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7 Reserve

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Rattray's 7 Reserve

(Pfeifentabak)

Markenname:Rattray's
Hersteller:Kohlhaase & Kopp
Mischung:Virginia/Oriental/Latakia
Schnittbreite:Mixture
Typ:englisch
Stärke:leicht-medium
Verpackung:100 Gramm Hochdose
Preis:15,08 Euro

Björn Hollensteiner

Die Tabake von Rattrays stehen in dem Ruf, DIE Vertreter der klassisch englischen Geschmacksrichtung zu sein. Dass nach meinen bisherigen Erfahrungen die Werbetexte der Hersteller mit dem wahren Geschmack des Tabaks herzlich wenig zu tun haben, trifft für die Rattrays allerdings offenbar nicht zu. Deshalb möchte ich an den Anfang meines Reviews die von Rattrays gegebene, IMO sehr passende Beschreibung setzen: "This renowned mixture is specially designed for those, who smoke continuously throughout the day. Hourly devotion does not impair its fragrance or render the palate innocuous to its charm. The constituents are of the same quality and grade as Red Rapparee with this difference, the proportions have been adjusted to meet the requirements of the constant and not the intermittent smoker. It is the fastidious smokers companion."
7 Reserve besteht aus den gleichen Grundkomponenten wie Red Rapparee , Virginias, Orientals und Latakia. Die Mischung bietet einen hübschen dreifarbigen Anblick, von hellbraun über dunkelbraun in schwarz übergehend. Der Duft ist getragen von den Orientals und dem Latakia. Der Tabak lässt sich leicht stopfen, problemlos entzünden und glimmt hervorragend. Man hat auch bei sehr langsamem Rauchen keine Probleme, die Pfeife in Gang zu halten.
Der Geschmack ist sehr von der Würze der Orientals geprägt, doch auch der Latakia redet ein Tönchen mit. Die Virginias geben nur ein wenig herbe Süße dazu. Im Vergleich mit Aylesburys Virginia Blend ist dieser Tabak deutlich herber. Leider kommen von Mitrauchern die üblichen Verschmähungen ob des Latakiaanteils. Es ist so wie in DAFT schon mal beschrieben: der Genuss erschließt sich nur dem Raucher. Das Aroma bleibt durch die ganze Füllung erhalten, bessert sich IMO sogar gegen Ende der Füllung noch. Übrig bleibt ganz wenig graue Asche. Probleme mit Kondensat und Zungenbiss scheinen diesem Tabak fremd zu sein.
Rattray druckt ein "medium" auf die Dose, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Ich empfinde den Tabak eher als leicht, was aber mit Sicherheit individuell verschieden ist. Ich habe gestern drei Füllungen direkt hintereinander geraucht ohne jegliche Probleme zu bekommen.
Fazit:
Wie Rattray schon schreibt: "An everydays smoke" mit dem wohl jeder Liebhaber englischer Mischungen zufrieden sein kann. Wer einen höheren Verbrauch an Tabak hat, wird wohl der hohe Preis stören. Leider sind die Rattrays in Deutschland alle recht teuer. Wer mit englischen Tabaken einsteigen will, sollte diesen einmal probieren. Er wird durch die hohe Qualität der Komponenten entschädigt werden.


Frank Nicolai

Auch dieser Tabak lässt mich wieder ausrufen: "Charles Rattray for president!".

Dieser Reservist ist eine englische, vom Oriental getragene Mixture, wie sie auch der Red Rapparee aus gleichem Hause darstellt. Ich würde den RRR als den größeren und kräftigeren Bruder ansprechen.
7 Reserve ist zwar als medium ausgewiesen; ich empfinde ihn jedoch eher als auf der leichteren Seite von medium. Er gehört zu den wenigen Tabaken, die ich meist ohne Filter rauche. Und das spricht sehr für seine Qualität und nicht für fehlende Fülle; denn Leichtigkeit bedeutet nicht gleichzeitig Geschmacksarmut. Ganz im Gegenteil kann die Reserve einen guten all-day-smoke abgeben, weil er trotz der Komplexität, die sich aus dem Zusammenspiel der würzigen, leicht sauren Orientals, den verhältnismäßig "leisen" Latakia-Anteilen und der milden und leicht herben Süße der Virginias ergibt, zu jeder Tages und Nachtzeit schmeckt und sowohl dem konzentrierten Genießen als auch dem "Nebenher-Rauchen" zuträglich ist.
Er brennt hervorragend, aber nicht auf der Zunge. Er lässt sich problemlos filterlos rauchen, da die Filter eh fast weiß sind, wenn man sie denn benutzt. Und geschmacklich erschließt er sich wirklich vor allem dann, wenn alle Kohle-, Meerschaum-, Holz- oder Papierhindernisse aus dem Wege geräumt sind.
Ich rauche ihn am liebsten aus kleinen oder mittleren oder großen Pfeifen, die dazu noch hoch oder niedrig bzw. weit oder eng sein müssen. Und ich rauche ihn langsam, denn er verzeiht zwar zu kräftiges Ziehen und verursacht keinen Zungenbrand, aber er straft den eiligen Raucher mit Geschmacksverlust und ist aber doch so freundlich, diese Strafe bei Disziplinierung des Rauchers wieder aufzuheben.
Alles in allem: Er schmeckt mir immer und ich fühle mich gezwungen(?), mich nun dem RRR noch einmal zu widmen, der vor einem Jahr nicht gar so gut bei mir wegkam.
Fazit:
Dieser Tabak gehört trotz seines Namens nicht auf die Reservebank!

