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Artikel: Geschichte der Pfeife

Alex Jahnke

Pfeifen in Nordamerika

Das Rauchen war im ganze nördlichen Amerika bekannt, lediglich die Inuit haben diese Sitte erst 100 Jahre nach Columbus übernommen. Die Inuit und ihre südlichen Nachbarn hatte von je her ein angespanntes Verhältnis zu einander, so daß ein Kulturaustauch praktisch nicht statt fand. Sehr wohl hatten sie aber Kontakt zu ihren asiatischen Nachbarn und nachdem die Pfeife und der Tabak einmal um die Welt gewandert war, kamen auch sie über die Beringstrasse in den Genuß des Rauchens. Die Ähnlichkeit ihrer Pfeifen mit denen der Tschuktschen, bestätigt diese Vermutung.

Neben der klassischen Pfeife wurde im holzarmen Regionen auch die Erdpfeife geraucht: Man gräbt eine kleine Grube und bohrt diagonal dazu mit einem Ast ein Loch in die Grube. Zum Rauchen muß man sich dann flach auf den Boden legen und mit den Lippen die Erde berühren. Im allgemeinen wurden die Pfeifen aus Holz, Horn, Catlinit (eine Mineral) und Keramik hergestellt.

Pfeifen aus nördlichen Breiten

Die Grönland-Inuit und die Inuit im Osten / Nordosten Amerikas benutzten normal grosse Pfeifen und rauchten diese auch normal, ganz im Gegensatz zu ihren westlichen Nachbarn und den asiatischen Inuit. Diese hatten Pfeifen mit eher kleinen Köpfen, die sie in drei tiefen Zügen leerten und dabei extrem tief inhalierten. Dabei führten sie einen Zustand herbei der mit einer schweren Nikotinvergiftung gleichzusetzten ist. Die Inuitpfeifen wurden zum Teil aus Walroßelfenbeim gefertig und mit typischen Figuren versehen. Dazu zählen Jadgmotive, Schlittengespanne oder Behausungen vor denen Pfeifenraucher stehen.

Irokesenpfeifen

Entstanden sind die Irokesenpfeifen wohl aus den Ellenbogenpfeifen. Hergestellt wurden sie aus Stein oder Keramik und wurden mit Tieren verziert. So gibt es eine Pfeife auf deren Kopf 14 menschliche Gesichter zu erkennen sind. Die Stiele der Tonpfeifen sind recht kurz und haben sehr kleine Öffnungen. Es gibt aber auch Funde bei denen die Pfeife gar keinen Stiel haben und nur aus Ton bestehen.

Pfeifen vom Sioux / Plains-Typ

Der wohl bekannteste Pfeifentyp den man in jedem Western sehen kann. Die meisten Pfeifen sind aus Catlinit gerfertigt. Die Stiele der Pfeife sind sind rund oder viereckig; der nach hinten über den Kopf hinausragende, of zu seinem Ende hin konisch verlaufende teil ist ebenfalls viereckig oder auch achteckig. Meist sind sie hervorragend geschnitzt und mit dem Raucher zugewandten Figuren versehen. Die Ohren dieser Figuren (die sowohl sitzen, stehen oder liegen) sind durchbohrt. Die Füllöffnung ist immer der nach oben offene Schädel. Die bereits erwähnten Pfeifen mit dem weit nach hinten hinausragenden Ende vermitteln, hält man sie in Längsrichtung und dreht sie dabei um ihre Achse, den Eindruck eines "T". Es handelt sich dabei stets um Männerpfeifen. Frauenpfeifen vom Sioux-Typ fehlt dagenen das hinausragende Ende. Sie wirken wie ein "L". Frauen, die zu sozialen oder religiösen Würden gelangten, erhielten eine Männerpfeife verliehen. Tatanke Iyotanke (Sitting Bull) zerschlug den Kopf seiner Pfeife, nachdem er von den Weißen betrogen worden war. Dies macht die Wichtigkeit der Pfeife in der spirituellen Welt deutlich.

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