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Peter Fischer
Lothar Winands
Peter Fischer - ein Schaffhauser Urviech

Peter Fischer
geboren 1949 in Schaffhausen,
CH-8200 Schaffhausen Stadthausgasse 5
Tel.: 0041 - 52 - 625 27 63
Nach Abschluss einer Kaufmannslehre kaufte er sich eine einfache Fahrkarte nach Hamburg und heuerte als 21-jähriger nach kurzer Ausbildung bei einem Kapitän als Zahlmeister auf einem Handelsdampfer an. So bereiste er die Weltmeere drei Jahre lang. 1975 mietete er einen kleinen Laden in der Schaffhauser Altstadt an und begann handwerklich mit dem Bau von Pfeifen nachdem ihn die Demonstration eines Pfeifenbauers bei einer Ausstellung in Winterthur dazu motivierte. Begann er das Handwerk zuerst noch mühsam mit vorgebohrten Kanteln, so wurde bald in die entsprechende Einrichtung investiert, und er begann mit der Fertigung künstlerischer Pfeifen. Jedes Stück aus seiner Hand ist ein Unikat, wie er selbst. Neben der Fertigung seiner Rauchgeräte war er jahrelang Barkeeper in der "Kerze" einer beliebten Jazz- und Rockkneipe. Das machte ihn unabhängig von der unbedingten Vermarktung seiner Handwerkskunst. Er sagt heute noch: Ich möchte nie abhängig sein vom Pfeifenbau, denn es ist schlimm, wenn man ein Produkt unbedingt verkaufen muss, weil man davon lebt. Die Gefahr ist sonst zu groß, dass man gelebt wird und erfüllen muss, was die Gesellschaft vorgibt.
Drei Pfeifentypen baut Peter Fischer:
die Calabash Pfeife, die Schaffhauser Jägerpfeife und die Bruyere-Holzpfeifen.
- Über die Calabash Pfeifenproduktion wurde in DAFT bereits vor einiger Zeit ein Bericht veröffentlicht. Diese Pfeifen sind mit herkömmlichen Calabash-Pfeifen nicht so unbedingt vergleichbar, da Peter Fischer den Holm und die Applikationen mit verschiedensten Materialien ausführt und sich dadurch bereits vor Jahren seinen Gebrauchsmusterschutz vom Bundesamt als die "Fischer Calabash" in die Muster- und Modellregistratur des Schweizer Bundes eintragen lassen.
- Die Schaffhauser Jägerpfeife wurde in lauschiger Jagdrunde entworfen. Seither findet dieser Typ auch weit über die Grenzen hinaus bei den Waidmännern reges Interesse.
- Fischer´s Bruyere Holzpfeifen stellen in ihrem Finish und der Präzision eine Besonderheit dar. Er fertigt nie ein und die gleiche Pfeife zweimal (Ausnahme bei DAFT Kollegen). An klassische Pfeifenformen angelehnt kreiert er immer neue Formen und setzt ungewöhnliche Materialien zur Verzierung ein. So sind Perlmutt, Edelstein, Bernstein, Elfenbein und Knochenapplikationen an Kopf, Holm und Mundstück seiner Kunstwerke zu finden. Die neueste Kreation entsteht zu Ende des Jahres in Zusammenarbeit mit einem Juwelier. Hier werden dann mit Weiss-oder Rotgoldfassungen weisse, goldene und blaue Edelsteine im Holmring eingelassen und über eine Mundstückverbindung als Schmuckübergang dem edlen Rauchgerät zugefügt. Manch ein Leser mag denken, was es doch wohl für verückte Pfeifenraucher geben muss? Aber in der Tat, Peter Fischer fertigte schon Rauchgeräte deren Platin- und Diamantverzierungen 5 stellige Beträge überschritten. Kunden hat er in mehreren Ländern. So im angrenzenden Deutschland und Österreich, in Frankreich und bis nach Lettland. Von dort bekommt er die ein oder andere Bernsteinlieferung, die bei den Calabash und Bruyere Pfeifen zu Mundstücken und Holmen gedreht und geschliffen werden. Die Herkunft seines Grundmateriales ist Griechenland und von der ligurischen Küste. Der Einkauf ist absolute Vertrauenssache und nicht jedes Bruyere eignet sich um Fischer Pfeifen zu fertigen, die nicht nur schön sind, sondern auch hervorragende Raucheigenschaften haben müssen. Mit dem Wurzelholz ist es wie mit dem Wein, er wächst schon überall, doch wenn der Boden und die Lage nicht stimmt, kommt auch nichts Vernünftiges heraus. Gutes Material kommt aus Sardinien, Korsika, Ligurien, Griechenland und Algerien. Andere Mittelmeerländer wie Frankreich und Spanien sowie Jugoslawien und Albanien verfügen über das nicht so hochwertige Material. Nicht nur die Gebietsherkunft ist von entscheidender Bedeutung sondern auch die lange seriöse Lagerung des Wurzelholzes nach der Bergung sowie die Nachbehandlung. Gutes Holz ist nahezu weiss beim Anschnitt. Von jeder Lieferung fertigt Peter Fischer zuerst einmal eine Pfeife für sich um die Qualität zu testen. So kamen aufgrund dieser Situation bereits 290 Pfeifen in diese Sondersammlung.
