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Reiseberichte:
Bulgarien - aus rauchtechnischer Sicht gesehen
Ingo Gebert:
Die Freunde des Tabak, welcher in kleinen. weißen Papierröllchen verkonsumiert wird, werden ihre helle Freude in diesem Land haben. Marken wie West, Camel und Marlboro sind ab 24 Lewa zu haben. Ein Lewa ist gleich eine Mark. Trotz dieser Preise konnte ich der Versuchung widerstehen, zu meinen alten Laster zurückzukehren:-).
Als ich einen Einheimischen nach Pfeiferauchen in Bulgarien fragte, sagte er mir, dass das Pfeiferauchen in Bulgarien nicht weit verbreitet sei, ganz im Gegensatz zum Zigarettenrauchen. Ich befragte bei einem meiner Ausflüge den Reiseleiter zur gleichen Thematik, er sagte: “Wer in Bulgarien Pfeife raucht, ist entweder Seemann oder ein kapitalistischer Snob.“ Die Voraussetzungen für einen pfeifologisch erfolgreichen Urlaub waren also nicht gerade rosig. Ich werde jetzt im einzelnen meine Erkenntnisse nach den Orten, an welchen ich gewesen bin, wiedergeben.
Sonnenstrand
Der war mein Haupturlaubsort, und Tabakwarengeschäfte wie bei uns waren hier nicht vorhanden. Bezüglich der Objekte unserer Begierde habe ich lediglich Pfeifen komplett aus Holz gesehen, von der Sauberkeit der Bohrung ganz zu schweigen. Als Pfeifen in unserem Sinne würde ich diese Gerätschaften garantiert nicht bezeichnen, aber wenn man drei oder vier dieser Geräte an ihren Mundstück fest zusammenfügt, hat man wenigstens ein Massagegerät für den verspannten Rücken, zumindest hat meine BH ein Gerät, was so ähnlich aussieht, und diese „Pfeifen“ hätten wenigstens ein Verwendungszweck:-).
Pfeifentabak war nur spärlich zu bekommen, ich habe in den Supermärkten geschaut, und bei zweien war eine kleine Auswahl von Pfeifentabaken vorhanden. Clan, Captain Blak, Sail, Prince Albert Mild Cherry standen zur Auswahl für den Preis von 10 Lewa, also auch preislich nicht allzu attraktiv. Ich habe von meinen mitgenommen Tabakvorräten gezehrt. Vereinzelt konnte man bei den Zigarettenhändlern, welche oft den Wegesrand säumen, auch einmal verschämt ein Pfeifentabakspäckchen hervorlugen sehen....
Nessebar
In diesem Ort bin ich dann bei einem älteren Herren, der Andenken aus Holz selber herstellt, fündig geworden. In seiner Auslage befand sich eine Bruyereholzpfeife, in die er dann das Porträt von Neptun geschnitzt hatte. Das Mundstück ist aus Acryl, die Pfeife filterlos, und der Zapfen aus Metall. Ich habe die Pfeife in der Zwischenzeit einige Male geraucht, und bin mit ihr eigentlich ganz zufrieden. Der Preis dieser Pfeife betrug 28 Lewa.
Burgas
Auch in Burgas konnte ich auf der Haupteinkaufsstraße kein Fachgeschäft bezüglich Pfeifen und Tabakwaren entdecken. Am Ende der Einkaufsstraße, die dann in eine kleine, parkähnliche Anlage übergeht, befanden sich einige Kioske. Hier gab es vereinzelt wieder Pfeifentabak, und dazwischen habe ich dann auch vereinzelt Pfeifen für 10 – 12 Lewa gesehen. In einen der Kioske konnte man denn auch Vauen oder Stanwell-Aktivkohlefilter bekommen, wenn man sie denn nun braucht.
Varna
Eines vorweg: Das Geschäft, welches gegenüber dem Hotel "Schwarzes Meer" günstig Dunhillpfeifen verkaufen sollte, habe ich nicht gefunden, vielleicht habe ich es ja übersehen oder es hat dicht gemacht. Aber gegenüber dem Hotel gibt es dann ein Einkaufszentrum. Innerhalb dieses Einkaufszentrums gab es ein kleines Geschäft mit einem übersichtlichen Sortiment an Pfeifen. Dort habe ich mir dann meine zweite Pfeife für 25 Lewa erstanden. Für sie gilt das Gleiche wie für die „Neptunpfeife“, hat bloß ohne Schnitzerei.
Goldstrand
Im Rahmen einer meiner Exkursionen hatten wir auch 1,5 Stunden Aufenthalt hier. Ich habe in dieser Zeit den Sonnenstrand per pedes erkundet, und dabei meine Blicke über die Auslagen der Souvenirstände schweifen lassen, siehe da, bei zweien waren einige bulgarische Pfeifen (allesamt Bentformen anstatt der normalen Rundung gab es einen Knick) auf einigen Ständern präsentiert, und zwar in verschiedenen Farben, es gab auch eine Variante mit einem Deckel. Die Pfeifen kosteten 10 bis 14 Lewa. Hier noch eine Anmerkung zu den Preisen: wenn Einer der wenigen pfeifenrauchenden Bulgaren 10 Lewa für eine Pfeife bei einem durchschnittlichen Verdienst von 150 – 200 Lewa (Spitzenkräfte verdienen 400 Lewa) aufwenden muss, so ist dies schon eine kleine Investition für ihn, und dieser für uns geringe Preis muss nicht unbedingt gegen eine gewisse Qualität der Pfeife sprechen.
Bulgarien ist nun weiß Gott kein „Pfeifenmekka“, aber ich habe gesucht und auch zumindest etwas gefunden....
Ingo Gebert:
ich hatte letztes Jahr schon einen Urlaub in Bulgarien gemacht, diesmal verbrachte ich den Urlaub am Sonnenstrand in der Nähe von Varna. Die Erkenntnisse vom letzten Mal wurden bestätigt, s.o.
Es empfiehlt sich also, seine Rauchutensilien und Tabak von zu Hause mitzubringen. Wenn man den Tabak vergessen hat, steht einem ziemliche Lauferei durch die Supermärkte bevor, um mit viel Glück ein Päckchen mit Clan zu ergattern. An den Souvenirständen kann man vereinzelt Pfeifen aus Bruyère ausmachen, der Preis liegt in etwas bei sieben bis acht Euro je Stück. Auch habe ich andere Gerätschaften aus Holz, zum Teil in sehr großen Dimensionen gesehen, die eine entfernte Verwandtschaft mit Pfeifen aufwiesen. Vom Kauf der Bruyerepfeifen habe ich auf Grund meiner letztjährigen Erfahrung verzichtet. Beide Pfeifen hatten nämlich nach nur wenigen Rauchopfern Blasen geschmissen, und deren Spuren waren dann deutlich zu sehen. Ich habe sie dann letztendlich entsorgt. Aber eine Besonderheit habe ich doch noch gefunden, eine Pfeife aus Gips (mit modelliertem Turbankopf) und einem Mundstück aus Holz. Geraucht habe ich diese Pfeife noch nicht, aber sobald ich dieses getan habe, werde ich meine Eindrücke hier posten. Zum Schluss nur noch Eines: Bei einer Busfahrt durch Varna habe ich im Vorbeifahren ein Likör- und Zigarrengeschäft erspäht, wo ein flüchtiger Blick in das Schaufenster geworfen werden konnte. Ich konnte dort ein paar Pfeifen erkennen, vielleicht weiß zufälligerweise einer von Euch ja etwas mehr über dieses Geschäft.
(27.09.2002)