 - bei Barling indes deutlich früher, bei Charatans später (1988, wenn man die Pfeifen nach der Dunhill-Übernahme und bis zum Verkauf der Marke durch Dunhill gelten lässt).

(24.05.2003)

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