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Reiseberichte:
Bericht aus Las Vegas (Freddy Vegas Smoke Shop)
Karl-Heinz Krebs
Wie schon bei meiner ersten Reise in die USA, bin ich auch diesmal auf viel Widersprüchliches in Sachen Rauchen gestoßen. Gab es im vorigen Jahr noch Hotels mit in Nichtraucher und Raucher geteilte Lobbys, diesen Luxus habe ich diesmal nicht vorgefunden. In den Casinos von Las Vegas wird dagegen gequalmt, was das Zeug hält. Selbst im "Circus Circus", welches einen Kuppelbau mit vielerlei Belustigungen für Kinder hat, tut man sich keinen Zwang an. Auch in der Warteschlange zum all you can eat-Buffet dieses Hotels wurde geraucht. "Amerika ist noch nicht verloren", so entfuhr es einem Touristen, welcher sicher zu den rauchenden Hardlinern gehörte.
Im Gegensatz dazu, in Kneipen, in denen Kinder nun wirklich nichts zu suchen haben, darf man wohl am Tresen rauchen, aber zwei Meter hin am Tisch nicht mehr. Das verstehe wer will. Geschäfte, in denen man Pfeifentabak und Pfeifen bekommt, sind rar. Der in vielen Supermärkten angebotene Pfeifentabak beschränkt sich auf wenige Sorten, Half and Half, Borkum Riff und Großpackungen mit der Aufschrift Vanilla bzw. Whisky. Auch kleine Alltagspfeifen zwischen $ 12 und $ 19 sowie Maiskolbenpfeifen für $ 7,65 habe ich gesehen.
Zigarren gibt es überall, selbst an Ständen, teure Stücke für $ 20 und mehr, die da so einfach in der Sonne liegen und nicht im Humidor.
Nur ein paar Meter über die Grenze nach Mexiko, da gibt es echte Kubanische Zigarren, in Massen. Der kleinste Straßenverkäufer führt sie, genau wie Unmengen Rolex-Uhren. Ich bin nicht zielgerichtet zu Pfeifengeschäften gegangen, obwohl ich z.B. in San Francisco zwei Adressen hatte. So weit reicht dann die Toleranz meiner Frau doch nicht, hätte ich die kurze Zeit in diesen Geschäften verbracht.
Einiges habe ich am "Weg" gefunden. So einen Laden am Fishermans Wharf, der über dem Eingang mit einer originellen Werbung lockte (siehe Bild). Drinnen gab's zwei Kartons mit bjarne pipes. Alle Stücke waren aus der mittleren Preisklasse, ab $ 200 aufwärts. Pfeifentabak war nicht im Angebot. Auf meine Frage, wo ich denn welchen bekomme, erntete ich Schulterzucken. Gut, dass ich einen Vorrat Lutz No. 1 mithatte.
Auf der Straße zu rauchen, ist ein Spaß, schaut man dabei in die Gesichter der Passanten. Bei manchem hatte ich den Eindruck, sie sehen den ersten Pfeifenraucher in freier Wildbahn.
Am 15. Mai war es dann soweit. Mit Stadtplan ging es auf die Suche nach Freddy Vegas Smoke Shop. Erst einmal fuhren wir daran vorbei, wir haben den Wald vor Bäumen nicht gesehen, die vielen Werbetafeln am Straßenrand sind doch gewöhnungsbedürftig. Aber dann standen wir davor und, oh Wunder, wir bekamen sogar einen gebührenfreien Parkplatz. Schon beim Betreten stieg uns der Duft in die Nase, den alle guten Tabakgeschäfte verbreiten, durchatmen, hier sind wir richtig.
Die Begrüßung war herzlich und unkompliziert. Meine Frau wurde sogleich von einem Kampfhund abgeschleckt, er ist der Wächter von Freddys Schätzen. Ich bin sicher, wie im Fernsehen hat er auch eine Doppelläufige unter dem Tresen ;-). Wie bei Kärnbachs gab es erst einmal Kaffee, dann hatte ich Zeit, den Laden zu begutachten. Meine Frau überreichte die Mitbringsel, und so war auch Freddy erst einmal beschäftigt.
Hinter dem Kassentresen viele Tabakdosen, fein geordnet in Regalen. Links daneben eine gemütliche Sitzecke mit Kanapee und Sesseln, über denen an der Wand ein schöner Sattel angebracht ist. Ein langer Glastresen nimmt die Längsseite des Raumes ein, angefüllt mit vielen Pfeifen. Dahinter sind rechts die Tür zu einer kleinen Werkstatt und links eine große Glastür zum begehbaren Humidor.
Ich konnte mir nicht alle Pfeifen merken, aber die Vielfalt des Sortiments hat überzeugt. Aufgefallen sind mir Pfeifen von db Berlin. Freddy erklärte mir, man würde die Silberarbeiten schätzen. Zwischendurch musste Freddy öfter Kundschaft bedienen. So brachte ein Kunde einen Pappkarton mit 20 Pfeifen zur Aufarbeitung.
Es gingen sehr viele Zigarren über den Ladentisch. In der Regel verschiedene Marken und Größen. Das "Bündel" wurde einfach in die Brusttasche des Hemdes gesteckt. Ich hatte den Eindruck, man geht sehr unkompliziert mit den teuren Stücken um.
Dann zeigte mir Freddy drei außergewöhnlich schöne Pfeifen. Es waren Teddy Knudsen, alle mit "Teddy" gestempelt. Die größte (Freddy hält sie auf dem Bild in den Händen) war eine makellose Straight Grain mit Einlegearbeiten unten am Pfeifenkopf. Nach dem Preis habe ich lieber nicht gefragt.
An der linken Seite des Geschäftes befindet sich ein großes Regal mit verschiedenen Tabaken. Hier wird abgewogen, verpackt und vakuumverschweißt. Wenn ich Freddy richtig verstanden habe, sind einige Rezepturen von seinem Großvater.
In einer Ecke findet man ein Regal mit Rohtabaken. Freddy zeigte auf ein Glas, hätte nicht Latakia darauf gestanden, so wie er es aussprach, ich habe es nicht verstanden.
Jedenfalls war es für mich sehr interessant, die einzelnen Rohtabake zu riechen. Unsere Pfeifen rauchend, haben wir dann noch über dies und das geredet. Ich hatte meine Kallenberg 2000 unter Dampf gesetzt, Freddy war von der Pfeife sehr angetan. Von Kallenberg hatte er aber noch nichts gehört.
Und wie das so ist, auch die schönsten Stunden gehen zu Ende. Es war ein wirklich schöner Vormittag, urgemütlich, ein Kontrast zum sonst so grellen, lauten und künstlichen Las Vegas.
San Francisco, Fischermans Wharf
in diesem Laden gab es die Bjarne Pfeifen, Tabak nicht.
vor FreddyVegas Shop
im Shop
Wächter über die Schätze
Tins
die Tabakbar
Freddy verpackt meinen Tabak
Rohtabake
die Teddy's
Gruppenbild mit Pfeife
Tijuana, Mexico: Kubanische Zigarren in Massen, fast so echt wie die Rolex Uhren ;-)
Los Angeles, Hollywood Boulevard: Ben hatte zu