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Charatan
Manfred Arenz
Im Jahr 1863 von Frederik Charatan gegründet, ist Charatan eine der ältesten Pfeifenmarken überhaupt.
Lange Zeit galten Pfeifen dieses Herstellers als die qualitativ höchstwertigen Englands, noch renommierter als Dunhill.
Charatan war in den 30er Jahren einer der Ersten, der Freehands herstellte, lange noch vor Stanwell/Ivarsson.
Bis 1973 wurden alle Pfeifen komplett per Hand gefertigt, ab 1973 die niedrigen Qualitäten mit maschineller Unterstützung.
Im Jahre 1977 wurde der Markenname an den Konkurrenten Dunhill verkauft.
Böse Zungen behaupten, daß sich Dunhill die Prachtstücke aus der Charatan Fabrik selbst sicherte und als "Collectors" verkaufte. Tatsächlich erlebte die Marke Charatan einen Niedergang, bis sie Ende der 80er zeitweise vom Markt verschwand.
Mittlerweile erscheinen wieder Charatans, jedoch werden sie heute in Frankreich (bei BC) gefertigt.
Zusatz 17.10.2004:
Charatans werden in letzter Zeit wieder in England, angeblich von einem einzelnen Pfeifenmacher, gefertigt. Damit soll wieder das alte Renommee erreicht werden.
Preise
75.- bis 250.- Euro, Freehands 250.- bis 750.- Euro (in der "Blütezeit" bis 10.000 Dollar)
Markierungen
Charatan - Made by Hand in the City of London auf dem Holm, zusätzlich Qualitätstufe
Auf der linken Seite des Mundstücks: CP
rechte Mundstückseite: Patent-Nr.
bei Freehands Mundstück mit abgesetztem Biss (Sattelbiß "Double Comfort").
Die Markierungen wurden im Laufe der Zeit öfters graduell abgeändert, für den USA-Import (Lane) wurden andere Stempelungen verwendet.
Qualitäten (aufsteigend)
"Rough", "Rarity": rustiziert/sandgestrahlt
"Perfection", "Belvedere": Serienpfeife glatt in rötlichem Ton
"Special", "Distinction", "Executive", "After Hours", "Selected", "Supreme": Freehands
zusätzliche Grades:
"Extra large" / "XL" für Giant
Modelle
"Coronation", "Archievement", "Crown Archievement", "Royal Archievement", "Summa cum Laude": eingeführt von Dunhill für die "Supreme" - Qualität
Im Jahr 1980 wurde eine von vier je hergestellten ";Summa cum Laude" für 10.000 Dollar gehandelt.
Qualitativ entsprach eine "Special" vor der Dunhill-Übernahme einer Dunhill "Root-Briar".
Kurzbeschreibung
Klassische englische Pfeife schlechthin, die Freehands in teilweise riesigen Formaten waren lange Zeit der Traum eines jeden Pfeifenkenners.
Das Mundstück besteht aus hochwertigem Parakautschuk ohne Filter. Der doppelte Sattel ist ein Charatan-Erkennungszeichen.
Fazit
Charatan galt lange Zeit als die beste "Dunhill".
Martin Farrent
Kommentar zum Artikel von Ivy Ryan
was Ivy Ryan in ihrem mittlerweise berühmten Artikel beschreibt, ist die nach ihrer Einschätzung damals einzigartige Herstellung einer jeden Charatan-Pfeife durch einen einzigen Handwerker.
Dennoch blieb auch Charatan insofern ein traditionell englischer Hersteller, als dass diese Handwerker größtenteils anonym waren, das Auf- und Ab der Marke nicht an Einzelpersonen hing. Insofern bestand kein Unterschied zu Dunhill, BBB, GBD und den übrigen großen Marken.
Inzwischen ist Charatan's im Grunde Geschichte und die Lage ganz anders: Gerade frühere Charatan-Mitarbeiter haben die neueren Dunhill-Mitbewerber Millville und Upshall bekannt gemacht, während Ashton und Les Wood ehemalige Dunhill-Leute sind. Alle vier Marken hängen stark von namentlich bekannten Einzelkünstlern ab. Nach dem allgemein als Niedergang gewerteten Zusammenschluss der Produktion von GBD, BBB, Orlik, Loewe und Comoy's unter Cadogan bleibt also nur Dunhill als wirklich personenunabhängige Marke bestehen. Allenfalls Upshall hätte m.E. versuchen können, ohne das Aushängeschild Barry Jones am Markt zu bleiben. Das ist allerdings nun unwahrscheinlich, da Jones der mittlerweile einzige Pfeifenmacher im Betrieb sein soll.
