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Reiseberichte Pipa Club Barcelona I

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Reiseberichte: Pipa Club Barcelona

Lothar Winands

Seit der Olympiade 1992 wurde Barcelona zu einer der meistbesuchten Städte in Europa. Das Stadtbild hat sich in einem ausserordentlichen Masse verändert. Der Wechsel von der Diktatur zur Demokratie und der Beitritt zum gemeinsamen Markt bescherte Spanien und vor allem Katalunien einen starken Aufschwung. In diesem Landesteil Spaniens leben 6,5 Millionen Menschen wovon sich 4 Millionen auf den Grossraum Barcelona konzentrieren. Lebensfreude, Fleiss und Nationalgefühl prägt den Katalanen und aus dieser Mischung schufen die berühmtesten Künstler dieses Jahrhunderts hier Ihre berühmten Werke. Die Stadt ist voller Museen, Monumenten und Hommagen von den Grossen dieses Jahrhunderts. Architektuerstudenten aus der ganzen Welt haben Barcelona wegen der berühmten Gebäude von Antonio Gaudi und den galaktischen Ausmassen der Olympia - Bauten auf Ihrem Ausbildungsplan.

Die Bars im Stadtteil Ribera wo P. Picasso, J. Ponc, A. Tàpies, J. Miro und die Gruppe Dau al Set verkehrten sehen heute noch genau so aus wie in der Belle Epoque. Genau hier wurde im Jahre 1980 auch der Pipa Club gegründet. Berühmte Persönlichkeiten, darunter Künstler, Schriftsteller und Architekten empfanden am Abend die umliegenden Bars zu voll um ein gemütliches Pfeifchen zu schmoken und kamen auf die Idee, ähnlich einem Englischen Club, eine Einrichtung hierfür in Barcelona zu gründen. Am Placa Real 5 wurde das ehemalige Mal - Atelier des berühmten “Pere Pruna” von der Comptessa de Aragon angemietet und gesponsert unter anderem von der schwedischen Tabakfirma Borkum Riff, mit allem was einen Club auszeichnet, eingerichtet.
Der Präsident, der alle drei Jahr neu gewählt oder bestätigt wird ist schon seit vielen Jahren Vicens Lozano. Die Restauration und der Barbetrieb wird in zwei Schichten von einem externen Unternehmen betrieben. Von 16 Uhr am Nachmittag an treffen sich bis 22 Uhr nur Mitglieder mit Ihren Rauchgeräten bewaffnet in den Räumen des Pipa Club. In einem speziellen Raum stehen den Members verschlossene private Wandschränke zur Verfügung wo Tabakgläser, Rauchutensilien usw. deponiert werden können. Ab 22 Uhr ist der Club mit anderem Preisniveau auch für Nichtmitglieder zugänglich. Geöffnet ist täglich ausser Sonntag von 16 Uhr bis 4 Uhr früh und bei Betrieb am Wochenende noch länger.
Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 1500 Pts. ( ca. 18.- Mark) Dafür erhält der Socis, wie Mitglied auf Katalanisch heisst, alle Vergünstigungen wie preiswerte Barpreise, freier Eintritt zu den Veranstaltungen, Ermässigung mit seiner Mitgliedskarte beim grössten Pfeifenhändler in Barcelona “Gimeno” von 25 % auf alle Marken und die freie Benutzung aller Einrichtungen, Spielgeräte usw. des Clubs. Die Jahrespfeife kostet dann keine 8000 Pts, sondern nur 6000.- und der echt silberne Pin zum Jubiläum des Clubs im Jahr 2000 nur 2500 Pts. anstatt 4000 pts. für Nichtmitglieder. Ein kleiner Nebenraum in dem Clublokal ist mit allen Geräten, Schleif- und Polierscheiben einschliesslich Caruba - Wachs und Stahlwolle für die Mundstücke ausgerüstet. In den Wochen meines letzten Aufenthaltes habe ich nahezu meine ganze Pfeifen - Sammlung dort aufpoliert und gereinigt.
Der Club hat 350 Mitglieder und unzählige Besucher jedes Jahr aus aller Welt. Die Homepage www.bpipaclub.com wird im Monat bis zu 10 000 mal besucht. Die Mitglieder sind ebenfalls aus vielen Ländern. So gibt es neben mir noch andere Deutsche, Holländer, Engländer, Franzosen und aus den Lateinamerikanischen Ländern. Der News-Letter des Pipa Club ist von 880 Tabakfreunden aus allen “Latino - Ländern” abonniert. Das Themenspektrum ist identisch mit DAFT. Hier wird auch über das Rauchen mit diversen Techniken, das Reinigen, Tabak und die möglichen Geschäfte rund um die Welt des Tabaks und der Pfeife diskutiert.
Neben dem Pipa Club Barcelona gibt es den Pipa Club Madrid, Zaragossa, Valencia und Mallorca. Die Mitglieder dieser Clubs treffen sich zu vereinbarten Veranstaltungen, Langsamrauchwettbewerben usw. Im Juni findet solch ein Treffen in Mallorca statt.

