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Rattray's Accountants' Mixture
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Blended for Charles Rattray, Perth, Scotland |
| Mischung: | Virginia, Oriental, Latakia |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | stark |
| Verpackung: | 100 g |
| Preis: | 29,50 DM |
Thomas Schoke
Schnitt: Mixture, ca. 1,2 mm breit, kurze und mittlere Länge
Farbe: Mittelbraune und dunkle Töne dominieren, helle VA's geben schönen Kontrast. Hauptsächlich roter VA, BC und Latakia.
Würztabake: Deutlich mehr als nur ein Hauch Latakia, ohne dass die Mischung "einseitig" wirkt. (Kein Perique, ok?!!)
Aroma: Nicht aromatisiert, kein erkennbares Top-Flavour.
Stärke: mittelkräftig bis kräftig, nach etwas Gewöhnung sogar zungenmild. Auf der Dose steht: A full Tobacco. Stimmt! Sehr volles aber unaufdringliches Aroma und jede Menge "Fülle". (Kräftiger als Dunhill 965 würde ich sagen...)
Abbrand: Gleichmäßig glimmend, gutes Brennverhalten. Feine weiße Asche, kein Gesotter. Aus kleinen und mittleren Pfeifenköpfen rauche ich diese Mixture am liebsten..
Beurteilung:
Diese Mixture hat einen festen Platz in meinem Pfeifenschrank! Kräftig, stark, einfach klasse! Für alle Freunde dieser Geschmacksrichtung ein Muss!
Raumnote: Typisch englische Latakia-Mischung eben
Frank Nicolai
Rattray's Accountants Mixture wird sehr oft erwähnt und gilt zu Recht als Referenztabak, an dem sich andere "Engländer" messen lassen müssen.
Es gibt etliche gute Tabake dieser Richtung, so kam es, dass ich RAM lang nicht mehr in meinen Pfeifen hatte. Doch nun habe ich mir mal wieder eine Dose gekauft und - ganz entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten - sie nicht erst ins Regal gestellt, um die offenen Tabake aufzurauchen, sondern sie sofort geöffnet. Dieser Tabak ist es aber auch wert, geraucht zu werden und nicht geschlossen im Schrank auszuharren.
RAM ist ein typischer Engländer; bestehend aus VA, Orientalen und einem sanften Latakia. Doch wenn ich "sanft" sage, dann meine ich nicht, dass er einfach und flach ist. Ganz im Gegenteil: schon der Geruch des Tabaks lässt es vermuten: er ist auf der starken Seite angesiedelt.
Getragen von der unaufdringlichen Süße der Virginias erschließen sich die nuancenreichen Orientals, die vom Latakia nur gewürzt werden. Der Rauch gibt einem das Gefühl von großer Fülle; man spürt förmlich, wie der Mundraum mit Rauch gefüllt wird. Selbst bei nur "nippendem" Rauchen hat man nicht das Gefühl, nur warme Luft zu ziehen.
Typisch für Rattray's: der Genuss steigt proportional mit der Dauer des Rauchens. Ich empfehle daher große Pfeifenköpfe, um dem Geschmack wirklich alles abzugewinnen. Die benutzten Tabake entsprechen dem von Rattray gewohnten Qualitätsanspruch. Sie sind hervorragend gemischt; es gibt keine Strünke und keinen Staub; der Tabak entmischt sich auch nicht.
Die Raumnote birgt ein Geheimnis, dass ich noch nicht ergründen konnte: Wer in die glückliche Lage kommt, nichtrauchend in der Nähe eines RAM-Rauchers zu verweilen, wird erschnuppern, dass der Tabak verschieden durftet; mal spielt der Latakia die erste Geige, mal wirkt der Geruch wirklich streng; dann wieder kommt die leichte Säure der Ortientalen zum Tragen. (Im Geschmack ist dieser Wechsel nicht ganz so krass zu erkennen.)
Fazit:
RAM ist einer meiner wenigen Favoriten; ein Tabak, der zu meinen "Muss-ich-haben"-Tabaken zählt. Obwohl sehr komplex und sehr stark ist es ein Tabak, auf den ich mich immer verlassen kann; wie ein guter Freund, der auch nicht böse ist, wenn man seine kurzfristige Freundschaft einem anderen zuwendet; RAM weiß: Ich komme zu ihm zurück.
(30.05.2000)
Björn Hollensteiner
Der Accountants (RAM) ist ein Tabak, der schon sehr lange in nahezu unveränderter Form auf dem Markt ist. Er gehört unter den 10 Tabaken, die Charles Rattray in Perth/Schottland vor fast 100 Jahren "erfunden" hat, zu denen, die die klassische "Latakia-Blend"-Linie vertreten. Der Hauptvetreter dieser Linie ist sicherlich der Red Rapparee, Abkömmlinge sind der 7 Reserve, der Black Mallory und auch der RAM.
Bestimmend für diese Tabake ist jeweils eine konstante Grundmischung aus Virginias, Orientals und Latakia, die in ihren einzelnen Komponenten moduliert wurden. Während der Red Rapparee einen höheren Orientalanteil besitzt, wurde dieser beim Accountans zugunsten eines höheren Latakiaanteils verringert.
Dies zeigt sich auch beim Rauchen. Der Tabakduft wird bestimmt von der Süße der Virginias und einer kräftigen Latakianote. Zusammen ergeben beide eine Duft, der mich manchmal an Nüsse erinnert, allerdings an rauchige Nüsse. Manchmal kommt mir der Tabakduft auch etwas harsch vor, manchmal auch süß. Das weiche, samtige Gefühl auf der Zunge, das sich beim Red Rapparee einstellt, fehlt jedoch dem RAM. Man sollte den Tabak ohne Filter rauchen, sonst kann er sehr eintönig und herb wirken.
Die Abbrandeigenschaften sind wie erwartet hervorragend, auch ohne Filter entsteht nur wenig Kondensat und der Tabak verbrennt zu sauberer Asche. Benutzt man einen Filter, so bleibt dieser fast sauber. Die Stärke des Tabaks würde ich für medium halten.
Fazit:
Ganz empfehlenswert für jene, die den Duft des Latakias schätzen und einen unkomplizierten, hochwertigen Tabak suchen. Mir persönlich fehlt ihm etwas, ich würde den Red Rapparee immer vorziehen, weil er nicht so auf die Rauchigkeit und den Stallduft setzt, sondern eher die samtige Würze der Orientals in den Vordergrund stellt.
(14.06.2000)