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Pfeifentabak:
Endstation Latakia oder Latakia - der letzte Versuch
Detlev Büscher
Aufmerksame d.a.f.t.-Leser mit gutem Gedächtnis werden wissen, dass meine Bartoli Billiard (Nr. 3) trotz des leichten Holzes, der gefälligen Maserung und der guten Verarbeitung zu meinen "Sorgenpfeifen" gehört(e). Schon nach wenigen, vorsichtigen Zügen wurde sie üblicherweise knallheiss und weigerte sich ausserdem, das Aroma der ihr anvertrauten Tabake zur Geltung zu bringen. Anfangs habe ich sie mit VA-Mixturen (ein)geraucht, hin und wieder war auch mal ein ready rubbed oder ein Flake dabei (ich erinnere mich z.B. noch an den HOTW oder den TNNGold). Doch Tabake dieser Art waren in der Bartoli schlichtweg eine Beleidigung der Geschmacksnerven, im Grunde sogar unrauchbar. Also wechselte ich zu dezent aromatisierten Tabaken und sah während einer Füllung Amphora Full Aroma den ersten kleinen Hoffnungsschimmer. Daraufhin verordnete ich der Pfeife eine MB Mixture - Kur, doch das brachte überhaupt nichts; auch dieser Tabak liess sich nur mit viel überwindung und völlig genussfrei rauchen. Diverse Experimente später, inzwischen hatte ich die Pfeife schon so oft geraucht, dass ich sie reamen musste, erzielte ich das bislang beste Ergebnis mit dem Orlik Sweet Dublin. Heiss wurde sie zwar immer noch, aber der Geschmack war wenigstens einigermassen zufriedenstellend. Doch leider immer noch weit von dem entfernt, was andere Pfeifen so leisten. "Ob ich es vielleicht mal mit Latakia versuchen sollte", dachte ich mir kürzlich. "Nach allem, was die Pfeife schon mitgemacht hat?" Naja, ein Versuch konnte eigentlich nicht schaden; ich hatte die Pfeife im Grunde schon "abgeschrieben".
Gedacht, getan. Inzwischen habe ich die Pfeife zweimal mit BBBestB geraucht und kann es noch gar nicht so richtig glauben: Die Pfeife ist zum ersten (und zweiten) mal nicht heiss geworden, obwohl ich noch nicht einmal besondere Vorsicht walten liess. Beim ersten mal war der Geschmack bereits akzeptabel (im Vergleich zu dem, was ich sonst so von dieser Pfeife gewohnt war), beim zweiten mal schmeckte es sogar gut. Ein wenig zurückhaltender zwar als aus meinen Latakiapfeifen, doch alles andere als flach und hohl, wie bei dieser Pfeife sonst üblich.
Möglicherweise gibt es dafür eine physikalische Erklärung, aber momentan kommt es mir so vor, als ob diese äußerst eigenwillige Pfeife von Anfang an ganz konkrete Vorstellungen davon hatte, welche Art von Tabak aus ihr geraucht werden sollte. ;-)
(13.09.2003)