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Schnupftabak: Schnupftabak und Geruchssinn
Kevin Logan
Da ich in letzter Zeit häufiger Schnupftabaksorten in Form von Reviews beschrieben habe, habe ich ein wenig Nachforschung über den Geruchssinn betrieben. Mir fehlte ein 'Gerüst', um Gerüche erfolgreich zu identifizieren - was liegt dann näher, als selber eins zu basteln?
Die nachfolgenden Grundgerüche und Beispiele wurden i. d. R. bestehenden "Geruchssystemen" entnommen, oder der Weinsensorik entliehen. Manche Beispiele, die ich in Bezug auf den Schnupftabak selber für relevant hielt, sind von mir. Gerüche, die im Schnupftabak nichts zu suchen haben (wie Verwesung, Käse oder Zwiebel), werden hier nicht berücksichtigt. Ich hoffe, daß die Kategorien nützlich sein werden, um Schnupftabak besser einzuordnen, und auch daß sie u. U. auch zu Diskussionen anregen (ich erhebe ganz bestimmt nicht den Anspruch, Nase der Nation zu sein!).
Grundgerüche (über die Riechschleimhäute aufgenommen):
- ätherisch, fruchtig (Apfel, Aprikose, Zitrus, schwarze Johannisbeere, alkoholische Getränke)
- aromatisch, würzig (Anis, Minze, Thymian, Zimt, Pfeffer, Kampfer) duftig, blumig (Blumen, Vanille, Honig)
- Moschusgerüche (Patschouli, Moschus, Sandelholz)
- empyreumatisch (Malz, Karamel, Teer, Toast, Kaffee, Tabak, Rauch, schwarze Reifen)
- tierisch (Leder, Stallgeruch)
- holzig, balsamisch, harzig (Kiefer, Eukalyptus, Zeder)
Es gibt einen zweiten Rezeptor in der Nase, der Trigeminalnerv. Beim Schnupfen ist er verantwortlich für Empfindungen wie:
kalt, prickelnd, brennend (Menthol, Chilischote)
Menthol wirkt in kleinen Mengen kühl, in höheren Konzentrationen brennend.
Vielleicht kann man (wie ich) den einen oder anderen Schnupftabaksorte unter diesen Eigenschaften wiedererkennen. Aber Spaß macht’s allemal, auch wenn der 'Aha-Effekt' ausbleibt.
Jegliche sensorische oder anatomische Wissenslücken seien mir bitte an dieser Stelle verziehen, für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.
(19.03.2004)