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Artikel: Warum werden Dunhills eigentlich sandgestrahlt?
Wolfgang Pointner
Also was kann ich dazu beitragen? Das sandstrahlen wurde von Dunhill erfunden, klar. Der eigentliche Grund war, dass Dunhill eine grosse Menge Holz aus Algerien gekauft hat und dieses Holz war für die Verarbeitung zu einer glatten Pfeife ungeeignet, nicht wegen Sand usw. sondern zu weich und wenig bis keine Maserung.
Über die Erfindung gibt es viele Spekulationen, sind die Pfeifen jetzt beim Heizkessel gelegen und geschrumpft oder nicht, who knows, who cares. Tatsache ist, dass zumindest damals die Pfeifen vor der Sandstrahlung in heissen Sand und/oder Öl gelegt wurden und erst dann sandgestrahlt wurden. Das Material zur Sandstrahlung (Glas/Sand/Metall) hat sich im Laufe der Zeit geändert, das Holz hat sich geändert, die Maschinen und die Männer dahinter und somit auch das aussehen der sandgestrahlten Pfeife.
Natürlich wird auch bei Dunhill ein Rohling, der sich wegen Sandeinschüssen nicht zu einer glatten eignet, sandgestrahlt, das war aber nicht die Motivation den Prozess zu erfinden, wer in alten Katalogen stöbert, wird merken, dass der Preis für eine sandgestrahlte gleich hoch wie für eine glatte war, klar oder? War ja zusätzliche Arbeit und damals wurden die Pfeifen noch mehrmals sandgestrahlt.
Viele Dunhill-Sammler (mich eingeschlossen) schätzen die alten deshalb mehr, weil sie tiefer gestrahlt sind, aber das ist wie immer eine Geschmacksfrage. Man teilt die "shells" in Jahrzehnte, die 20er stehen für den Anfang und sind grossteils seht tief gestrahlt, zum Beispiel bekamen die ersten Shells keine Shapenummer, weil Dunhill der Meinung war, dass durch die Sandstrahlung das shape zu sehr verändert wurde. Die 30er sind typischerweise etwas flacher, die 40er und 50er wieder sehr tief, aber das shape wurde besser erhalten. Die 60er sind den heutigen schon sehr ähnlich, die 70er sehr flach, die 80er wieder besser......die neuen sind wieder top, habe ein paar Beispiele gesehen und war begeistert, anders als die alten, aber gut.
Das ist natürlich nur eine grobe Einteilung für die es immer einen Gegenbeweis gibt.
(30.01.2004)