zurück
Tokyo - Kikusui
KIKUSUI
Ginza 6-9-6, Chuo-ku, Tokyo
Tel: 03-3571-0010
Marcus Jacob
Erreichbar mit den Metro-Linien Ginza oder Marunouchi, Haltestelle Ginza
Pfeifenraucher haben es in Japan recht schwer. Findet man in Deutschland fast immer noch überall wenigstens einen Laden, der einem mit dem nötigsten versorgen kann, so ist man in Japan auf langes Suchen angewiesen. Kikusui hat dabei den Vorteil, dass er in einem Viertel Tokyos liegt, das zurecht als die bedeutendste Einkaufsmeile der Stadt gelten kann. So ziemlich jeder Besucher wird, insbesondere wenn in weiblicher Begleitung, früher oder später einmal in Ginza gewesen sein. Mit dem hervorragenden U-Bahn Netz der Stadt ist man eigentlich aus jeder Richtung in kurzer Zeit dort.
Dann allerdings beginnt das Abenteuer, eine japanische Adresse ausfindig zu machen. Ginza 6-9-6, Chuo-ku ist zwar die korrekte postalische Anschrift, bedeutet aber praktisch nur eine grobe Angabe. Wer einmal in Tokyo Taxi gefahren ist, weiß, das selbst die Taxifahrer oft lange suchen müssen, bis sie ihr Ziel gefunden haben.
Man begebe sich also auf die Hauptstraße Ginza 6-chome. In etwa einer halben bis dreiviertel Stunde hat man beide Richtungen abgelaufen und sollte den Laden entdeckt haben. Die Auslagen im Eingangbereich können dabei allerdings etwas irritieren, denn hier gibt es zum Beispiel Regenschirme.
Geht man aber in weiter hinein, dann stößt man sofort auf eine Vitrine, die das Herz des Sammlers und Rauchers höher schlagen läßt. Mickes, Ivarssons, Tokutomis, Dunhills und andere edle Stücke stehen hier.
In den Auslagen des Ladens finden sich natürlich allerlei japanische Pfeifen, neben den bekannten Serienmarken, wie Tsuge und Roland, auch die Einzelstücke von Tokutomi und Arita. Die Handmades werden durch ein breites dänisches Sortiment, Micke, Ivarsson, Eltang, usw. ergänzt.
Einen großen Teil des Angebots stellt Dunhill, wobei es hier im übrigen auch gebrauchte Pfeifen und Feuerzeuge der Marke zu erwerben gibt. Weiterhin sind unter anderem diese Marken vertreten: Stanwell, BC, Savinelli, Chacom, Peterson, Brebbia, Big Ben, sowie Meerschaumpfeifen unbekannter Herkunft. Die Preise sind jedoch für deutsche Verhältnisse recht hoch, sodaß sich zumindest der Kauf einer Serienpfeife mit Sicherheit nicht lohnt.
Ein trauriges Kapitel ist jedoch das Tabakangebot: Mehr als schätzungsweise 10 Sorten sind nicht zu haben. Immerhin ein paar gängige Aromaten und Dunhills, aber auch hier sind die Preise keine Schnäppchen.
Das Zubehörsegment ist reichhaltig. Es gibt eine breite Auswahl an Taschen und Tabaksbeuteln sowie Feuerzeugen. Die bekannten japanischen Corona Feuerzeuge, wie Old Boy oder Slim Boy, sind hier etwas günstiger zu haben als daheim. Ein Slim Boy kostet z.B. 7000 YEN (z.Zt. 54 EUR), dabei spart man als Tourist auch gleich noch die MWSt von 5%.
Eine japanische Spezialität sind die Zigarren- und Zigarettenspitzen aus Elfenbein, allerdings könnte es damit bei der Einfuhr nach Deutschland schwierig werden.
Über das Wissen des Personals läßt sich leider nicht viel sagen. Englisch sprechen leider nicht alle der Verkäufer, sodaß sich ein Verkaufsgespräch als sehr zähe Sache herausstellen kann.
Fazit: Ein sehr schöner Laden, den man unbedingt gesehen haben sollte. Wer Raritäten sucht und über eine ausreichend hoch belastbare Kreditkarte verfügt, wird hier mit Sicherheit fündig.
(23.05.2004)
Bilder: