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Zigarren / Zigaretten: Zigarretten vermeiden

Martin Farrent

Kleine Pfeifen

Eine förmliche Wundertaktik im Kampf gegen die Zigarette ist der Besitz einer ausreichenden Anzahl von Pfeifen mit kleinem Füllvolumen. Idealerweise sollte ein nikotinabhängiger Raucher hiervon mindestens zwei pro Wochentag sein eigen nennen, damit sie wie alle anderen Stücke mehrtägige Ruhepausen zwischen den Einsätzen genießen können.

Er beugt hiermit dem Griff zur Zigarette in Situationen vor, die dem weniger süchtigen "Nur-Pfeifenraucher" selten ein so großes Entzugsproblem bereiten: morgens direkt nach dem Frühstück, in den Rauchpausen bei Besprechungen, bei Aperitif und Kartenstudium im Restaurant, dortselbst auch nach dem Essen, wenn die Tischgenossen nicht unbedingt zwei Stunden auf das Ende des Rauchopfers warten wollen.

Wichtig ist, dass die hierfür vorgesehenen Pfeifen auch wirklich so klein sind, dass sie sich in 20 bis 30 Minuten aufrauchen lassen. Entsprechende Modelle gibt es unter anderem von Peterson, Stanwell und natürlich auch Dunhill. Letztere - die Kopfgrößen 1 und 2 - scheinen nicht nur sündhaft teuer, sondern sehen auch nicht unbedingt solide und vertrauenserweckend aus. Dennoch: Nach meiner Erfahrung bieten sie die Spitze des kurzen Pfeifengenusses.

Gleichwohl sollten gerade unter den kleinen Pfeifen auch solche sein, die man notfalls auch ein bisschen schlechter behandeln mag, als es die allgemein zitierten Regeln vorschreiben. Das geschieht beispielsweise dann, wenn man sie nach verspätetem Aufstehen im Nieselregen auf dem Weg zur Bushaltestelle zu Ende qualmt. Oder die Rauchpause fällt kürzer aus als erwartet, so dass die Füllung bis zur nächsten Unterbrechung im Pfeifenkopf ruht.

Und sehr große!

Eine große Gefahr bildet die Zechrunde in der Kneipe, wo die Skrupelschwelle schnell in die Höhe getrunken und dann "eben mal" zwischen zwei Pfeifen eine Zichte geschnorrt wird. Dagegen hilft nach meiner Erfahrung der Besitz sehr großer Pfeifen, die eine solche Lücke seltener aufkommen lassen und zudem eine richtige Nikotinsättigung bewirken.

Naturbelassene Tabake

Ein weiteres Problem des süchtigen Pfeifenrauchers ist die Akzeptanz seiner Tabake durch die Umwelt, beispielsweise in oben geschilderter Restaurantsituation. Während es demjenigen, der sein Leben lang nur Pfeife oder Zigarre gepafft hat, meist nicht schwer fällt, auf den Zeitpunkt zu warten, wo er sich mit seiner Lieblingsmischung den Kritikern entziehen kann, gelingt es dem ehemaligen Zigarettenraucher meist nicht sehr gut, die Befriedigung seines Verlangens zu verschieben. Hier helfen naturbelassene Virginiatabake sehr; denn sie erzeugen im Schnitt den geringsten Widerstand bei den Mitmenschen. Nicht nur Latakia, auch allzu süße Aromatabake haben nämlich in der Umwelt ihre ausgesprochenen Gegner. Da hilft es auch nicht, dass viele Nichtraucher bekunden, am ehesten noch Pfeifenqualm ertragen zu können. Eine unausgsprochene gesellschaftliche Regel lautet nämlich genau anders herum: Man verzeiht häufiger die kurze Zigarette als die noch so wohlriechende aber dampfreichere Pfeife. Diesen Widerstand gilt es zu minimieren.

Ferner ist darauf zu achten, dass die Nikotinzufuhr auch ausreicht. Das kann auf zweierlei Weise geschehen: Durch einen diesbezüglich ausreichend starken Tabak sowie durch gelegentliche Lungenzüge - jawohl! Dass sie schädlich, übelschmeckend und abzulehnen sind, streitet ja keiner ab. Dennoch: Es gibt genügend Pfeifenraucher die sich hin- und wieder einen tiefen Zug durchgehen lassen. Wer dazu gehört, sollte darauf achten, dass sein Tabak dies ohne allzu große Qualen zuläßt. Auch hier kommen naturbelassene am ehesten in Frage.

Rechtzeitig eindecken!

Dieser Rat erscheint selbstverständlich, doch das Hirn des Zigarettenrauchers ist meisterlich darin, sich selbst auszutricksen. Nachts um Drei geht also der Tabak- oder Zigarrenvorrat "unerwartet" zu Ende, und es bleibt natürlich nur der Gang zum Automaten an der Ecke, wo es leider, leider nur Kippen gibt. Vermeiden! Pfundweise Pfeifentabak einlagern!

Mach' dir 'nen Hobby draus!

Und zwar aus den Pausen zwischen den Pfeifen. Während es vielen Zigarettenrauchern um die Aufrechterhaltung eines bestimmten Nikotinpegels geht, sind Zigarren- und Pfeifenfreunde meist an einem weit stärkeren Auf- und Ab dieses Spiegels gewohnt. Ja, sie genießen sogar beide Zustände - der relativen Nikotinlosigkeit und -sättigung - gerade wegen ihrer Unterschiedlichkeit. Das kann auch ein umgestiegener Zigarettenraucher lernen, indem er diese Unterschiedlichkeit bewusst und als positive Erscheinung wahrnimmt. Es macht Spaß festzustellen, dass die Pausen zwischen den Dosen immer länger werden können und eines Tages sogar der Besuch einer Wagner-Oper wieder möglich wäre (würde man Wagner nur mögen!).

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