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Zubehör: Die Pfeifenhalteleiste
Marcus Jacob
Wer an diesem Wochenende in Cuxhaven war, konnte dort die Pfeifenschränke von Stephan Schmidt bewundern. Stephan betreibt schon seit Jahren in Süddeutschland eine Möbeltischlerei, in der exklusive Einzelstücke nach Kundenwunsch angefertigt werden.
Mit dem Thema Pfeifenschrank hat sich Stephan im Rahmen seiner Abschlußarbeit an der Akademie für Gestaltung in Ulm auseinandergesetzt. Ziel war es, nicht einfach irgendeinen, sondern "den perfekten" Schrank zu entwerfen und zu bauen.
Herausgekommen ist, neben dem handwerklich herausragenden Gesamtergebnis, vor allem ein einfaches und überzeugendes Halteprinzip. Die Pfeifen werden am Mundstück schonend und beschädigungsfrei zwischen zwei beweglich gelagerten Backen gehalten und so dem Betrachter von der Seite präsentiert. Zwar ist das eine recht raumgreifende Anordnung, aber sie zeigt die Pfeifen von ihrer schönsten Seite, statt wie herkömmlich die nicht gerade einladende Brennkammer in den Vordergrund zu rücken.
In der Haltevorrichtung findet fast jede Pfeifengröße und Mundstücksform ihren sicheren Halt. Ich besitze selber eine solche Leiste seit mehreren Monaten und bin von Funktion und Aussehen restlos überzeugt.
Natürlich kann man eine Kopie des kompletten Schranks aus der Abschlußarbeit käuflich erwerben, aber Größe, Verarbeitung und Material schlagen sich in einem Preis von 2200 EUR nieder.
Um ein breiteres Publikum zu erreichen, sind mittlerweile mehrere Produkte nach dem gleichen Funktionsprinzip entstanden.
Reine Halteleisten für 10 oder 20 Pfeifen aus massivem Ahorn sind für 85 bzw. 140 EUR zu haben. Sie können sowohl frei an der Wand angebracht werden, aber natürlich auch - so wie bei mir - in einem eigenen Schrank integriert werden.
Der auf den ersten Blick immer noch recht hohe Preis resultiert daraus, daß die Haltebacken aus Massivholz einzeln angefertigt werden. Dabei sind etliche Arbeitsschritte notwendig, zu denen jeder einzelne Klotz immer wieder in die Hand genommen werden muß.
Zur weiteren Rationalisierung und Kosteneinsparung folgten später dann auch Haltebacken, die in Serie aus glasfaserverstärktem Polyamid spritzgegossen werden.
Statt aus Massivholz wird die Montageleiste für die Kunststoffhalter dann aus Holzfaserwerkstoff gefertigt und hellgrau lackiert. Die glatte graue Oberfläche ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber sie läßt tatsächlich die Pfeifen noch mehr in den Fokus des Betrachters rücken.
Mit dieser Variante der Halteleiste sind zwei kleine Pfeifenschrankmodelle bestückt, die man fertig erwerben kann.
Der modulare Schrank ist anreihbar und wächst so mit der Pfeifensammlung mit, sollten die 20 Plätze einmal voll sein. Die an den Seiten offene Konstruktion sorgt nebenbei noch für eine ausgezeichnete Durchlüftung der Pfeifen. Für die grau lackierte Variante sind 380 EUR fällig, gegen Aufpreis gibt es jedoch auch Massivholz.
Mit massivem, geschlossenen Korpus gibt es noch den "kleinen Pfeifenschrank" als edlere Variante des modularen Modells. Mit 600 EUR auf den ersten Blick recht teuer, aber die Summe der Kaufpreise der enthaltenen Pfeifen dürfte bei vielen erheblich darüber liegen.
Wer mit diesen Fertigangeboten nicht das passende findet, hat zwei Möglichkeiten:
- Stephan Schmidt "schmiedet" gerne auch Pfeifenmöbel nach den Vorgaben des Interessenten
- Die Kunststoff-Halteklötzchen sind auf Anfrage einzeln erhältlich; wer eine Bohrmaschine handhaben kann, kann damit schnell ganz eigene Anordungen schaffen.
Fazit: Ein durchdachtes System, nicht ganz billig, aber seinen Preis wert
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