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Pfeifen Stanwell Sumpf

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Artikel: Stanwellsumpf - Bericht

Jan Hauck

Als ich meine Stanwell Brazilia von etwa 1972 als Estate bekam, war der Cake leicht 2cm dick, der Vorbesitzer hatte die Pfeife offenbar bis zum äußersten gequält. Eine rabiate Salz-Alkohol Behandlung wollte den Muff nicht entfernen, und die Pfeife schmeckte konstant nach Sumpf. Der im obigen Thread angesprochene Nadel-Test erbrachte, daß die Pfeife grundsätzlich entsorgt werden müsste. Jedenfalls nach vereinzelter Daft-Meinung.

Also brachte ich die Pfeife zu Nils Thomsen, der meines Wissens zu jeglichem Problem eine gute Idee parat hat. So auch diesmal. Zuerst gab es ein paar scherzhafte Bemerkungen zum Nadel-Test, danach einen kurzen physikalischen Exkurs, der plausibel machte, daß Kondensat oder sonst eine Flüssigkeit Holz selbstverständlich nicht dauerhaft "aufweichen" kann.

Dem folgte die Behandlung der Pfeife. Zu dem Zweck wurde ein sprudelnd heisses Bad vorbereitet, das aus einer Öl- und Wachsmischung bestand, etwa 180 Grad heiss. Die Nebenwirkung bestand zunächst darin, daß die Hornapplikation aufquoll, Blasen warf und unbrauchbar wurde. Aber das ist kein Problem, wenn man einen Pfeifenmacher kennt. Danach war die Pfeife natürlich erst einmal drei Stunden in Reparatur, was aber nichts mit dem Sumpf zu tun hatte. Ich hatte die Pfeife ohnehin eigentlich abgeschrieben, also konnte es nur besser werden. Eine neue Hornapplikation wurde angepasst, und alles poliert. Danach die Rauchprobe. Und siehe da, die Pfeife war durch das Auskochen in Öl und Wachs nicht nur leichter geworden, sie schmeckte auch absolut nagelneu.

Was ich damit beschreiben wollte, ist der Punkt, daß eine Pfeife grundsätzlich wieder aus dem "Sumpf" befreit werden kann, auch wenn vielleicht nicht jeder die Ausstattung dazu haben mag. Wer eine Fritteuse zu Hause hat, die sich als sehr praktisch erweisen kann, um die Öl- und Wachsmischung auf Temperatur zu bringen, und wer eine Pfeife nicht wegwerfen will, dürfte bei Nils Thomsen per PM sicher nützliche Tips dazu erfahren können. Die Estatefreunde unter uns mag das vielleicht interessiert haben.

(25.06.2004)

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