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Vauen

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VAUEN

Frank Navissi

VAUEN ist die älteste deutsche Pfeifenfabrik. Sie hat ihren Sitz seit 1848 in Nürnberg und stellt heute jährlich etwa 50.000 Pfeifen her. (Quelle: Rutzen) Da VAUEN sich als Erfinder der 9mm-Filter bezeichnet ist es nicht erstaunlich, dass ausschließlich nur Filterpfeifen gefertigt werden.

Seit 1911 sind VAUEN-Pfeifen mit einem weißen Punkt auf dem Mundstück gekennzeichnet. Da auch Dunhill dieses Zeichen verwendet und ein jahrelanger Rechtsstreit die Urheberschaft nicht eindeutig klären konnte, werden VAUEN-Pfeifen außerhalb Deutschlands mit einem grauen Punkt geliefert.

VAUEN stellt etwa 250 verschiedene Modelle her, die in der Preislage von 40,- bis 400,- Euro liegen, wobei nur die höherwerigen Pfeifen echte Handmades sind; Serienpfeifen werden an Kopierfräsen hergestellt.

Die Modellpalette reicht von klassischen Pfeifen über Churchwarden bis zu solchen Exoten wie der Zeppelin-Pfeife. Leider gibt es hinsichtlich der Qualität der Pfeifen einige Beanstandungen aus den Reihen der Daftler.

Zweitmarke: Kansas


Manfred Arenz

Der Prophet gilt nicht viel im eigenen Land? Zugegeben bin ich kein Sammler von Vauen-Pfeifen, die Gründe liegen aber nicht in den von Nic aus einer Newsgroup-Diskussion zitierten Qualitätsproblemem (die ich so undifferenziert auch nicht stehen lassen kann), sondern eher in persönlichen Vorlieben hinsichtlich Filtergebrauch und daraus resultierend schlankeren Formen.

Hinsichtlich der Qualität ist Vauen nach meinem Wissen vorbildlich, gerade was die Behandlung berechtigter Reklamationen betrifft! Die zitierten Qualitätsprobleme beziehen sich nach meiner Erinnerung im ungleichmäßigen Nachdunkeln der Kittstellen (ein ausschließlich ästhetischer Aspekt) und in der Schwierigkeit, als Nicht-Filterraucher passende Adapter zu finden (betrifft die Mehrheit – also Filterraucher – nicht).

Die Pfeifen an sich sind anständig und mit der nötigen Sorgfalt verarbeitet, hinsichtlich Kitten und Lackierung macht Herr Eckert auch keine Geheimniskrämerei: Durch die in der Serienfertigung vorab festgelegte Form sind eben die meisten Pfeifen mit kleineren Kittstellen versehen, lackiert wird hauchdünn damit sich die Beize nicht abgreift.

Fazit

Vauen-Pfeifen sind für Anfänger und als Alltagspfeife durchaus zu empfehlen, der relativ hohe Preis erklärt sich eben aus der Fertigung ausschließlich am Standort Deutschland. Innovativ und vom Marketing versiert ist Vauen allemal!

(31.10.2004)


Armin Lange

Ich besitze eine Vauen Prince aus dem Danpipe-Katalog 2005 (S. 55 ganz oben) - wie man sieht ein sehr preiswertes Teil. Und sie ist eine meiner absoluten Favoriten beim täglichen Rauchopfer! Darum hier eine kleine Vauen-Ehrenrettung ...

