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Courrieu

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Courrieu

Manfred Arenz

Die französische Firma Courrieu kann mit zu den ältesten Pfeifenfabriken gezählt werden, angeblich hat der Gründer Ulysee Courrieu schon 1802 Bruyereholz zum Pfeifenmachen verwendet. Die Firma sitzt heute als einzige Frankreichs nicht im Jura, sondern in Cogolin im Departement Var. Mit 16 Mitarbeitern werden jährlich etwa 100000 Pfeifen gefertigt, allerdings mit Unterstützung aus St. Claude.

Courrieu-Pfeifen sind außerhalb Frankreichs nicht sehr verbreitet, firmeneigene Geschäfte gibt es in Paris, St. Tropez und Cogolin. In Deutschland kann man Courrieu-Pfeifen bei Daniel Schneider bestellen.

Qualitäten

glatt in verschiedenen Gradings, wobei die Bezeichnung "straight grain" nicht wie bei dänischen Pfeifen verwendet wird, sondern nur eine gleichmäßige Maserung bedeutet. Also weder kittfrei noch wie mit dem Lineal gezeichnet. Ein Teil des verwendeten Holzes kommt aus der Provence, leider kann dieses Holz keiner Serie Courrieus zugeordet werden.

Die Mundstücke sind aus Ebonit (sie laufen leider manchmal schnell an) und meist ohne Filter, sie sind aber gut ausgeformt.

Preise

15,- bis ca. 500,- Euro

Kurzbeschreibung

Guter französischer Standard ohne Supermaserungen, allerdings in der Regel absolut gebrauchstauglich. Preiswert.

Markierung

"vielle Bruyere", "Cogolin" und "Courrieu" auf dem Holm, dazu die Serienbezeichnung. Auf dem Mundstück ein silberner Hahn


Lothar Winands

Der Pfeifenbauer Charles Courrieu in Gogolin/Frankreich

Seit mehr als hundert Jahren fertigt die Familie Courrieu in Gogolin (Südfrankreich) Serienpfeifen und Freehands. Stolz erklärte der Besitzer, dass das Holz aus der Gegend um St. Tropez kommt und deshalb die Raucheigenschaften seiner Pfeifen so herausragend sei. Etwas misstrauisch dieser Argumentation folgend, kaufte ich mir ein Paar preiswerte und eine hochpreisige Pfeife als ich diesen Betrieb im Juni besuchte. Nachdem ich die Courrieu Pfeifen zwischenzeitlich nahezu täglich rauche, kann ich die gepriesene Qualität voll bestätigen.

Die Preise der Pfeifen beginnen bei DM 30.- und können bei den Freehands auch über DM 3000.- kosten. Wenn man im unteren Preissegment sucht, bekommt man Pfeifen die neben der sehr guten Raucheigenschaften nicht ohne leichte Fehler sind. Courrieu macht daraus auch keinen Hehl. Der Franzose scheint wohl nicht so kritisch mit seinem Rauch-Gerät zu sein.

Ich nahm mir sehr viel Zeit und in den drei Geschäften die fast nebeneinander in Gogolin liegen, lagern rund 12000 Pfeifen. In St. Tropez, das nur 3 KM entfernt ist lagern noch einmal 3000 sowie die gleiche Menge in seinem Geschäft in der Hauptstadt Paris. In einem der Geschäfte in Gogolin wird auch sehr viel Kunsthandwerk und Souvenirs angeboten. Grossenteils aus Bruyere oder Olivenholz gearbeitete Artikel. Als ich darin verweilte hielt ein Reisebus und die große Anzahl von Touristen sorgten für ordentlich Umsatz.

Bei solch einem Angebot hat man wirklich die Qual der Wahl. Ich entschied mich für eine Poker, eine Prince und eine große Freehand. Eine Vitrine im Geschäft ist für den Deutschen Kunden mit 9 mm Filterpfeifen bestückt. Der Rest sind alles klassische Nofilter Pfeifen in allen möglichen Formen und in jeder Größe.

Auf Nachfrage werden dann auch Schränke geöffnet, wo die Schätze liegen. Hier findet der Sammler Stücke von herausragender Schönheit. Alle Pfeifen haben als Signum einen Hahn auf dem Mundstück und auf dem Holm "Vieille Bruyere Courrieu Gogolin" eingeprägt.

Bereitwillig kann man die Werkstatt, wo bis zu 10 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit der Fertigung beschäftigt sind, besichtigen. Vater und Sohn erklären gerne die jeweiligen Arbeitsschritte. Angetan war ich von einer Südseeschönheit an der Polierscheibe. Von den französischen Antillen stammend, gibt sie dem Rauchgerät mit manikürten Fingernägeln das entsprechende Finish. Die Jahresproduktion bewegt sich zwischen 60 Tsd. und 80 Tsd.

In Sichtweite von der Promenade Gogolins liegen die Jachten der Schönen und Reichen, die St. Tropez ein Stelldichein geben. So hat Courrieu auch einen sehr prominenten Kundenkreis, die sich per Foto in seinen Geschäften mit einer Pfeife zwischen den Zähnen ablichten ließen. Neben dem französischen Altrocker Jonny Holliday und Rolf Eden Berlin erkannte ich unzählige Prominenz aus der Politik und dem Showgeschäft.

Die Ortschaft Goglin erreicht man über die Abfahrt St. Tropez der Autobahn Nizza - Marseille ca. 20 Kilometer nach Nizza. Von dort geht es über Landstrassen durch Kiefernwälder noch ca. 35 Kilometer in Richtung St. Tropez. Gogolin liegt dann wenige Kilometer vor St. Tropez.

(01.08.2001)


Bilder

Im Bild ein Modell "Straight grain de luxe", eine knuffelige Billiard mit schöner Maserung und nur 2 Spots

(Manfred Arenz)

Im Bild eine Bent Albert Variation mit Kunststoffring am Kopfrand, ein paar Kittstellen - dennoch Grade "straight grain de luxe"

(Manfred Arenz)

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