(27.06.2000)


Adrian Schmidtke

Grundsätzlich halte ich es für überflüssig, einen Tabak zu reviewen, der bereits mehrfach ausführlich und kompetent besprochen worden ist.
Besonders überflüssig sind solche Zusätze, wenn sie keine wesentlichen Abweichungen zu den bereits zuvor getroffenen Beurteilungen bringen. Die Begeisterung, die dieser Tabak von der ersten Füllung an bei mir ausgelöst hat, zwingt mich jedoch förmlich, ihm durch diesen Zusatz noch ein wenig mehr zu huldigen - voilà: ein überflüssiges Review ;-)

Der 7 Reserve ist eine klassische englische Mixture, die sich von den meiner Meinung nach exemplarischen Vertretern klassischer englischer Latakia/Orient/Virginia-Mixtures - Early Morning Pipe und My Mixture 965 aus dem Hause Dunhill - allerdings erheblich unterscheidet. Laut Hersteller ist er nämlich zum "Nebenher-Rauchen" gemacht und für Raucher abgestimmt, die den ganzen Tag über rauchen. Dieser etwas ungewöhnlich anmutende Werbetext auf der Dose trifft die Sache meiner Meinung nach sehr gut, wenn auch nicht vollständig.

Treffend ist diese Beschreibung, weil der 7 Reserve einen wirklich unglaublich milden und runden Geschmack offenbart. Er bedarf (wenn man einigermaßen langsames Rauchen gewöhnt ist, und sich nicht zu kleinen, behutsamen Zügen zwingen muß) kaum Aufmerksamkeit und brennt mit einer wunderbaren geschmacklichen Konstanz ab. Plötzlich ist nur noch feine Asche in der Pfeife, ohne daß sich dies in irgendeiner Form angekündigt hätte. Ähnliches gilt für die Konditionierung des Tabaks; der 7 Reserve produziert kaum Kondensat und sottert nicht im geringsten. Wenn man englische Mixtures mag und gerne "nebenher", bei der Arbeit oder beim Lesen raucht, ist dieser Tabak ein idealer Kandidat.

Unvollständig ist diese Beschreibung, weil sie - höchstwahrscheinlich unbeabsichtigt - assoziiert, daß sich dieser Tabak nicht zum bewußten Rauchen eignen würde. Dies wäre ein Trugschluß; Langeweile kommt auch bei konzentriertem Rauchen zu keinem Zeitpunkt auf. Der Grundgeschmack (ich würde ihn als "nussig" bezeichnen) verstärkt sich im Laufe der Füllung mehr und mehr und bekommt im letzten Drittel eine sehr angenehme pfefferige Note. Der 7 Reserve ist längst nicht so süß wie die Dunhills, sondern neigt eher zum Herben und Würzigen. Dennoch ist er sehr mild und rund und insgesamt äußerst zungenschonend. Die Aromen sind insgesamt wenig komplex, was ich aber durchaus nicht abwertend meine. Der Tabak ist zu keinem Zeitpunkt langweilig; das Gegenteil ist der Fall. Der Geschmack ist sehr gradlinig und die einzelnen Grundtabake lassen sich, hat man sich erst einmal in die Grundkomposition hineingeschmeckt, zu jedem Zeitpunkt auseinanderhalten. Mit diesem Geschmack assoziiere ich keinen homogenen Aromen-Brei sondern sorgfältig abgestimmte Zutaten, die hervorragend miteinander harmonieren und dennoch eigenständig nebeneinander stehen.

Der 7 Reserve schmeckt weitaus eleganter als die beiden genannten Dunhills; Assoziationen mit Hafen und Kamin kommen mir bei diesem Tabak nicht. Gleichwohl ist er auch weitaus weniger voluminös; sowohl in Bezug auf seinen Geschmack als auch bezüglich seines Nikotingehaltes. Durch seine Milde - ich würde den 7 Reserve durchaus als "mild" mit einer leichten Tendenz zu "medium" einstufen - ist er hervorragend dafür geeignet, Pfeifenrauchern, die gewöhnlich zu 9mm-Filtern greifen, das ohne-Filter-Rauchen schmackhaft zu machen. Hierfür würde ich allerdings ein ruhige Stunde empfehlen; raucht man ihn - vornehmlich ohne Filter - zu hastig, neigt er zu böser Schärfe und straft mit sofortigem Geschmacksverlust. Dies ist aber auch die einzige Schwäche, die ich ihm ankreiden könnte.

Fazit:
Ein vorzüglicher Tabak, den ich nicht mehr missen möchte. Einen Vergleich mit den "großen" Dunhills braucht er nicht zu scheuen, zumal er einer ganz anderen Konzeption unterliegt. Meine bedingungslose Empfehlung hat er.

(09.09.02)

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