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Jens Holmgaard
Jörg Lehmann
Es passiert selten, aber es kommt vor: Mit den Werken des Dänen Jens Holmgaard gelangten eine Reihe exzellenter Pfeifen in die Öffentlichkeit, erst nachdem deren Schöpfer bereits verstorben war. Holmgaard wurde 1937 geboren und hat viele Jahre als Werklehrer gearbeitet und sich berufsbedingt viel mit Holzbearbeitung beschäftigt. Er wohnte in unmittelbarer Nähe von Sixten Ivarsson in Kopenhagen und konnte von seiner Werkstatt aus direkt in die von Sixten hineinschauen. Jens und Sixten schlossen bald miteinander Bekanntschaft und unter Anleitung und mit Unterstützung von Sixten begann Jens 1980 mit dem Pfeifenbau. Es ist nicht bekannt wie viele Pfeifen Jens je gefertigt hat. Offensichtlich waren sie auch nicht vorrangig zum Verkauf bestimmt, jedenfalls kam es aus gesundheitlichen Gründen nie dazu, dass Jens den Pfeifenbau zum alleinigen Beruf machte, vielmehr fertigte er ca. 1995 seine letzte Pfeife an.
Nach dem Tode von Jens im Jahre 2004 fand dessen Bruder, der die Werkstatt auflösen musste, circa 50 ungerauchter Pfeifen und trat an Lars Ivarsson heran, um diese ungerauchten Pfeifen zum Verkauf anzubieten. Lars fand die Pfeifen schön und sorgsam gearbeitet und empfahl Jens´ Bruder, sich an Per Billhäll zu wenden, der nunmehr diese Pfeifen zum Verkauf anbietet. Ich kenne inzwischen Bilder all dieser Pfeifen und habe mehrere davon auch selbst in der Hand gehabt. Die Pfeifen wurden sehr sorgfältig aus bemerkenswertem gutem Holz ausgeführt, haben eine sehr gute Oberflächenbearbeitung, schöne Kontrastfärbungen und zeigen viel Kreativität. Obwohl man durchaus den Einfluss von Sixten (der 1980er Jahre) erkennen kann, entwickelte Jens einen eigenen Stil. Zu den Ziermaterialien, die Holmgaard verwendete, gehörten neben Horn auch Bambus und Buchsbaum. Die Mundstücke aus Ebonit sind sauber gearbeitet und haben einen gefälligen, flachen Biss. Ich besitze zwei Holmgaard-Pfeifen, von denen ich eine regelmäßig mit großem Genuß rauche.
Leider sind die Pfeifen von Jens Holmgaard nicht gestempelt, was den Sammler stören mag. Wer aber eine gut gemachte, stilistisch schöne, ungewöhnliche Pfeife aus altem, guten Holz mag, wird mit einer Holmgaard sehr zufrieden sein.
(29.03.2005)
Bilder
(Jörg Lehmann)
(Jörg Lehmann)