Kernstück des Clubs ist die “Sherlok Holmes Bar”. Ausgestattet mit allen gängigen Whiskysorten, Portwein, Sherry´s aus Jerez läuft dort auch “Fürstenberg Pils” aus dem Fass. Die Preise sind für Mitglieder sehr sozial. Ein Krug mit 0,3 ltr. DM 1,70, doppelter Whisky DM 3,-.
Dann der Borkum Riff Salon, der von dieser schwedischen Firma eingerichtet wurde mit offenem Kamin und Clubsesseln. Weiter kommt der Besucher in einen Raum mit Pool Billard. Hier ist auch in Schränken die Tin Sammlung des Clubs untergebracht. In einer Vitrine wird dem Besucher eine bemerkenswerte Antik-Pfeifensammlung präsentiert.
Den Speiseraum schmücken zwei wertvolle Gemälde der Kunstmaler Pere Pruna, und Xavier Cugat. Letzterer war während seines Lebens ein berühmter Playboy und Lebemann, er wohnte in einer Suite im Hotel Ritz und war auch Mitglied im Pipa Club von Barcelona. Das Gemälde hat er derzeit für den Club gefertigt und gestiftet. Ein weiterer berühmter Zeitgenosse zählt zu den Mitgliedern. Der Schriftsteller “ Arturo Perez Rivester” hat in einem seiner Werke viel über die Menschen, Mitglieder und das Leben im Pipa Club niedergeschrieben. Im Ballsaal ist eine Bühne für Theater, Jazzveranstaltungen, Dichterlesungen usw. vorhanden. Hier finden dann auch unter anderem Argentinische Tango Abende statt. Aber auch Standard -Tanzunterricht wird hier abgehalten. Die Wände sind dort als Galeriewände gestaltet und werden für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst verwendet. Die Jazzveranstaltungen sind beliebt und sehr stark besucht. 500 und mehr Besucher sind je nach Band die Regel. So mussten hierfür externe Räume aus feuerpolizeilichen Gründen angemietet werden. Dies ist seit neuestem direkt um die Ecke hinter dem Placa Real. Los ist immer etwas im Pipa Club von Barcelona, so waren im Mai unter anderem nachfolgende Veranstaltungen:

  • Tischfussball - Wettbewerbe
  • Tango Schule durchgeführt von Carme Caparros
  • Jazz Konzerte
  • Weinprobe eines Winzers aus dem Pénedes
  • Bierprobe mit Steve Huxley der Privatbrauerei von Barcelona
  • Langsamrauchwettbewerb gesponsert von Savinelli
  • Spezielle Restauration aus Peru, da der Club auch über eine Küche verfügt.
  • Fahrrad-Stadt Corso, gesponsert vom Kaufhaus “Corte Ingles”
  • Bridge Turnier
  • Dart Turnier
  • Billard Turnier
  • Schach Turnier
  • Literatur-Vorstellung durch den Autor Andreu Martin ( Perque Escric )
  • Havanna und Brasil Zigarren Proberauchen

Beworben werden die Veranstaltungen durch einen monatlichen News-Letter und durch die Tageszeitungen. Der Club ist selbsttragend, Gewinne werden wieder in den Club investiert.

Es ist einerseits die Lage des Etablissements, direkt an der Rambla, dann die Veranstaltungen und die Pfeifenfreaks, was mich in den letzten Monaten immer bewog in den Pipa Club zu gehen. Auch ist die Athmosphäre ähnlich wie bei DAFT gemütlich und herzlich. Thema ist immer wieder die Tabaklandschaft. Spanien ist hier noch ein Entwicklungsland was die Vielfalt der Sorten anbetrifft. Im letzten Jahr wurde es aber ein wenig besser. Der Pipa Club und der Zuzug vieler ausländischer Arbeitskräfte aus Europa ergibt eine stärkere Nachfrage in einem Land wo die Puros (Zigarren) beim Herrn anteilig überwiegen. Hier ist der Grund auch in der traditionellen Verbindung zu den lateinamerikanischen Ländern zu finden.

Vicenc Lozano und seine Frau, die das Büro des Clubs leitet grüssen alle Daftler und waren auch schon auf unserer Homepage. Klar, jeder Daftler der nach Barcelona kommt ist dort im Pipa Club willkommen. Seit ich Mitglied geworden bin, haben meine mitgebrachten Gäste auch den Preisvorteil eines Mitgliedes. Die Homepage des Pipa Clubs hat auch eine Auflistung aller Pfeifengeschäfte in Spanien. Hier wurde über einen langen Zeitraum recherchiert.

Pipa Club Barcelona am Placa Real

Demo Vitrine von Fa.Breuken/Madrid

Türschild der Sherlok Holmes Bar

Der Verfasser an der Sherlok Holmes Bar

Bedienung Rosa im Borkum Riff Salon

Diningroom mit den edlen Gemälden

Ölgemälde, gesp. von Alfred Dunhill

Tuschezeichnung von Cuxart

Mitglieder beim Tanztraining im Ballsaal

Pfeifensammlung

Pfeifenwerkstatt

Schränke der Mitglieder

Tin Sammlung

Rosa, die gute Seele des Clubs

Gimeno (außen)

Gimeno (innen)

Miquel und Jörg

Clubpfeife 2000

Clubpfeife 2001

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