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Lauenburg - Dan Pipe
neue Adresse von Dan Pipe:
Hafenstraße 30
21481 Lauenburg
04153 / 598950
Björn Hollensteiner:
Das Hamburger Traditionsunternehmen Dan Pipe betreibt im idyllischen Örtchen Curslack, in den Elbmarschen südwestlich Hamburgs gelegen, den "Grashof". Dieses alte, urige reetgedeckte Bauernhaus ist sowohl Firmensitz, Hauptlager als auch Laden des Unternehmens.
Letzterer soll Thema dieses Reviews sein. Kommt man von Hamburg-Bergedorf aus an einem kalten Wintermorgen den schnurgeraden Curslacker Heerweg hinuntergefahren, von leichtem Rauhreif überzogene Bauernhäuser und Felder an beiden Seiten der Straße vorbeiziehend, dann ergreift einen eine gewisse innere Ruhe, welche auf den Besuch einstimmt.
In Curslack rechts in den Riekweg eingebogen steht es plötzlich vor einem, ein großes, reetgedecktes Haus, vor dem auf einem großen Findling die Worte 'Danske Pibe' eingelassen sind. Ansonsten weist bis auf ein winziges Firmenschild neben einer der Türen nichts darauf hin, dass man vor einem der Wallfahrtsorte der deutschen Pfeifen- und Tabakkultur steht. Erwartungsvoll öffnet man die Tür und steigt das von alten Tabakwerbungen geschmückte Treppenhaus hinauf in den ersten Stock, in dem sich der Laden befindet. Sofort umfängt einen eine Vielfalt von Gerüchen, süß-rauchiger Tabakduft mischt sich mit dem zedrigen Duft von Zigarren und einem Hauch von Kaffee, welcher aus der gemütlichen Sitzecke hinüberzieht. Ein warmes Gefühl der Gemütlichkeit erfüllt den Besucher, als aus verschiedenen Ecken ein freundliches "Moin, Moin!" gerufen wird. Das muss sie sein, die vielgerühmte hanseatische Gelassenheit, Freundlichkeit und Gemütlichkeit, die hier zum Ausdruck kommt.
Wenn man in der Woche gegen 10 Uhr kurz nach dem Öffnen des Ladens kommt, trifft man meistens die ganze Belegschaft beim Klönschnack in der Sitzecke an. Es empfiehlt sich, sich ruhig erst mal ein Pfeifchen anzuzünden und einen Tee oder Kaffee zu genießen, bevor man sich den Laden genauer ansieht, es entwickeln sich sehr interessante Gespräche mit den Mitarbeitern, vor allem, wenn die beiden Gründer von Dan Pipe, Heiko Behrens und Holger Frickert anwesend sind.
Schauen wir danach mal in den Laden, so finden wir nahezu das gesamte Angebot aus dem Katalog vorrätig. In einer Regalreihe laden Probiergefäße mit sämtlichen DTM-Tabaken zum Schnuppern und Proberauchen ein, auf Wunsch bekommt man Tabakproben in kleine Ziplockbeutel verpackt.
Die Pfeifen liegen offen in Regalen, auf Tischen, in Schubläden oder in Glasschränken aus, nichts ist verschlossen und es darf jede problemlos in die Hand genommen und betrachtet werden, auch wenn ihr Preis schon weit im vierstelligen Bereich liegt. Nie hat man das Gefühl, ständig in seinem Schatten einen Verkäufer stehen zu haben, der einen misstrauisch beäugt, wie es zum Beispiel in Läden wie Tobacco World oder ganz extrem bei Tesch in der Hamburger Innenstadt der Fall ist. Dieses Maß an Vertrauen in die Kundschaft macht meiner Meinung nach einen wirklich großartigen Pfeifen und Tabakladen aus, auch wenn ich angesichts der Niederträchtigkeit mancher pfeiferauchender Zeitgenossen auch Verständnis für etwas Vorsichtigkeit angesichts unbekannter Kunden habe.
Außer dem Katalogangebot finden sich nämlich auch wertvolle Handmade-Pfeifen unter anderem von Winslow, Bang, Mastro de Paja, Kai Nielsen etc.
Im "Grashof" findet sich auch ein begehbarer Humidor, in dem die Zigarren und Zigarillos aus dem Zigarrenkatalog ausliegen, auch hier können aus den Schachteln einzelne Zigarren zur Probe entnommen werden. Kurzum, selten kann man widerstehen, ein Pfeifchen und einige Tabake einzukaufen. Verlässt man der "Grashof" wieder, sind außerdem immer einige schöne Stunden ins Land gezogen, die einem noch lange in Erinnerung bleiben.
Fazit: Ein Besuch des "Grashofes" gehört zu den Pflichtübungen eines jeden Pfeifenrauchers, der nach Hamburg kommt und ein paar Stündchen Zeit hat. Obwohl für mich die Strecke von Münster aus doch recht weit ist, so stellt er für mich einen Grund dar, sie auf mich zu nehmen. Meiner Meinung nach ist der "Grashof" und seine Mitarbeiter der Inbegriff der Pfeifenraucherkultur und definitiv von allen Pfeifen- und Tabakläden in Deutschland mein Lieblingsladen, obwohl vielleicht manche Geschäfte im Rheinland ein noch vielfältigeres Angebot an Pfeifen bereithalten. Aber mit der Atmosphäre des "Grashofes" können sie nicht mithalten.
Jörg Eichelberger:
Ein überfälliger Nachruf
Der Grashof ist nicht mehr :-((:
Es ist, als hätte man einen guten Freund oder einen nahen Verwandten verloren.
Als im November die Nachricht die Newsgroup erreichte, daß der Grashof einem infamen Feuerteufel zum Opfer fiel, reichten die Reaktion von Betroffenheit bis Wut.
So auch bei unseren Freunden auf der anderen Seite des großen Teichs, wo auch viele zufriedene Kunden von Dan Pipe zu finden sind.
Der Besuch im Grashof war bei der "Jahreshauptversammlung" von daft in Hamburg immer das Highlight. Glücklicherweise waren wir im letzten Jahr schon im Oktober dort, nicht wie üblich im November, sonst wäre es ein trauriges Zusammentreffen geworden.
Dann geht es ab diesem Jahr eben nach Lauenburg, ist doch auch nicht schlecht, oder?
(15.02.2002)