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Barcelona Gimeno

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Barcelona - Gimeno

Gimeno
Passeig de Gracia 101
Barcelona
U-Bahn: Linie 3 (grün), Station "Diagonal"
Web: Gimeno

Jörg Lehmann:

Ende vergangener Woche war ich zu einem Kurzbesuch in Barcelona. Durch frühere Aufenthalte dort war mir das Geschäft "Gimeno", ein alt-eingesessenes Traditionsunternehmen, bereits bekannt, allerdings lediglich der Laden auf dem Rambles, der neben einigen Pfeifen und Tabaken hauptsächlich Souveniers anbietet und nicht weiter erwähnenswert ist. Es gibt aber ein zweites Geschäft unter der o.g. Anschrift, welches prinzipiell einen Besuch lohnt, allerdings mit einigen Einschränkungen. Da das Geschäft aber an der bekannten Passeig de Gracia liegt, die man jedenfalls anschauen sollte (Gaudi-Häuser), kann ein Abstecher nichts schaden.

Der noble Laden öffnet sich mit stattlicher Fassade und großen Schaufenstern zur Straße hin. Zum Angebot gehört neben den Pfeifen hochwertiges Schreibgerät, feines Silberzeug und Humidore, erstaunlicherweise aber kein Tabak :-(.

Das zahlenmäßig durchaus stattlich Pfeifenangebot (schätzungsweise 1000) ist hauptsächlich durch die Marken "Peterson", "Nørding", "Viprati", "Pipa Croci" und "W.Ø. Larsen", darunter viel schöne Pfeifen der Serie "Straight Grain" bestimmt, hinzu kommen ein paar Dunhills, Stanwells und Georg Jensen und ein paar andere, z.T. lokale Marken in kleiner Stückzahl, wie z.B. Soler, einem Coupeur, dessen Holz teilweise auch Cornelius Mänz verwendet, und der einige, wenige exotische Pipen fertigt. Besonders alledings haben mir die "Vipratis" von der Auswahl und Qualität der Maserung her sehr gefallen.

Der zunächst sehr positive Eindruck wurde dann aber etwas relativiert durch den Umgang mit der Pfeife dort ganz generell. In einer Art Hinterzimmer waren viele Pfeifen hinter Glas gut geschützt zu sehen, allerdings waren das meist eher preisgünstige Serienpfeifen von Stanwell oder Georg Jensen. Die besseren Pfeifen waren in dem großen Schaufenster zur Pg. de Cracia untergebracht, gnadenlos der Sonne ausgesetzt und wahrscheinlich seit Jahren nicht mehr umdekoriert worden. So fanden sich viele Pfeifen in einem sehr beklagenswertem Zustand mit extrem verfärbtem Mundstück oder/und ausgeblichen und z.T. mit vielen Kratzern und Dullen. Dennoch gibt es dort keinen Rabatt auf derart "angejahrte" Pfeifen. Alle Pfeifen werden aber bereitwillig hervorgeholt, eine Lupe steht zur Verfügung.

Eine weitere Unsitte bei Gimeno, die mir schon in dem Laden an den Ramblas aufgefallen war, ist die Etikettierung. Jede Pipe hat mindestens zwei recht derb aufgeklebte Etiketten, eines ist so eine Art Bestandsnr., die andere der Preis. Der Preis ist noch durchgängig in Peseten ausgeschildert, dementsprechend sind die Schilder sehr lang (5- bis 6 -stellige Pesetas-Beträge). In Anbetracht der unsachgemaßen Lagerung der Pfeifen passiert folgendes. Wenn man diese Schilder entfernt, findet sich darunter ein Streifen Pfeifenholz in der Originalfarbe, während der Rest des Kopfes ausgeblichen ist.

Die Damen bei Gimeno waren überaus freundlich und hilfsbereit, allein verstehen sie offenbar absolut nichts von Pipen.

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