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Roger Wallenstein
Manfred Arenz
Roger Wallenstein lebt im Saarland und begann 2004, angeregt durch Besuche und Hilfe von
Gerhard Wilhelm, Cornelius Mänz, Peter Klein und später u.a. Jörgen Nielsen, Poul Ilsted, Joao Reis und Axel Reichert das Pfeifemachen.
Mit seinem Partner Pit Rohrbach verkauft er seine Stücke im Direktvertrieb über
http://www.blue-lobster-pipes.de
Seine Pfeifen zeichnen sich durch eine gewisse "Wildheit" aus,
eigenwillige Skulpturen, die manchmal erst auf den zweiten Blick als Pfeife erkennbar sind.
Dabei kann durchaus einmal z.B. der Holm dicker als die Pfeife sein,
das Mittelteil im Holm "fehlen" und durch ein Metall-/Hornrohr ersetzt sein,
die Form selbst aus einem "Alien"-Film zu stammen oder ungewöhnliche Farben
eingesetzt sein.
Die Modelle sind meist asymmetrisch in der Form.
Sicher gefällt nicht jedem jedes Modell, aber die Formen sind durchaus harmonisch
(oder bewußt auch eben nicht), und sind einfach "anders".
Preise
120,- bis z.Zt 400,- Euro
Markierungen
Stilisiertes (in Form eines Hummers) "Wallenstein" und Grade auf dem Holm
Qualitäten
erste Modelle ohne Grade, später (aufsteigend):
Krabbe - 2 Krabben - Muschel - 2 Muscheln - Hummer - eingelassene Perle
aktuell: Krabbe - Meeresschnecke - Jakobsmuschel - Taschenkrebs - Hummer - eingelassene Perle
Kurzbeschreibung
Wild - nicht jedermanns Sache - aber originell und anständig gefertigt.
Das Mundstück ist aus Ebonit - meist ohne Filter erhältlich.
Handmades für faire Preise, durch Direktvertrieb über Homepage oder auf Messen.
(24.05.2008)
Martin Reck
Die Zeiten des Direktvertriebs sind vorbei. Wallenstein-Pfeifen sind inzwischen nur noch im Ausnahmefall direkt zu erwerben, weil sie seit kurzem exklusiv über einen bekannten Großhändler vertrieben werden. Im Lauf der Zeit werden sie aber in den wichtigsten und am besten sortierten Pfeifengeschäften Deutschlands im Sortiment sein.
Wallensteins überbordende Kreativität führt ihn immer wieder auch in Bereiche, die vor ihm noch kein Pfeifenmacher erkundet hat. Beispielsweise werden neue Materialien ausprobiert, wie in letzter Zeit australisches Jarrah-Holz als Werkstoff. Das harte und tiefrote Holz zeigt eine interessante Maserung und bietet angenehme Raucheigenschaften. Oder er erprobt neue Wege zur Oberflächenbehandlung: Bei einem dieser Versuche ist das "Driftwood"-Finish entstanden, das dem Bruyère völlig neue und bisher ungekannte Nuancen entlockt.
In jedem Fall bieten Wallenstein-Pfeifen neben unerreicht hohem Wiedererkennungseffekt (und erheblichem Suchtpotenzial für Sammler) rauchtechnisch beste Eigenschaften. Wallenstein, der selbst leidenschaftlicher Pfeifenraucher ist, hält seine Pfeifen gern zwischen den Zähnen. Da verwundert es nicht, dass viele seiner Stücke dafür optimiert sind, ermüdungsfrei im Mundwinkel zu hängen.
Fazit
Wer sich mit Wallensteins Formen anfreunden kann, dem sind seine Pfeifen uneingeschränkt zu empfehlen.
(30.12.2008)
Links
Bilder
Eine Dunloy
(Manfred Arenz, 11.02.2009)
M50
(Martin Reck, 30.12.2008)
Jarrah-Holz, "Longford"
(Martin Reck, 30.12.2008)
"Driftwood"
(Martin Reck, 30.12.2008)
Im Bild eine "Muschel"-gradierte Pfeife, bei der der Holm durch ein Rohr aus Horn
ersetzt ist - das Mundstück steckt in einem Ebonitzapfen.
Die Pfeife ist recht kurz, dennoch von geräumigem Füllvolumen
und ein echter Handschmeichler :-)
(Manfred Arenz, 24.05.2008)