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Reiseberichte Ein Vormittag Bei Vauen

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Reiseberichte: Ein Vormittag bei Vauen

Andy Ruf

Als Neu-Nürnberger war natürlich eine meiner ersten Pflichtveranstaltungen eine Betriebsführung bei Vauen. Am 4.3. war es dann schließlich so weit: um 10 Uhr wurde unsere kleine Gruppe von Alexander Eckert, seines Zeichens Geschäftsführer und in 5. Generation Pfeifenproduzent, empfangen.

Beginn der Führung war das Aussenlager für den Rohstoff: jährlich nahezu 80 000 Bruyerekanteln aus Italien, Griechenland und Spanien werden hier bei gemässigtem Nürnberger Klima von einer Ausgangsfeuchte von ca. 80 % auf unter 15 % getrocknet und weiter in die Produktion verschickt.Nach einem ersten groben Zuschnitt kommen die Kanteln auch gleich mit der einzigen Maschine im gesamten Fertigungsprozess in Berührung, der Kopierfräse und -schleifmaschine. Die restlichen der über 60 Arbeitsgänge werden ausschließlich von Hand von insgesamt 22 Mitarbeitern der Produktion erledigt. Hinzu kommen übrigens noch 14 Angestellte im der Verwaltungsbereich inklusive der Organisation der Filterherstellung. A propos Filter: jährlich werden 150 Millionen Filter hergestellt, davon 99 % mit Aktivkohle und lediglich 1 % Papierfilter.

Lassen wir nun doch ein wenig Zahlen sprechen: der gesamte Jahresumsatz in 2004 betrug 6,5 Millionen Euro, der Ausstoß an Pfeifen lag bei beachtlichen 50 000 Stück. Hiervon entfielen ca. 3 800 auf die Jahrespfeife und auch einige der inzwischen weit über 10 000 "Herr der Ringe"-Pfeifen trugen ihren Teil dazu bei. Insgesamt werden bei Vauen übrigens über 300 verschiedene Modelle aus 40 Grundformen hergestellt. Circa 40 % der Pfeifen erhalten den vielsagenden weißen Punkt. Natürlich werden die Vauenpfeifen nicht nur in Deutschland vertrieben: Neben den Hauptexportländern Österreich, China und Russland verschickt Vauen seine Pfeifen noch in 42 weitere Länder. Die Preisgestaltung verläuft angefangen bei 35 Euro bis hin zu 220 Euro, Handmades werden ab ca. 150 Euro angeboten.

Interssant fand ich bei der Führung neben der offenen Informationspolitik übrigens die Tatsache das Vauen immer noch ausschließlich in Deutschland produziert, heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Gerne hätte ich die Zahlen auch mit anderen deutschen Pfeifenproduzenten verglichen, aber eine Assistenz der Geschäftsleitung teilte mir mit, das betriebsinterne Zahlen wohl kaum fürs Daft-Forum geeignet sind...

(13.03.2005)

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