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Artikel: Wie ich meine erste Pfeife gemacht habe
Björn Hollensteiner
Da ich bisher erst eine Pfeife gemacht habe, kann ich noch keine perfekte Bauanleitung im Stil von Holger Frickerts Arbeitsanleitung aufschreiben. Ich werde mich einmal heransetzen, und beschreiben, wie ich vorgegangen bin.
Die Abbildungen im Dan Pipe Katalog haben mich schon seit längerem dazu angespornt, einmal selbst zu versuchen, mir ein Pfeifchen zu basteln. Die Möglichkeit, die Arbeitsmaterialien weitestgehend dazu zu bestellen, hat sicherlich auch zu der Entscheidung beigetragen, denn ich habe vorher keinerlei Werkzeug zur Holzbearbeitung besessen. Ich bestellte bei Dan Pipe einen Standardblock, 90°, ohne Filter, da dabei der Holm etwas wenigen ausgebohrt ist und somit die Gefahr von Holmrissen bei der Bearbeitung geringer ist. Außerdem das Arbeitsset. Nach Eintreffen der Ware besorgte ich mir noch eine grobe Raspel, eine mittelfeine Feile und eine kleine Laubsäge. Danach habe ich mir einige Hilfslinien auf den Block gezeichnet, die ungefähr den Verlauf der Bohrungen zeigten und solche, an denen ich die Kanten absägen konnte. Ziel war eine Billiardpfeife. Dann ging es an das Sägen. Dazu sollte man die Pfeife in einen Schraubstock einspannen. Den hatte ich nicht. Dabei wurde mir erstmals bewusst, wie ungeheuer hart das Bruyere Holz ist. Wer dabei an das Stöckeschnitzen in der Jugend denkt, der wird sich sehr wundern. Nach dem Absägen der Seitenkanten und des Überstandes am Holm fiel mir bereits mein erster Fehler auf. An der rechten Holmseite hatte ich etwas schräg gesägt, dadurch war etwas zu viel Holz abgesägt worden. Das würde ich später ausgleichen müssen. Dann ging es ans raspeln. Mit der Raspel habe ich die Kanten abgerundet und die Form der Pfeife herausgearbeitet. Ein sehr langwieriger und kraftraubenden Arbeitsschritt. Nachdem ich mit der Form endlich zufrieden war, die Pfeife einigermaßen symmetrisch war, habe ich mit der Feile die tiefen Riefen, die durch die Raspel entstehen, geglättet. Dann habe ich den Rohling nacheinander mit Schleifpapier der 100 er, 180er und 400er Körnung geglättet, bis keine Riefen mehr zu sehen waren. Auch das ist ein Arbeitsschritt, der sehr viel Kraft und Geduld erfordert. Das Mundstück habe ich mit dem 400er Korn geschliffen. Der Übergang zwischen Holm und Mundstück ist mir dabei nicht so gut gelungen. Vor dem Beizen habe ich den Kopf vom Schleifmehl befreit und mit einem Pinsel angefeuchtet. Dann habe ich ihn mit mahagonibraun gebeizt und die Beize 30 Minuten trocknen lassen. Danach habe ich wieder mit dem 400 er Korn abgeschliffen, was die Maserung sehr schön zum Vorscheinen bringt. Dann habe ich erneut gebeizt, nun mit rotorange. Nach dem Trocknen habe ich die Pfeife dann mit Pipe Wax eingerieben und mit einem weichen Tuch poliert. Fertig.

Fotos der zweiten "Holly Handmade":
und last but not least: Holly Handmade No. 3