Das Outfit: Gerade tagsüber schätze ich die kleine Pfeife zwischendurch - dafür ist die Prince geradezu ideal. Die Pfeife hat eine 2-3 sehr kleine Kittstellen, ansonsten ist die Maserung trotz der dunklen Beize gut als gleichmäßig zu erkennen. Das Finish ist seidenmatt und sehr handschmeichlerisch. Der Zierring soll versilbert sein, leuchtet dafür ein bisschen hell - erfüllt aber dennoch einen guten Zweck, den trotz Filterkammer angenehm dünnen Holm vor Rissen zu bewahren. Ansonsten gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen, das Mundstück ist vielleicht ein bisschen klein, ist aber im Blick auf die Gesamtgröße der Pfeife stimmig. Die Pfeife liegt schön in der Hand und ist unten abgeflacht, so dass sie gut auch einmal aus der Hand gelegt werden kann. Wegen des geringen Gewichts kann sie aber auch gut ohne Handunterstützung freihändig zwischen den Zähnen behalten werden. Das macht sie zusammen mit ihren extrem unkomplizierten Raucheigenschaften zu idealen Schreibtischpfeife. Die Rauchkammerbohrung ist perfekt: Trotz des kleinen Formates ist sie angenehm breit, nach unten hin verjüngt sie sich ganz leicht und läuft spitz aus, und das Bohrloch ist wirklich am allertiefsten Punkt sehr mittig, aber dennoch ganz leicht seitlich angebracht. So gelangen keine Tabaks- oder Aschenkrümel in den Rauchkanal, der Tabak kann aber auch in kleineren Mengen sehr gleichmäßig und vollständig abbrennen.

Rauchtechnisches: Ich nutze die Vauen nur für Latakiamischungen (EMP, Old Dublin, Cremon). Sie kommt dem Ideal der rauchtechnisch perfekten Pfeife extrem nahe. Tabak rein, leicht zusammengedrückt, noch einmal eine Lage drauf und ein wenig fester gestopft, anzünden, und das wars dann. Gelegentlich ist Nachstopfen nötig, die drei genannten Tabake brennen sehr geschmackskonstant ab, irgendwann so nach einer dreiviertel Stunde zieht die Pipe nicht mehr richtig, man schaut hinein und erblickt überrascht einen letzten Funken Glut in einem kleinen Häuflein weißer Asche. Bei keiner anderen meiner - besseren! - Pfeifen bekomme ich das Rauchopfer so unkompliziert und rückstandslos hin.

Fazit

Daumen unbedingt hoch für dieses gelungene Stück "Made in Germany". Auch wenn sie Maserungs-Puristen keinen Blick wert ist - sie tut schlicht das, was eine Pfeife eigentlich soll: unkomplizierten Rauchgenuss möglich zu machen, und das nahezu perfekt.

(02.12.2005)


Bilder

Eine Solitaire, Shape 3206 mit Holmabschluß aus dunkelem Horn, so daß die Biegung dieser Fullbent noch extremer ausgeführt werden konnte.

(Manfred Arenz, 19.07.2009)

Hier eine Vauen Jubiläumspfeife 160 Jahre.

Die gekreuzten Pfeifen im Mundstücksignet erinnern mich im Zusammenhang mit der scharzen Farbe an den Bergbau...

Leider ist der Lack nicht sehr hitzefest und wirft schnell Blasen; ist zwar mein Fehler (man raucht nicht immerzu behutsam), aber die Folgen sind schon ärgerlich :(

(Manfred Arenz, 30.12.2008)

Eine kittfreie (nicht selbstverständlich) Pfeife mit Maserung (daher "Solitaire"-Grade)

(Manfred Arenz, 20.12.2007)

Oben abgebildet ist eine VAUEN Fasson 56 in dem "edition" genannten Finish, dass sich durch die Naturfarbe auszeichnet. Die Pfeife ist ungebeizt und unlackiert, sie hat drei kleine Spots und war deshalb für den Preis von ca. 75,- Euro recht günstig. Ihre Raucheigenschaften sind sehr gut.

(Frank Navissi)

Vauen Luxus mit Silberring. Eine nette Flakepfeife.

(Manfred Arenz)

Vauen Solitair

(Heinz G. Martinek)

(Manfred Arenz)

Im Bild oben eine Solitaire (Freehand), nicht berauschend gemasert und auch nicht kittfrei, aber gemütlich und originell geformt.

Unten eine Pfeife der Barontini-Serie, welche nicht den weißen Punkt auf dem Mundstück trägt.

(Manfred Arenz)

(Arno Vogt)

(Arno Vogt)

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