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Reiseberichte La Palma Tabakgenuss

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Reiseberichte: La Palma und der Tabakgenuss

Ingo Gebert

Was macht man, wenn im November und Dezember 02 die Anzahl der nassen und trüben Tage hoch ist, noch genügend Tage Resturlaub im Kontingent vorhanden sind und das Abstimmen mit den Kollegen gut klappt? Richtig, man fährt in Urlaub, dahin, wo es mit dem Wetter nicht ganz so trübe ausschaut. Bei mir war es in diesem Fall La Palma, (von Mitte bis Ende Januar 03), besseres Wetter, reizvolle Landschaft zum Wandern und Tabakprodukte erwarteten mich.

Am Urlaubsort angekommen, suchte ich nach meiner Ankunft und dem Auspacken den Supermarkt um die Ecke auf, um eine Grundausstattung an Lebensmitteln und Getränken zu besorgen, da ich ohne Verpflegung gebucht hatte. Hierbei konnte ich mir den ersten Eindruck des örtlichen Angebots von Tabakprodukten machen. Zigaretten wurden direkt stangenweise angeboten (u.a. auch Reval und Roth Händle), einheimische Sorten, und auch der Condor-Pfeifentabak in der 5er Packung a jeweils 50g von der Fa. Gallaher konnte erworben werden. Dieser Tabak ist, soweit ich weiß, nicht in Deutschland erhältlich. Ich habe mir später dann von diesem Tabak ein einzelnes Päckchen gekauft, mal sehen, was das für ein Kraut ist. Wenn ein Anhänger der Zigarette sich nicht sicher ist, ob die Stange der Marke, die er eventuell kaufen möchte, überhaupt möchte, so kann er in den Eingangsbereichen von Supermärkten bzw. Bars öfters Zigarettenautomaten finden, wo man sich dann eine Probepackung ziehen kann. Auch in dem Kassenbereich von Supermärkten werden gelegentlich einzelne Packungen zum Kauf angeboten. Ich habe dann auch interessehalber einmal nach dem Preis von Zigarettendrehtabak geschaut, Drum und Van Nelle waren mit 4,70 EUR erstaunlicherweise ziemlich teuer. Nur gut, dass ich seit zwei und ein viertel Jahr von den weißen Rollen weg bin. Ansonsten sei für Zigaretten noch erwähnt, dass sich die Stangen, je nach Sorte, in einer Preismarge von 10.- bis 17.- EUR bewegen.

Doch zurück zum ersten Einkauf: In einem anderen Regal waren sie dann appetitlich aufgebaut, die Zigarren und Zigarillos aus einheimischer Produktion. In 10er, 25er, 50 er-Pack bzw. in Kisten konnten die Nebulos, Monte Palmas usw. erworben werden. Aus der historischen Sicht her war La Palma ein Dreh- und Angelpunkt der spanischen Ein- als auch Auswandererwellen. Vielen Leuten auf den kanarischen Inseln ging es wirtschaftlich nicht so gut, sie wanderten in die Karibik oder nach Südamerika aus, um ihr Glück als Kaufmann oder Landwirt zu versuchen. Diejenigen, die Erfolg hatten, kamen dann später in die alte Heimat zurück, und brachten die Kunst des Zigarrendrehens mit, welche sie dann auch vor Ort praktizierten. Einzelstücke zum Probieren konnten jedoch nicht gekauft werden. So ist es übrigens in allen Supermärkten, die alle ein mehr oder weniger großes Sortiment an Zigarren/Zigarillos haben, es lassen sich keine kleinen Abgabeeinheiten oder Einzelexemplare käuflich an Land ziehen.

Die weiteren Ausführungen tabakologischer und pfeifologischer Art beziehen sich auf die Hauptstadt Santa Cruz de la Palma und Los Cancajos. Im Centro Commercial von Los Cancajos befindet sich ein Bazar, der Tabak, elektrische Güter, Andenkenramsch anbietet, kurzum: ein Gemischtwarenladen. Das Besondere daran ist, hier kann man einzelne Zigarren aus Brena Alta und auch das eine oder andere Päckchen Pfeifentabak erwerben, es waren im Angebot St. Bruno Ready Rubbed, Condor, Captain Sail. Für die ersten Tests ist der Laden ein für alle Mal ausreichend. In Santa Cruz, der Hauptstadt der Insel hat man natürlich einiges mehr an Möglichkeiten auf Tabakjagd und Pfeifensuche zu gehen. Insbesondere die Geschäfte, die Artesania im Namen tragen, haben neben den lokal hergestellten Holzerzeugnissen wie Mörser, Teller, Balkone usw. unter Umständen in einer Vitrine Pfeifen ausgestellt, man muss sich nur etwas umschauen. Es gibt auf La Palma hergestellte Pfeifen aus einer speziellen Buchenart -pipa a brezo- die können neben den weit verbreiteten Medico-Pfeifen eventuell den Besitzer wechseln. Bloß waren die Buchenholzpfeifen, zumindest die ich gesehen habe, nicht so mein Fall. Die Medico-Pfeifen kosteten meistens so in der Preislage von 30 - 35 EUR. Es werden auch 9mm Pfeifen, und natürlich- die dazugehörigen Filter, nein, nein nicht von Vauen, sondern von Medico angeboten. Weiterhin kann man in diesen Geschäften neben einer sehr breiten Anzahl an Zigarren und Zigarillos, welche auch in etwas kleineren Verkaufseinheiten angeboten werden- Pfeifentabak gegen Bezahlung mitnehmen. Das Angebot ist nicht so reichhaltig wie bei uns, ist aber meiner Meinung nach akzeptabel. Dunhills (Nightcap, Early Morning Pipe, Elizabethan Mixture, Royal Yacht, Mixture 965), Erinmore, Jacaranda, Cellini forte, Clan (die schaffen es wohl überall hin), Danish Black Vanilla, Mac Baren Mixture und Viergina No.1, Golden Blend, nur um die Wichtigsten zu nennen, waren im Angebot, aber was das eine Geschäft nicht hat, hat das Andere. Preise: Dunhills 6.- bis 6,50 EUR, Cellini forte 3,85 EUR. Der Pfeifentabak ist also günstiger als bei uns.

Jetzt möchte ich noch ein Geschäft erwähnen, welches mir besonders aufgefallen ist. Artesania San Lupe, die waren von der Auswahl der Pfeifen her mit am vielfältigsten. Drei Filialen gibt es in Santa Cruz: O Daly 48, Avenida Maritima 14 und Perez de Brito 9.Wer in Santa Cruz ist, und Shopping vorhat, sollte dort einmal vorbeischauen. Wer dann noch mehr Zeit übrig hat, sollte sich dann die anderen Artesanias zu Gemüte führen. Zum Abschluss der Ladenbetrachtung möchte ich noch Tabak Vargas auf der Avenida Maritima 54 erwähnen. Er ist für Santa Cruz das, was PH für Köln und Linzbach für Düsseldorf ist, nämlich das führende Tabakgeschäft (bzw. der Vertriebspunkt der Tabakfabrik Vargas). Die Firma Vargas existiert seit 1925, und die Zigarren, die dort hergestellt werden, haben einen erstklassigen Ruf. Auf jeder Packung, die von den Zigarren gekauft werden kann, ist ein Hinweis Intertabak Dortmund 2001 Pipe & Cigar bezüglich der ehemaligen Zigarre des Jahres vorhanden. Marketing muss halt sein. Von Vargas gibt es die Zigarren in den gängigsten Formaten: Coronas, Panatelas, Churchill, Robustos, Cremas. Einige Formate werden im Fünfer-Pack angeboten, gut zum Probieren, ansonsten sind 25er-Zellophan Verpackungen oder auch Kisten die Regel. Diese Zigarren werden auch z.T. in den Artesanias angeboten. Vor allen Dingen werden diese Zigarren alle von Hand gefertigt, und dies zu einem Stückpreis von 1,25 EUR bis 3,00 EUR. Bei uns kosten Zigarren dieser Qualität ein Mehrfaches. Was einem schmeckt, einfach testen, das ist wie bei jedem Pfeifentabak, jede Zunge (und Nase) ist halt etwas anders. Noch eine Besonderheit sei erwähnt: Bei Vargas kann man sich die Bauchbinden von Zigarren nach eigenen Wünschen gestalten lassen, z. B. mit dem eigenem Namen, oder zur Hochzeit von Freunden. Dieser Service kann auch (neben den Zigarren natürlich) von Deutschland aus elektronisch geordert werden. Wer Interesse hat, der kann sich bei mir gerne melden, dem teile ich dann die Email-Adresse von Vargas mit. Ansonsten hat Vargas noch einen Schrank mit Peterson-Pfeifen zur Auswahl, Weiterhin werden noch diverse Accessoires für den Zigarrenfreund angeboten.

Das Straßenbild von La Palma ist natürlich von Zigarrenrauchern geprägt, ob zu Fuß, im Cafe, nach dem Essen im Restaurant, oder im Auto, viele Herren der Schöpfung laufen mit einem Bolzen im Mund oder in der Hand durch die Gegend. Aber immerhin habe ich vier Pfeifenraucher gesehen (drei Einheimische, ein Touri), ist doch auch schon etwas, oder?

Aber auch ansonsten ist La Palma, gerade bei unserem mäßigen Winterwetter, eine angenehme Abwechslung zu den grauen Tagen.

(03.02.2003)

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