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Berlin - Cigar World
CIGAR WORLD INTERNATIONAL
Domaquarée
Karl-Liebknecht-Str. 3
10178 Berlin
Tel.: 030/97894724
Mo-Sa 9:00-20:00 Uhr, Sonntag + Feiertag 12:00 - 17:00 Uhr (!)
Peter Meier:
aus der Hauptstadt gibt es wieder etwas Positives zu vermelden:
Ein neuer gut ausgestatteter Tabakladen in zentraler Lage hat seine Pforten geöffnet, wie ich zufällig beim Berlinbesuch entdeckt habe.
Name: Cigar World INT.
Lage: Eckgeschäft im neuen Domkarree (Aquadom)/ Hotel Radisson (ehem. Standort Palasthotel), Karl-Liebknecht-Strasse 5/ Spandauer Strasse, Berlin-Mitte, nahe Dom bzw. Ruine Palast der Republik; nächstgelegene S-Bahnstation: Hackescher Markt
Der großzügige Laden in bester Touristenlauflage verfügt über einen begehbaren Klimaraum für seinen namensgebenden Schwerpunkt bei Zigarren. Die Auswahl an Pfeifentabaken macht einen guten Eindruck wie auch insbesondere die sehr gediegene Ladenausstattung. Die beiden an den Eingängen stehenden Tabakindianer lassen den Laden nicht verfehlen.
Aus Zeitmangel konnte ich noch keinen Eindruck vom Pfeifenangebot und der Beratungsqualität gewinnen, vielleicht können dies die Berliner nachholen.
(10.06.2004)
Roman Hebert:
entsprechend der allseits bekannten und schon sprichwörtlich gewordenen Schuss- bzw- Schussabgabegeschwindigkeit von uns Preußen habe ich mich, nachdem ich vorm feierabendlichen Verlassen des Büros Dein neugierig machendes und anspornendes Kurzreview gelesen hatte, flugs auf den Fußweg zu besagtem Laden gemacht, um eine Dose Larsen #50 zu erstehen und für Daft ein wenig die Nase in den Wind des neuen Ladens zu halten. Eins vorweg: es hat sich gelohnt.
Bereits an der Türschwelle begrüßte mich ein freundlicher Mitarbeiter, der mich herein bat und mich nach meinen Wünschen fragte. Ich gab an, mich vorerst nur einmal nach dem Pfeifenbestand umschauen zu wollen, und sofort wurde ich sehr freundlich aufgefordert, abzulegen und gefragt, ob ich nicht ein Glas Sekt oder etwas anderes trinken wolle. Dankend ablehnend und einer spontanen Eingebung folgend fragte ich, ob sie denn auch L´anatras führten - wohl inspiriert durch meine einzige, wunderschöne L´anatra, die ich damals anlässlich einer Pfeifenpräsentation in der Frankfurter Allee noch gerade rechtzeitig erstand, ehe Nic am darauffolgenden Tag in einer subversiven Aktion (sollte es ein postadoleszenter Anflug von Konsumprotest gewesen sein?) alle anderen L´anatras mit dem großen Gestus der Vernichtung, wie er nur Brandenburgern in der siebten Generation zu eigen ist, in den Staub warf. Aber das ist Pergament von gestern, längst vergilbt und brüchig - auf meine heutige Frage jedenfalls schien es mir fast, dass man sich über sie freute, denn freundlich nickend zeigte man sofort auf einen Stelle in der Pfeifenwand, und ehe ich gucken konnte waren auch schon die Scheiben aufgeschlossen, beiseitegeschoben, und eine Kollegin holte einige schöne italienische Enten hervor, aus einer anderen Ecke kam die Jahrespfeife... ich aber wurde aufgefordert, ohne Scheu zuzugreifen und mir, was ich wollte, von der Wand zu nehmen und näher zu betrachten - was ich denn auch gerne tat. Im Folgenden schaute ich mir den Bestand an, wobei ich zufriedengelassen wurde, aber stets einen Ansprechpartner hatte, wenn ich doch einmal etwas wollte - prima! Das Sortiment gefiel mir sehr gut: natürlich viele Stanwells, aber auch Mastro de Paja, L´anatra, Ser Jacopo, Jensen, Gigi, Peterson und, und, und. Und vor allem auch design berlin. Warum ich hier "vor allem" schreibe? Nun, vielleicht habe ich die letzten Jahre etwas verpasst, aber irgendwie hat sich bei dieser Firma anscheinend sehr viel getan. Denn viele Pfeifen waren sehr gefällig, eines aber geradezu sagenhaft: eine Poker, helles Straight Grain, sehr schräge Standfläche, so dass der Holm in einem 40° Winkel abgeht; Holm verziert mit einer hellen Holzapplikation, gefolgt von einem langen, wunderschönen Bambusholm, beendet durch ein kurzes, leicht geschwungendes Mundstück - bei dem der Biss allerdings sehr grob aussah. Ein absoluter Traum, diese Pfeife, stimmig komponiert und eine harmonische Erscheinung... und nur mangels Einstellung in den Haushaltsplan dieser Legislatur noch zu haben: "Auch ich war in Arkadien geboren, auch mir hat die Natur an meiner Wiege Freude zugeschworen - doch Tränen gab der kurze Lenz mir nur." Auf meine beeindruckte Frage, wieviele Pfeifen man den führe, sagte man mir "ca. 1300".