Ivy Ryan liebt indes das Unwiederbringliche ... also könnte ihr diese Situation glatt gefallen ;-)
(21.01.2003)
Links
Bilder
Eine Cavalier im Grade "Selected"
(Manfred Arenz, 03.09.2009)
Eine Giant Supreme, zur Verdeutlichung der Größe neben einer (etwas micktigen ;-)
Dunhill ODA
(Manfred Arenz, 03.09.2009)
Eine Coronation von beachtlicher Größe
(Manfred Arenz, 11.02.2009)
Eine Crown Achievement, das Goldband ist von L.Wood und 1985 punziert
(Manfred Arenz, 11.02.2009)
Eine Distinction Extra Large
(Manfred Arenz, 30.12.2008)
Eine "Selected" Dublin-Standpfeife mit abgesetztem Kopfrand,
die Tabakkammer verläuft extrem konisch - daher nicht einfach zu rauchen
(Manfred Arenz, 24.05.2008)
Oben rechts eine Executive mit bildschöner Maserung,
daneben eine höher gradierte Selected mit flacherem Grain.
Unten links eine wahrhafte Giant-Pipe im Supreme-S Grade,
daneben eine weitere Selected
(Manfred Arenz, 20.12.2007)
Photo von F. Rossi
Photo von F. Rossi
Photo von F. Rossi
Eine der seltensten Pfeifen der Welt: Eine Royal Achievement.
Das Goldband trägt den L&S Stempel von Les Wood und die Punzierung "K" (=1983).
Das Grain ist makellos, die Pfeife von riesigen Dimensionen (6 cm hoch, 20 cm lang).
Lediglich das Mundstück ist (wie bei den meisten Charatans der 80er) etwas plump ausgeführt.
(Manfred Arenz, 14.12.2007)
Im Bild ist eine Freehand aus der Zeit vor Dunhill zu sehen.
Die Pfeife ist ca. 19 cm lang und mit einer perfekten und engen Straight-Grain Maserung versehen.
Kein Spot, keine Kittstelle.
Die Pfeife kann von selbst auf den beiden "Füßchen" am Kopf stehen.
Qualität:
"Selected , Freehand Extra Large" aus der Zeit 1960 - 1965.
Preis:
damals 400.- DM (200,- Euro),
mittlerweile werden bei ebay für ein solches Stück mehrere hundert Dollar geboten.
Heute kostet eine Selected XL 700.- Euro
(Manfred Arenz)
Auch diese Freehand stammt aus der Zeit vor der Übernahme durch Dunhill.
Die Pfeife besitzt eine ordentliche Maserung, keine Spots und natürlich keine Kittstellen. Die Größe dieser Freehand ist beachtlich.
Qualität:
Selected, Freehand Extra Large
(Thomas Schoke)
Im Bild eine typische ältere Charatan "Distinction" mit kürzerem Holm.
Das Straight Grain ist nur auf der einen Seite, die Rückseite ist flach gemasert.
Die Pfeife ist jedoch Kitt- und Spotfrei.
(Manfred Arenz)
Hier eine ca. 30 Jahre alte Freehand von Charatan, für deren Form es kaum eine Bezeichnung gibt...
Pot ? - Prince ? - 9er Eisen ? ...
Sie ist schwer im Mund zu halten, aber rauchtechnisch ansonsten allererste Sahne!
(Manfred Arenz)
2 hübsch gemaserte Charatans neueren Datums, die Pot oben aus der in den 90ern eingeführten Serie "authentic", darunter eine Lovat "special" mit dem "Lane"-Stempel (L im Kreis) eines US-Importeurs.
(Manfred Arenz)
(Karl-Heinz Krebs)
(Karl-Heinz Krebs)
(Karl-Heinz Krebs)
(Karl-Heinz Krebs)
(Karl-Heinz Krebs)
Charatan mit schöner Maserung, die einen Fehler am Holm aufweist, wurde mit einem Zwischenstück (aus etwas billig aussehendem) Plastik versehen und als Grade After Hours angeboten.
(Manfred Arenz)
Eine Executive aus der Lane-Ära, schönes Straight Grain umlaufend, mit 2 Griffrillen am Kopf.
(Manfred Arenz)
Eine ältere Charatan Supreme in tiefem rot. Die Maserung ist nicht so prächtig wie bei vielen niedriger gradierten Selecteds, trotz der höchsten Gradierung dieser Pfeife
(Manfred Arenz)
Charatan Freehand Relief:
Eine Giant-Dublin mit schön gleichmäßiger Struktur nach dem Sandstrahlen. Trotz der erheblichen Größe dieser Pfeife ist sie federleicht.
(Manfred Arenz)
Charatan Selected:
Eine Fullbent mit prachtvollem Straight Grain um den gesamten Pfeifenkopf. Kleinere Fehler wurden durch einbringen von 2 Griffmulden kaschiert.
(Manfred Arenz)
Charatan Supreme S
Vor der Übernahme durch Dunhill wurde bereits die Top-Klasse "Supreme" erweitert, zunächst "Supreme S" wie diese originelle "Kufen"-Dublin, später "Supreme S100" bis Supreme S300"
(Manfred Arenz)
Charatan Coronation
Mit der Dunhill-Übernahme wurde das Top-Grading nach oben weiter erweitert, im Bild die wahre "Krönung": eine Coronation. Darüber wurden noch die "Archievement" , "Crown Archivement", "Royal Archievement" und als höchste Gradierung "Summa cum laude" geführt.
(Manfred Arenz)