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Pfeifentabak: Bewusst Pfeiferauchen
David Wagner
Ärger mit dem Bruyere Staub!
Ich hatte in den letzten Tagen einige Probleme mit meiner Lunge, da es in meiner Werkstatt keine ordentliche Absauganlage gibt, und der Bruyere Staub sehr, sehr fein ist und in jede kleine Ritze kriecht und eben auch in die Bronchien. Ich habe wieder verstärkt mit einer Maske gearbeitet. Das ist jedoch furchtbar unangenehm. Zusätzlich habe ich mir von der Wiese wilden Tymian geholt zum Inhalieren. Und als weitere Maßnahme das Pfeiferauchen sehr stark reduziert, da immer auch ein paar Rauchpartikel ihren Weg in die Lunge finden, auch wenn man nicht inhaliert. Durch dieses weniger Pfeiferauchen kam es zu einem AHA-Erlebnis bei mir.
Zurückhaltung!
Meine erste Pfeife rauchte ich mit 14 Jahren, allerdings borgte ich ohne zu fragen eine Pfeife meines Vaters, ja ich schäme mich sehr, und stopfte ausgetrockneten Zigarettentabak rein. Naja, was soll ich weiter erzählen, ihr könnt euch schon denken. In letzter Zeit hat sich mein Verbrauch auf 2 bis 4 Fülllungen pro Tag eingependelt. Nun habe ich aber aus obigen Gründen meinen Verbrauch reduziert auf maximal eine Pfeife pro Tag. Eigentlich eher auf eine Pfeife in 2-3 Tagen. Der Effekt war für mich zwar zu erahnen, aber dass es so starke Wirkung zeigen würde, damit habe ich nicht gerechnet. Die Pfeifen schmeckten herrlich. Warum? Wenn ich mehrere Füllungen pro Tag rauche, so ist es zwangsläufig so, zumindest bei mir, dass ich die Pfeife nebenbei rauche und mich nicht ausschließlich darauf konzentriere. Ich habe eben nicht mehrere Stunden pro Tag um mich dem Rauchvergnügen ganz und gar zu widmen.
Durch das "seltene" Pfeiferauchen wird aber jede Füllung zu einem ganz besonderen Erlebnis. Ich mache keine Tätigkeiten nebenbei (Lesen, TV ...), ja nicht mal an etwas anderes denke ich, als daran den möglich höchsten Genuss meiner Pfeife zu entlocken. Und es funktioniert bei JEDER Füllung!
Ein weiterer Effekt ist der, dass ich im Gegensatz zu früher, nicht manchmal mit und manchmal ohne Filter rauche, sondern nur noch ohne. Ich wusste gar nicht, dass das Pfeiferauchen so gut schmeckt, wenn man es wirklich zelebriert. Ich stopfe nun mein Pfeifchen so, als ob ich einen arg teuren und edlen Wein entkorken würde. Der Vergleich passt finde ich. Wenn man jeden Tag einen Spitzenwein konsumiert, wird es ein alltägliches Erlebnis, und man wertet, so finde ich sowohl den Wein als auch die Pfeife ab.
Ein Ausrutscher beim Grillen
Gestern Abend, als ich wartete bis das Holz zur Kohle abbrannte, setzte ich mich neben den Bach und füllte meine Prammer Canadian mit einer Mischung aus Peterson Old Dublin und ein wenig 965er. Einfach herrlich! Nach 2/3 der Füllung hatte ich mich aber ein wenig mit der Kohleglut zu beschäftigen. Meine Konzentration galt nun der Kohle und nicht mehr der Pfeife. Fazit: Der Genuss war dahin, die Pfeife geschändet und ich enttäuscht.
Für mich steht nun fest:
Bewusste Zurückhaltung und bewusstes Rauchen ohne Filter liefert mir den Höchstgenuss. Ein Pfeifchen nebenbei liefert zwar Genuss aber eben keinen Hochgenuss.
(06.08.2004)