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Kleiner Usenet-Knigge
Wolf-Rüdiger Jürgens:
Für Ordnung in den globalen Diskussions-Foren sorgen Regeln, die sogenannte Netiquette. Wer gegen den guten Ton im Netz verstößt, dem drohen Rüffel und Sanktionen. Diese reichen von verbalen Attacken, "Flames" genannt, über PLONKS (der Plonker ignoriert den Poster) bis hin zum Löschen seiner Newsgroup-Beiträge. Nachfolgend die wichtigsten Regeln die der Benutzer beachten sollte:
Wahl der richtigen Newsgroup: In nicht zum Thema passenden Newsgroups werden Beiträge kaum beantwortet. Außerdem ärgern sich die Teilnehmer, wenn sie lauter Postings lesen müssen, die dort nichts zu suchen haben.
Mehrfachpostings vermeiden: Eine Nachricht gehört immer nur in eine Newsgroup. Wenn ein Beitrag trotzdem in mehrerer Gruppen paßt, sollte er nur in eine Gruppe gepostet werden.
Keine persönlichen Angriffe: Höflichkeit ist das oberstes Gebot im Usenet. Verbale Ausfälle und Angriffe provozieren nur unnötige Auseinandersetzungen. Wer unbedingt Streit sucht, tut dies besser in einer dafür vorgesehenen Newsgroup, etwa de.alt.flame.
Die eigene Ironie kennzeichnen: Weder Tonfall noch Gemütsregungen kommen im Text zum Ausdruck. Doppeldeutige oder ironische Formulierungen sollten daher tunlichst vermieden werden. Falls ein ironische gemeinter Satz einmal nicht vermeidbar ist, zeigen dies Emoticons wie ;-) an.
Richtig Zitieren: Damit die Teilnehmer der Newsgroup die Diskussion verfolgen können, sollte man unbedingt richtig zitieren. Unter der Adresse http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/ findet man eine eingehende Anleitung.
Kurze Signaturen verwenden: Lange Signaturen verlängern den Download für die Nachricht unnötig. Zwei oder drei Zeilen reichen, um alle wichtigen Informationen in der digitalen Kennung unterzubringen. Das höchste sind 4 Zeilen.
Keine Werbung: Sehr empfindlich reagieren Usenet-Teilnehmer auf Werbung. Spezielle Regelungen findet man in der Charta der jeweiligen Newsgroup. Diese sollte unbedingt besonders gekennzeichnet sein (z.B. AD: ). Im Extremfall belegt die Netzgemeinde den Absender mit einem Bann.
Immer unter eigenem Namen auftreten: Spammer durchstöbern täglich Newsgroups, um E-Mail-Adressen zu sammeln. Viele Teilnehmer verwenden daher falsche Adressen oder veränderte Adressen. Die bessere Lösung ist: Für Newsgroup-Beiträge eine eigene, kostenlose E-Mail-Adresse beispielsweise von Freemail (http://freemail.web.de) verwenden.
FAQs lesen: Zu jeder Newsgroup existiert in den meisten Fällen es eine FAQ, eine Liste mit den meistgestellten Fragen. Diese FAQ wird regelmäßig aktualisiert. In einer Newsgroup sollten nur Fragen gestellt werden, die dort nicht schon beantwortet sind.
Gemeinplätze und Redundanz vermeiden: Beiträge wie "dieser Meinung bin ich auch" bringen nichts. Ein Beitrag soll nur neue Argumente enthalten. Auch Zitate vorangegangener Beiträge sollten auf das Nötigste beschränkt sein.
Keine Binärdateien posten: Für Binärdateien, also Bilder oder Programme, gibt es eigene Newsgroups, meist erkennbar am Kürzel "bin". Nur hier haben Files etwas zu suchen.
Per E-Mail antworten: Nicht jede Antwort auf einen Newsgroup-Beitrag muß öffentlich sein. Oft ist eine Antwort per E-Mail sinnvoller. Wer selbst E-Mails als Antworten auf eine Frage bekommt, postet nach einigen Tagen eine Zusammenfassung dieser Antworten in der entsprechenden Newsgroup.