daft.de

.

Aktuelles

Termine

Pfeifen

Tabak

Schnupftabak

FAQ

Artikel

Bücher

Download

Läden

Linklisten

Zigarren

Hilfe

Mailingliste

Kontakt

Impressum


Pfeifen Pfeifenkauf Ohne Frust

zurück

Artikel: Pfeifenkauf ohne Frust

Georg Pohl

Wer bereits längere Zeit an der Pfeife hängt, hat hier sicherlich keine Probleme, wer jedoch neu dazu gekommen ist, kennt vielleicht die Situation: man steht im Laden, vor einer - wenn man Glück hat - nahezu unübersehbaren Menge an Pfeifen und soll/will eine davon herausfinden. Wie kann man vorgehen? Nach welchen Kriterien wählt man aus?

Ich möchte versuchen, aus den Fehlern, die ich mit Erfolg gemacht habe, einen Katalog zusammenzustellen, mit dessen Hilfe der Pfeifenkauf, besser die Auswahl der Pfeife erleichtert werden kann.

1. Was darf die Pfeife kosten?

Man sollte sich für den aktuell anstehenden Kauf ein festes Preislimit setzen - und sich auch daran halten. Geht man in den Laden mit einer Vorstellung von 100 Euro, sollte man nicht hingehen und eine Pfeife für 200 Euro kaufen. Auch wenn sie noch so schön ist. Die meisten Händler sind bereit, eine Pfeife für eine zeitlang unverbindlich zurückzulegen. Auf keinen Fall sollte man sich verleiten lassen: ich will aber heute eine Pfeife kaufen! Viele Pfeifenschränke sind voll von solchen Fehlkäufen.

2. Mit oder ohne Filter

Die meisten Raucher bevorzugen einen bestimmten Pfeifentyp. Flexibler ist ohne Frage derjenige, der ohne Filter raucht. Er kann zur Not auch eine Filterpfeife kaufen und sie mit einem Adapter betreiben. Wer jedoch auf den Filter nicht verzichten mag, sollte bei den in Frage kommenden Pfeifen diejenigen ohne Filter aussortieren.

3. Rustiziert, sandgestrahlt oder glatt

Rustizierte oder sandgestrahlte Pfeife müssen nicht unbedingt schlechter sein als ihre glatten Gegenstücke. Meist sind sie jedoch deutlich preiswerter. Die Raucheigenschaften - und darauf kommt es in der Regel ja an - sind nicht (signifikant) schlechter als die von glatten Pfeifen mit toller Maserung.

4. Der Biss

Es werden Pfeifen mit unterschiedlichen Mundstückformen angeboten. Manchmal scheint mir, dass neuere Pfeifen häufig mit einem eher dicken Biss, der kaum zwischen den Zähnen zu halten ist, angeboten werden.
Hält man die Pfeife beim Rauchen eher in der Hand, sollte die Mundstückform eine untergeordnete Rolle spielen. Hält man sie jedoch eher zwischen den Zähnen, empfiehlt es sich, das Mundstück genauer anzusehen.
Als hilfreich hat sich herausgestellt, eine Plastikfolie mitzuführen (eventuell einen kleinen Ziplock), diese über das Mundstück zu stülpen und das Mundstück vorsichtig zwischen die Lippen/Zähne zu nehmen (natürlich nicht zubeißen). Sagt einem die Mundstückform nicht zu, hat sich das Thema erledigt.

5. Der Brennraum

Trotz unterschiedlich geformter und großer Pfeifen verjüngt sich stets (bis auf wenige Ausnahmen) der Brennraum von oben nach unten. Häufig wird festgestellt, dass Pfeifen mit einer extrem "spitz" zulaufenden Bohrung schwerer zu rauchen sind und eher zum "blubbern" neigen.
Als Maßstab für den Brennraum benutze ich selbst meine Zeigefinger. Komme ich damit bis zum Boden, ist es in Ordnung, sonst hat es keinen Zweck. Vor Jahren kaufte ich mir eine Pfeife, bei der ich nicht einmal mit dem kleinen Finger bis nach unten kam. Die Folge: schwer zu stopfen, dadurch schlecht zu rauchen, Konsequenz: die Pfeife liegt nur noch zur Dekoration im Pfeifenschrank.

6. Das Zugloch

Man sollte unbedingt darauf achten, wo der Rauchkanal (vom Mundstück kommend) in die Brennkammer eintritt. Dieser Punkt darf sollte nur unwesentlich oberhalb des Bodens liegen, auf keinen Fall tiefer, und möglichst genau in der Mitte liegen. Liegt er zu hoch, bleibt immer ein Rest unverbrannter Tabak über, der nur noch kondensatgetränkt herausgeholt werden kann. Die Gefahr, dass die Pfeife versumpft, ist sehr groß. Hat man ein solches Teil erwischt, kann es helfen, vor dem Stopfen etwas Meerschaumgranulat im Brennraum zu deponieren. Liegt das Zugloch zu tief, besteht die Gefahr, dass die Pfeife ständig verstopft ist, ausgeht und nie richtig zieht. Um zu testen, wo das Zugloch liegt, kann man entweder einen Reiniger durchschieben oder die Pfeife so gegen das Licht halten, dass ein Lichtstrahl von der Mundstückseite durch die Bohrung in den Brennraum fällt (Taschenlampe).