Ein guter Kantel kostet schon mal so 50 - 60 CHF. Der ist aber auch recht gross, wie der Verfasser bestätigen kann, und es ist durchaus machbar zwei schöne Pfeifen daraus zu fertigen. Doch wenn Feuersbrünste oder Erdbeben die Ursprungsgegend in den vergangenen Jahrzehnten heimsuchten, dann kommen Einschüsse zwangsläufig vor und der Ausschuss ist dann das Risiko des Pfeifenbauers.
Die Preise der Fischer Pfeifen liegen im Normalfall zwischen CHF 200.- und CHF 600.-
Peter Fischer ist passionierter Fliegenfischer mit eigenem Flussgewässer und Jäger im Kanton Schaffhausen. So fertigt er auch die Fliegen und Streamer, die für das Fliegenfischen in den verschiedenen Jahreszeiten benötigt werden. Beim Tabak geht seine Neigung eher in Richtung aromatisiert und so fand er durch DAFT zwangsläufig seine Liebe zum RB Plug von Samuel Gawith, den er am liebsten in einer Calabash geniesst.
Insidern sind auch seine aus Mammutzähnen gefertigten Pfeifenstopfer bekannt. Auf manch einem Rauchtisch steht in der Umgebung solch ein edles Teil um nicht nur den Tabak in der Pfeife herunter zu drücken.
Pfeifenraucher aus der Umgebung kommen auch mit allen Reparaturen und Servicearbeiten rund um die Pfeife zu Peter Fischer in seine Werkstatt, so natürlich auch mit all möglichen Fabrikaten. Meist kann man auf die "fachmännisch geräumte Pipe" warten und nach kurzer Politur sieht auch die "Pfeife vom Uralten" aus wie neu. Eine Gefahr besteht natürlich immer nach Betreten seines Ladens dass die ein oder andere den Besitzer wechselte obwohl man ja nur zum Service kam.
(10.11.2000)
Manfred Arenz
Lothar hat bereits einen Artikel über Peter Fischer verfasst.
Preise
100,- bis 300.- Euro, Einzelstücke auch darüber
Markierungen
"Fischer Schaffhausen" gerahmt als Stempel auf dem Holm,
auf dem Mundstück: weißes F
Qualitäten (aufsteigend)
selten rustiziert, glatt, glatt mit unterschiedlichen Applikationen
Das Mundstück ist aus Ebonit, Acryl oder Cumberland und für Export Deutschland mit Filter.
Kurzbeschreibung
Freie Abwandlungen klassischer Modelle, Design-Pfeifen und hochwertige Calabashs
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Bilder
Im Bild eine Variante einer Canadian-Billiard.
Die Pfeife ist eine der preiswerten Klasse für ca. 130,- Euro.
Die Maserung ist lebendig ohne flaue Stellen, die Pfeife ist nicht gekittet und besitzt 3 kleine Spots auf dem Holm.
Eine recht preiswerte Freehand mit vorzüglichen Raucheigenschaften
(Manfred Arenz)
(Karl-Heinz Krebs)
(Karl-Heinz Krebs)