Der Zigarrenteil ist wie bereits beschrieben riesig, so einen großen begehbaren Humdidor habe ich noch nicht gesehen (wobei das nicht allzu viel heißen mag), schien mir größer etwa als der von Zigarren-Herzog am Ludwigkirchplatz, falls das jemandem etwas sagt - jedenfalls aber luftiger und sehr einladend. Von den jeweiligen Zigarren sind, sehr adrett, einzelne Exemplare zur Anschauung in Zedernholzfächern aufgebahrt. Weiterhin im Sortiment: Single Malt.
Es ist aber vor allem absolut erfreulich, dass neben dem lohnenden Zigarrengeschäft ersichtlich ein großes Gewicht auf Pfeifen und Pfeifentobak gelegt wird. Die Auswahl an "Markentabak" war ganz und gar überzeugend, hinzu treten ca. ein Dutzend Eigenmarken - im kleinen, mir mitgegebenen Flyer ist die Rede von über 60 offenen Marken zum Riechen und Verkosten. Des Weiteren wird ausdrücklich beworben das Aufarbeiten von Pfeifen, die Annahme von Pfeifenreparaturen und die Gravur auf Mundstücke. Und man will sich offensichtlich auch mit Veranstaltungen engagieren: so findet am 18. und 19. Juni eine Pfeifenpräsentation mit einem Hr. Schmalz vom Pfeifenstudio Hartmann statt, der seine Fähigkeiten demonstrieren soll, wobei auch ein kostenloses Aufpolieren von Mundstücken und Pfeifenköpfen angeboten werden soll.
Der Laden gehört nach Auskunft des freundlichen Personals keiner Kette an, auf Frage nach einer Karte, die ich für die Adresse für Daft brauchte, bekam ich auch gleich die des "Presidents" (nein, nicht die von DEM President) des Ladens, den ich gerne auch persönlich anmailen könne, wie mir gesagt wurde. Parbleu.
Fazit: Entweder, ich wurde mit einer
- sehr reichen
- sehr prominenten,
- sehr schutzgeldberüchtigten oder
- sehr reichen prominenten und schutzgeldberüchtigten Person verwechselt (vielleicht war "L'anatra" ein Codewort oder ich habe bei der Begrüßung meine Finger unbewusst in einer bestimmten Art zu einem Zeichen geformt?) - oder aber mitten in Berlin hat an einer absoluten Touri-Ecke ein Laden aufgemacht, der sich vorgenommen zu haben scheint, neben der Bewältigung des Touristenstrom auch dem einheimischen Dauerkunden oder einfach nur etwas gemütlicheren Pfeifenliebhaber wenn nicht eine Heimat, so doch einen Anlaufpunkt und rundum guten Service zu bieten.
(11.06.2004)
Eberhard Wolff:
Sehr geehrte Damen und Herren, einerseits mit Freude aber auch anderseits mit Bedauern, muss ich Sie über die nun schon stattgefundenen Veränderungen in Berlin informieren.
Bis auf ein Geschäft in Berlin-Hellersdorf wurden alle anderen Geschäfte der ehemals großen Filialkette von mir (Eberhard Wolff Tabac & Cigars), bedingt durch die Insolvenz, aus meinem Eigentum genommen. Darüberhinaus danke ich für den besonders freundlichen Komentar über das Objekt Cigar World Int. in Berlin-Mitte, welches ich die Freude hatte ins Leben zu rufen. In diesem Objekt bin ich nun bereits seit gut 13 Monaten nicht mehr tätig. Die von Ihnen formulierten Besonderheiten, stießen bei der völlig unbewanderten Geschäftsführerin auf wenig Gegenliebe, leider hat auch ein Präsident eine gewisses Verfallsdatum!
Danke! dennoch für die freundlichen Kommentare.
Ihr, und für die Kunden stehts emsiger
Eberhard Wolff
Wolff Tabac & Cigars LTD.
Germany
(22.09.2005)