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Pfeifenbrevier - oder von der Kunst genüßlich zu rauchen
| Autor: | Joachim A. Frank |
| Verlag: | Paul Neff Verlag Wien-Berlin/ Wien |
| Jahr: | 1969 |
| ISBN: | |
| Preis: | antiquarisch 20,- DM |
Jörg Lehmann:
Das Buch des Österreichers Joachim A. Frank ist in erster Linie ein Lesebuch und in Einzelheiten vor allem im Kontext des Entstehungszeitraumes zu würdigen. Um es vorweg zu nehmen: Es ist ein schönes Buch! Ob es auch ein wichtiges Buch ist, sollte jeder für sich entscheiden, hier kommt es auf die Erwartungshaltung des Einzelnen an. Da es über 30 Jahre alt ist, ist sicher nicht viel Neues zu erwarten.
Besonders erfreulich, angesichts anderer Werke: Zu keiner Zeit stellt der Autor sich und seine Kenntnisse auch nur ansatzweise in den Vordergrund, Persönliches schlägt nur manchmal durch, wenn es um die Tabakwüste Österreich geht.
Das Buch, schön in Halbleinen gebunden, mit einer durchsichtigen Umschlaghülle, die die farbige Titelvignette schützt, umfasst gut 300 Seiten. Die ersten ca. 40 Seiten umfassen eine Geschichte des Pfeifenrauchens, die durch Detailreichtum besticht und in einem angenehmen Prosastil gehalten ist.
Es folgt über 170 Seiten ein "Nützliches und kurioses Pfeifenalphabet". Auch dieser Abschnitt trägt nicht die Züge eines Sachbuches, wenngleich hier viele interessante Details zur Sprache kommen, etwa das Beizen von Tabak (u.a. mit Essig!!!) oder die Herkunft des charakteristischen Duftes von Latakia und die Herstellung bzw. Reifung von Perique. Vielmehr lässt sich auch diese Teil des Buches angenehm und unterhaltsam lesen und so ist es wohl auch gedacht, da Querverweise usw. fehlen.
Der folgende Abschnitt zum Thema "Lebensstil und Charakter" (30 Seiten) vermittelt Amüsantes zu Fragen der Persönlichkeitsstruktur von Pfeifen-, Zigarren- und Zigarettenrauchern und deren Verhältnis zueinander. Es folgen Abschnitte zum Pfeiferauchen an sich unter der Überschrift "Die Leidenschaft der ehrbaren Leute oder wie schädlich ist das Pfeiferauchen" und "Wann dieser rauch beim Weib eingeht... oder Frauen und Pfeifen". Das Buch schließt mit einer Reihe von Gedichten aus vergangener Zeit, die dem Tabak bzw. dem Pfeifenrauchen gewidmet sind.
Das Buch ist, bezüglich der Anzahl, relativ reich bebildert. Die Bilder sind allerdings i.R. recht klein. Besonders störend ist, dass die Bildunterschriften nicht unter dem Bild zu finden sind, sondern im Anhang ausgewiesen werden, weshalb man recht umständlich blättern muss.
Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen, da mir der Sprachstil gut gefällt. Zudem habe ich einiges gelernt, was mir zuvor so nicht bekannt war. Den Erwerb des Buches bereue ich absolut nicht.
Im gleichen Verlag erschienen (in gleicher Aufmachung?) weitere Breviere zu folgenden Themen: Theater, Oper, Philharmonie, Wein und kultiviertes Essen. Dass in dieser Buch-Reihe auch das Pfeiferauchen Platz findet, spricht für den Verlag!
(01.03.2001)