7. Das Material des Mundstücks

Meist werden Mundstücke aus Acryl oder Ebonit angeboten. Die Tendenz scheint zum Acryl zu gehen. In der Regel ist Ebonit weicher und bissfreundlicher, kann jedoch einen erheblichen Mehraufwand bei der Pflege und Reinigung bedeuten. Viele Ebonit-Mundstücke neigen zum Verfärben und Anlaufen, während Mundstücke aus Acryl nur noch mit einem Lappen abgewischt werden müssen.
Wofür man sich letztendlich entscheidet, kann oft nur eine Bissprobe (siehe oben) erbringen.

8. Die Mundstückbohrung

Man sollte es nicht für möglich halten, aber es gibt Pfeifen, bei denen die Bohrung des Mundstücks so eng geraten ist, dass man keinen Pfeifenreiniger einführen kann. Der Aufwand, nicht nur bei Reinigen nach dem Rauchen, sondern auch das "Trockenlegen" zwischendurch, wird enorm erschwert. Bei Ebonit-Mundstücken kann die Bohrung nachträglich und vorsichtig erweitert werden. Bei Acryl-Mundstücken ist davon abzuraten; die Gefahr, dass es bricht oder splittert, ist zu groß.

9. Der Übergang zwischen Mundstück und Holm

Idealerweise gehen beide nahtlos ineinander über (Ausnahme natürlich "Steckerpfeifen"). Pfeifen, bei denen die beiden Teile nicht wirklich passgenau sind, sollte man meiden. Gleiches gilt für lose sitzende Mundstücke. Es wird immer wieder gerne versichert, das gebe sich, wenn man einige Male aus der Pfeife geraucht hat. Aus eigener, leidvoller Erfahrung kann ich jedoch nur raten, solche Teile liegen zu lassen. Sitzt bei einer neuen Pfeife das Mundstück zu eng (man kriegt es nicht oder nur schwer herausgedreht): liegenlassen. Man muß davon ausgehen, dass sich dieser Effekt verstärkt, wenn die Pfeife warm ist.

10. Die Holmbohrung

Mittlerweile kaufe ich nur noch Pfeifen, bei denen ein Pfeifenreiniger vom Mundstück aus bis in den Brennraum durchgeschoben werden kann. Ausnahme vielleicht: einige extrem gebogene Bents.
Nach meiner Erfahrung neigen Pfeifen, bei denen dies nicht möglich ist, dazu, vermehrt Kondensat zu entwickeln, das sich an den Stellen absetzt, an denen der Reiniger "hängenbleibt". Der Reinigungsaufwand solcher Pfeifen ist in der Regel erheblich.

11. Form der Pfeife

Farbe und Form einer Pfeife spielen bei der Auswahl eine große Rolle, kann jedoch nicht objektiv beurteilt werden. Hier ist der persönliche Geschmack gefragt. Greift man jedoch als Anfänger zu einer Pfeife, sollte man berücksichtigen, dass gerade Pfeifen in der Regel leichter zu rauchen sind als stark gebogene Bents.

12. Kitt

Gerade der Kitt ist für den Pfeifenraucher häufig ein Quell ständigen Ärgers. Mit dem Kitt versucht der Pfeifenmacher Materialfehler zu "korrigieren". Verfärbt sich dieser Kitt im Laufe der Zeit, hebt er sich meist von dem umgebenden Holz ab und macht die Pfeife unansehnlich(er). Dies ist besonders auffallend bei glatten Pfeifen.
Man sollte allerdings wissen, dass zum einen der Kitt die Raucheigenschaft der Pfeife nicht beeinträchtigt, zum anderen, dass bei Pfeifen im unteren Preissegment die Wahrscheinlichkeit, Kitt zu finden, größer ist als bei teuren Pfeifen (das bedeutet nicht, dass teure Pfeifen nicht gekittet sind).
Helfen kann man sich nur durch eine genauer Untersuchung der Pfeife. Kitt kann vorhanden sein, wenn ein kleinerer oder größerer Teil der Oberfläche recht einheitlich gefärbt ist und der Maserung oder sogar Farbe des Holzes nicht folgt.

13. Lackierte Pfeifen

Solche Pfeifen sehen im Regal hervorragend aus und sie bestechen durch ihren Hochglanz. Man sollte jedoch wissen, dass zum einen (je nach verwendetem Lack) eine extreme Gefahr des Heißrauchens gegeben ist, zum anderen vor allem minderwertige Lacke zum Reißen neigen, Blasen bilden können und die Pfeifen nach einiger Zeit ausgesprochen schäbig aussehen können. Hinzu kommt, dass einige Hersteller (ich möchte keine Namen nennen) unter dem Lack Kittstellen verstecken.

Ich hoffe, mit diesen Hinweisen eine Hilfestellung beim nächsten Pfeifenkauf gegeben zu haben.

Lott jonn Georg

(14.11.2002)

Aktuelle Änderungen (alle) | Edit SideBar Letzte Änderung dieser Seite: 26.01.2008 18:47 Uhr bearbeiten | drucken | Versionen