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Reiseberichte Barcelona Aus Pfeifologischer Sicht

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Reiseberichte: Barcelona aus pfeifologischer Sicht

Jörg Lehmann

Barcelona ist sicher aus pfeifologischer Sicht keine Wallfahrtsstätte, hat aber etwas zu bieten, was das Herz jedes Pfeifenfreundes höher schlagen läßt, den "Pipa Club Barcelona".

Dieser Club, der hier vor Zeiten schon einmal von Lothar Winands beschrieben wurde, ist wirklich eine prächtige Einrichtung. Der Club befindet sich an der Placa Reial Nr. 3 in unmittelbarer Nachbarschaft der bekannten Rambles in einem ehrwürdigen Eckgebäude mit dem morbiden Charme eines alten Stadtpalastes. Auf einer ganzen Etage findet man zahlreiche, sehr verwinkelte Räume mit schönem, alten Interieur, einem Pub sowie einem kleinen Saal mit Bühne, in dem auch die monatlichen Fumadas (Rauchwettbewerbe) stattfinden, die einen wichtigen Platz im Clubleben einnehmen. Dazu findet sich ein schön möbliertes Rauchzimmer mir gemütlichen Sesseln und Kamin. Hier kann man, mit Blick auf die Placa, bei einem Pfeifchen die Seele baumeln lassen. In den Fluren kann man stattliche Vitrinen mit historischen Tabakdosen uns thematischen Sammlungen (z.B. Sherlock Holmes) bestaunen, an den Wänden findet man zahlreiche Gemälde und Grafiken mit Bezug zum Thema Pfeife und Tabak.

Der Club hat ca. 200 Mitglieder, wie mir Miquel Marti, der Vize-Präsident berichtete. Der Club ist nicht der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich, allerdings werden Gäste gern empfangen. Man sollte sicherheitshalber aber zuvor seinen Besuch ankündigen.

Für den Pipenfreund ist vielleicht weiterhin interessant, daß die Tabakpreise in Spanien geradezu paradiesisch niedrig sind. Besonders aufgefallen ist mir, daß die Tabake aus der Collector-Serie (z.B. Signature) sehr günstig sind (100 g, 7,95 Euro), Flakes wie Capstan oder St. Bruno kosten um die 3,50 Euro (50 g), dto die Dunhill Tabake. Damit habe ich auch schon die meisten der verfügbaren Tabake genannt.

Der Pfeifenkauf an sich, sofern man nicht gerade auf seine absolute Wunschpfeife trifft, lohnt sich nach meiner Kenntnis preislich nicht. Markenpfeifen kosten ca. 20% mehr als in D.

Bemwerkenswert scheint mir auch, daß es in Barcelona in einigen Gaststätten Probleme mit dem Pfeiferauchen gibt, während, im Gegensatz dazu das Zigaretten- und Zigarrenrauchen allenthalben toleriert wird. Besonders ärgerlich ist mir das aufgestoßen, als ich mit meiner Tochter im Hard-Rock-Cafe war und mir nach dem Essen die Pipe angezündet habe. Nahezu biltzartig wurde ich darauf hingewiesen, daß das Pfeifrauchen verboten sei - während ich vor lauter Zigaretten- und Zigarrenqualm kaum noch die Bildschirme sehen konnte.

06.08.2002

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