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Zubehoer Chinesische Snuffbottles

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Zubehör: Chinesische Snuffbottles

Jan Hauck

Etwa seit dem 17.Jahrhundert ist es bekannt, daß Chinesen gern ihren Schnupftabak in sogenannten Snuffbottles aufbewahrten. Das betrifft die Qing-Dynastie (1644-1911). Ähnlich wie in Europa die Tabatieren des 18. Jahrhunderts waren auch die Snuffbottles Ziel künstlerischer Ausführung. So überrascht es nicht, daß sie auch bald Mittel zu Bestechung oder Belohnung wurden. Der Höhepunkt der Herstellung wurde etwa im 19.Jahrhundert erreicht, bevor kurz darauf der ganze Komplex durch die Zigarette verdrängt wurde. Gesellschaftsfähig und beliebt wurde das Tabak schnupfen unter Kaiser Kangxi (1662-1722). Darüber wurde bald die reine Funktionalität der Snuffbottle abgelöst durch einen künstlerischen Anspruch. Eigens zu ihrer Herstellung existierten Manufakturen, die neben Snuffbottles auch andere kaiserliche Kunstgegenstände herstellten.

Hauptsächlich waren die Snuffbottles als senkrecht stehende Fläschchen geformt, es gab aber auch waagerecht ausgerichtete Formen, etwa die Darstellung eines Tieres. Die Anatomie einer solchen Flasche folgt der des Menschen, man bezeichnet die Teile als Lippe, Hals, Schulter oder Fuß. Der Verschluss einer Flasche enthält neben Kork noch ein integriertes Löffelchen. Darüber hinaus gab es vielfach zu jeder Flasche ein kleines Schälchen (Snuff Dishes) im gleichen Design, um Klümpchen darauf zu zerstoßen. Weiteres Zubehör bestand aus einer Art Schemel, auf den man die Snuffbottle stellen konnte, als wäre es ein Miniaturmöbel. Auch Kästchen zur Aufbewahrung der Flasche gab es, die mitunter mit Brokat und exotischem Holz ausgekleidet waren. Die Symbolik der Gestaltung bezieht sich oft auf Glück, langes Leben Gesundheit oder ähnliche Dinge. Auch Mythen oder Geschichten werden in Szenen auf den Fläschchen gezeigt, hauptsächlich in Gelb, weil dies die Symbolfarbe der kaiserlichen Familie war. An Materialien wurden derart viele verschiedene verwendet, so daß es mehr Raum beanspruchen würde, dies zu besprechen, als hier üblicherweise vorhanden ist. Zumindest exemplarisch sei Jade genannt, Porzellan, Quarze und Minerale, Halbedelsteine, Elfenbein, Metalle und Keramiken. Bemalt wurde im übrigen nicht nur die Außenseite, sondern auch von innen sind Bilder aufgetragen mittels eines stark gebogenen Bambuspinsels.

Von der Schönheit der Snuffbottles kann man sich nicht nur direkt überzeugen, sondern auch in der chinesischen Malerei.

(zusammen gefasst anhand des Ausstellungskatalogs "Snuff Bottles aus China - Sammlung J&J", Frankfurt/Main, 1996)

(27.11.2003)

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