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Lars Ivarsson

Lars Ivarsson
Manfred Arenz
Der 1944 geborene Lars Ivarsson hat das Pfeifemachen von seinem Vater Sixten Ivarsson gelernt. Anfangs wollte er "was Vernünftiges" lernen, und fertigte Pfeifen nebenbei als Schüler.
Sein Diplom hängt in irgendeinem Schrank, der Erfolg seiner Modelle und eine gut verdienende Ehefrau ließen ihn dann doch Pfeifenmacher werden ...
Lars hat nie den Stil seines Vaters kopiert, zusammen mit Jess Chonowitsch entwickelte er in seiner "wilden Zeit" atemberaubend gemaserte Cross-Grain Modelle bei denen z.B. eine Kugelform links und rechts reine Birdeyes aufweist, unterbrochen von einem umlaufenden, facettierten Scheitel mit Straight Grain.
Dieses Modell nennt man unter Sammlern "Blowfish" - der Preis ist jenseits von gut und böse ...
Lars fertigt nur 50 bis 100 Pfeifen pro Jahr, alleine das Endfinish braucht bei ihm Tage (schleifen, schleifen, schleifen - mehrfach Kontrastbeizen - ölen - Wachsen).
Alle Modelle werden pro Jahr durchgängig numeriert. Leichte Fehler in der Oberfläche wandelt Ivarsson mit einem eigenen Sandstrahlgebläse zu einem tiefgetrahltem Finish um.
<H3>Zusatz von Heiko Jahr</H3> Seine Bißstärken liegen um die 3,5 mm und damit an der Grenze des machbaren. Der meist deutliche Absatz zwischen Mundstück und Holmapplikation hat übrigens einen ganz einfachen praktischen Grund:
Mundstücke aus Ebonit müssen logischerweise immer wieder poliert werden, dabei kommt es selbstverständlich immer zu einem kleinen Abrieb, so daß über die Jahrzehnte die Verschachtelung nicht mehr vorhanden ist. Dem geht man mit dieser Methode IMO sehr elegant aus dem Weg.
Preise
ab 500 Euro (wenn man Glück hat ! ), nach oben offen ...
Markierungen
kreisförmiger Stempel "An Ivarsson Pruduct" auf dem Holm, zusätzlich sein Signum "LI" in verschlungener Schrift
(ohne Signum = Sixten Ivarsson , "NI" = Tochter Nanna Ivarsson).
zum Teil Einzelnumerierung + Jahreszahl auf dem Holm.
Qualitäten
(aufsteigend): sandgestrahlt - glatt, in Braun, Rot, Orange, Natur.
Topmodelle werden zusätzlich mit einem Fischsymbol gestempelt. Das Mundstück ist aus Ebonit und ohne Filter, häufig mit Zwischenringen aus verschiedensten Materialien abgesetzt.
Kurzbeschreibung
Mit das Exclusivste was an Danish-Handmade Pfeifen zu bekommen ist! Manche alten Supermodelle werden gebraucht über dem damaligen Neupreis gehandelt ...
Jörg Lehmann
Wenn man an Lars Ivarsson, Sohn des unvergessenen Sixten Ivarsson, denkt, hat man irgendwie den Eindruck eines noch jungen Mannes im Hinterkopf. Dabei fertigt Lars, immerhin Jahrgang 1944, seit gut 40 Jahren Pfeifen unter eigenem Namen an, nachdem er zuvor in der väterlichen Werkstatt mit Pfeifenreparaturen sein Taschengeld aufgebessert hat. Heute zählt Lars Ivarsson zu den drei weltweit begehrtesten (und teuersten) Pfeifenmachern, nach Bo Nordh und etwa gleichauf mit Jess Chonowitsch.
Frühe Pfeifen von Lars Ivarsson, die man gelegentlich als Estates bekommen kann, zeichnen sich nicht unbedingt durch stilistische Eigenständigkeit aus, Anleihen beim Vater sind unverkennbar. Die jüngeren Pfeifen zeichnen sich durch schwungvoll-kühne Formgebung aus (z.T. sehr lange Holme). Lars verwendet gern sehr schöne, schlichte Zierringe aus Holz und Elfenbein, seltener Silber. Lars gilt als Erfinder des Kugelfisch- ("Blowfish") Designs, einer extrem gedrungenen, kurzen und stark "geknickten" leicht asymmetrischen Pfeifenform, die durch eine scharfe Kante gekennzeichnet ist, die vom Kopfrand über die Seite des Kopfes in eine Kante am Holmboden übergeht. Aus unerklärlichen Gründen wird allerdings heute vielfach eine ganz andere Pfeifenform als "Blowfish" bezeichnet.
Kritisch sei auch bemerkt, dass Lars manchmal Pfeifen fertigt, bei denen er die Naturborke am Kopfboden oder gar seitlich am Kopf stehen lässt. Mir gefällt so etwas persönlich nicht, da es das haptische Erlebnis beim Pfeiferauchen empfindlich stört.
Die Pfeifen werden wie folgt gestempelt: runder Stempel "AN IVARSSON PRODUCT" (auch von Sixten I. verwendet) und dazu in geschwungenen Lettern "L.I." "NN/JJ" bzw. bei sandgestrahlten "S NN/JJ" für (z.B. S 14/01). Zu jeder Pfeife gibt es einen schlichten, grauen Lederbeutel, der die gleiche Bezeichnung trägt.
Ivarsson verwendet Einrauchpaste und fertigt, mit einer einzigen Ausnahme, nur Pfeifen mit Normalbohrung an.
Ein grading gibt es nicht, besonders schöne Stücke werden mit "Fish" gestempelt. Dieser Stempel wurde bisher aber nur ca. 30 Pfeifen "verliehen", wird also nicht inflationär verwendet.
Die aktuellen Pfeifen von L.I. sind ein echter Hingucker und vielfach wird es wohl beim Hingucken bleiben müssen: Eine L.I. kostet als Estate kaum unter 1000.- EURO, neue Sandgestrahlte ab 2200.- EURO. Glatte Pfeifen kosten ab ca. 3500.- bis 6500.- EURO, (Stand 11/03) was angesichts der Tatsache, dass glatte Pfeifen, die nicht mit "Fish" gestempelt sind, selten eine Maserung zeigen, welche als aufsehenerregend bezeichnet werden darf, doch recht kühn ist.
Lars Ivarsson fertigt zudem sehr schöne und gleichfalls sehr teure Messer aus damasziertem Stahl an, die ähnlich wie seine Pfeifen gekennzeichnet werden.
Bilder
Der sogenannte "Blowfish"
(Manfred Arenz, 06.06.2009)
Eine Bent mit oval beschliffenem Kopf (Photo von F.Rossi)
(Manfred Arenz, 11.02.2009)
Im Bild eine Billiard mit ovalem Holm und breitem Sattelmundstück.
Der Zierring ist aus Ochsenknochen, alle Bohrungen perfekt gefast, und sogar innen poliert ...
Ein Sammlerstück, nur zum Rauchen eigentlich zu teuer.
(Manfred Arenz und Heiko Jahr)
(Jörg Lehmann)
(Jörg Lehmann)
Eine Lars Ivarsson mit 9mm Filter.
(Jörg Lehmann)
Lars' Variation einer Apple mit Silberring.
Unspektakulär, aber auf den 1. Blick als Lars Ivarsson erkennbar.
(Manfred Arenz)
(Mathias Dittmar)
(Mathias Dittmar)