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Schnupftabak Schnupftabakfabrik Doms

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Schnupftabak: Die Schnupftabakfabrik Joseph Doms

Jan Hauck

Über die Schnupftabakfabrik Joseph Doms ist nicht viel bekannt. Gegründet wurde der Familienbetrieb im Jahre 1811 im oberschlesischen Ratibor. Nur gelegentliche Schlaglichter markieren die Geschichte der Fabrik und der Familie. So weist das "Topographische Handbuch von Oberschlesien" von Felix Triest, erschienen 1864/65, aus, daß in der alten Psinnamühle der Gebrüder Doms 16 Leute beschäftigt waren. Die Psinna ist ein Fluß bei Ratibor, so daß anzunehmen ist, die Domsfamilie sei ursprünglich noch vor Gründung der Schnupftabakfabrik dem Müllerhandwerk nachgegangen. Weiterhin ist dem Handbuch zu entnehmen, daß die Doms zur Herstellung des Schnupftabaks 15 Angestellte hatten. Fragwürdig ist allerdings Triests Datierung, denn er behauptet, die Firma bestünde seit 1832. Die Beschriftung der Schnupftabakdosen bzw. Steingutflaschen führt jedoch eindeutig das Gründungsjahr 1811 auf. Andere Chroniken vermelden 1815, aber wie erwähnt wurden Domsprodukte eindeutig beschriftet.

Überdies kann nachgelesen werden, daß man für die Herstellung des Tabaks eine in Ratibor vorhandene amerikanische Wassermühle benutzte, sowie ein eigenes Fabrikgebäude zu diesem Zweck. Die Menge des hergestellten Schnupftabaks beziffert sich auf jährlich 3000 Zentner mit einem Gegenwert von damals 40.000 Talern. Ein verlässlicher Umrechnungskurs ist mir leider nicht geläufig. Zum Vergleich allerdings sei erwähnt, daß die Joseph Doms im Jahre 1820 die Wassermühle eines Johann Poldenik aus Oberradoschau gekauft hat, und zwar für 400 Taler. Im selben Jahr übrigens legte Doms den Leoschacht zur Kohleförderung an. Im Jahre 1928, wird berichtet, soll es einen großen Brand in der Mühle gegeben haben, über dessen Auswirkungen auf die Firma allerdings nichts zu recherchieren ist. Am 08.10.1868 wurde, nebenbei angemerkt, Wilhelm Doms in Ratibor geboren, der bis zu seinem Tod im Jahre 1957 als Maler und Karikaturist in Erscheinung getreten ist.

Einhundert Jahre nach ihrer Gründung muß die Firma immer noch existiert haben, denn es ist überliefert, daß Herbert Doms, der spätere Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie in Münster, noch 1908/09 eine kaufmännische Ausbildung im väterlichen Betrieb gemacht hat. Allem Anschein nach ist die Firma am Ende des zweiten Weltkrieges verschwunden, als Schlesien zu einem offiziellen Teil Polens wurde, und Ratibor vom Krieg ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist, denn es existieren auch Rechnungen der Doms Fabrik über Posten von Kautabak und Schnupftabak, die auf 1944 datieren. Danach reißt die Chronik der Schnupftabakfabrik Doms ab.

Bemerkenswert ist jedenfalls, daß praktisch nichts von der offensichtlich lange Jahre existenten Firma bis heute geblieben zu sein scheint. Nur der immer noch erhältliche Doms Snuff Edelprise Extra mit Anisgeschmack erinnert an sie.

Interessant allerdings wäre ein Artikel gewesen, der sich mit Joseph Doms und seiner Familie befasst. Leider war er mir nicht zugänglich. Wer nach ihm suchen mag, dem sei der Literaturhinweis gegeben: A. Perlick, Joseph Doms aus Ratibor und seine Nachkommen. Ein Beitrag zur oberschlesischen Wirtschafts-, Industrie- und Familiengeschichte: ArchschlesKG 13 (1955), 295-306.

(25.01.2003)

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