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Amphora Full Aroma
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Amphora |
| Hersteller: | Douwe Egberts / Imperial Tobacco Netherlands |
| Mischung: | Virginia, Burley, Kentucky, Oriental |
| Schnittbreite: | ready rubbed Cavendish |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50gr. Pouch |
| Preis: | 5,15 Euro |
Wolf-Rüdiger Jürgens
erhältlich: fast überall ;-)
Hersteller-Beschreibung:
What occurs to you when you see shredded, bright coloured tobacco, which still seems to live between your fingers... ? Recognize the mixture ? Burley, Kentucky,Oriental and Virginia, all first grade tobaccos. Smell the whiff of pure fruit blossom we've added ? This enhanced smoking pleasure is due to our unique Cavendish process, which reveals the richest properties of this special blend: fresh,sweet, and slow-burning.
Verwendete Pfeifen:
Ich habe den Amphora in Pfeifen aller Größen geraucht, optimal waren größere Köpfe. Filter beeinträchtigen den Geschmack des Amphora nur unwesentlich.
Erster Eindruck/Aussehen/Top-Flavour:
Das Aussehen ist typisch für einen Ready-Rubbed Cavendish, breite gepresste Tabake bestimmen das Bild. Die Farbe des Tabaks ist ein recht unspektakuläres mittelbraun. Auch wenn der Hersteller es mit seine Beschreibung suggerieren will, der Tabak lebt nicht! Er fühlt sich aber auch nicht unangenehm an, und besitzt die richtige Feuchte. Der Geruch der aus der Dose kommt ist frisch und fruchtig, in Richtung Citrus mit Spuren von Vanille im Top-Flavor.
Stopfen:
Das Stopfen ist mühelos zu bewältigen, einfach den Tabak durch sein Eigengewicht in die Pfeife fallen lassen und leicht andrücken, bedingt durch seine Weichheit schmiegt er sich problemlos in die Rauchkammer.
Anzünden/Erstes Drittel:
Zum Anzünden genügt fast immer ein einzelnes Streichholz. Die Oberfläche fängt sofort Feuer ohne sich groß Aufzubäumen. Leichtes Andrücken das war's. Zu Beginn dominiert ein frischer Geschmack der sehr interessante Aromen hervorbringt. Etwas blumiges, vollmundiges aber überhaupt nicht künstlich oder aufgezwungen, man hat immer den Eindruck Tabak zu rauchen. Eine leichte Vanille-Note ist deutlich zu schmecken. Bemerkenswert, der Rauch ist sehr trocken.
Mittleres Drittel:
Der Tabak gewinnt mehr und mehr die Oberhand, die fruchtigen Aromen machen sich rar ohne ganz zu verschwinden. Der Abbrand ist fantastisch, er verlangt fast keine Aufmerksamkeit von mir. Ruhig glimmt er vor sich hin, die Pfeife bleibt sehr kühl. Die Rauchentwicklung ist jedoch recht groß, so das man nicht verleitet wird stärker an der Pfeife zu ziehen. Dadurch ist auch die Zunge nie in Gefahr malträtiert zu werden. Auch die Kondensatentwicklung ist gering. Den Nikotingehalt würde ich als mittel bis hoch einschätzen, Amphora sättigt ähnlich dem Larsen No.50.
Letztes Drittel:
Der Amphora entwickelt leicht bittere Töne, die jedoch nicht unangenehm oder störend sind. Zurück bleibt recht viel hellgraue Asche. Also umrühren ,den Daumen drauf und schütteln, die Asche verbreitet sich gleichmäßig an der Wandung der Rauchkammer. Wunderbar, da kann sich die Kohleschicht gut aufbauen.
Raumnote:
Die Raumnote wird von meiner Umgebung gelobt, tabakecht dabei leicht in Richtung süß tendierend.
Fazit:
Ein meiner Meinung nach viel zu wenig beachteter Tabak, den ich jedem Pfeifenraucher der ihn noch nicht kennt nur empfehlen kann. Ich kenne ihn schon aus meiner Anfangszeit als Pfeifenraucher in den 70er Jahren, damals war er mein all-day-smoke bis er plötzlich nicht mehr oder nur sehr schwer erhältlich war. Ich rauche ihn heute noch sehr gerne, wenn auch andere Tabake mehr im Vordergrund meines Interesses stehen. Er ist sehr gut für Anfänger oder Umsteiger von der Zigarette geeignet. Hervorheben möchte ich seine Eignung zum Einrauchen von neuen Pfeifen. Ein Crossover habe ich nicht festgestellt. Der Preis und die Verfügbarkeit in fast allen Geschäften runden den positiven Gesamteindruck ab.
(01.10.2000)
Detlev Büscher
Die meisten Amphora Tabake sind schon seit Jahrzehnten auf dem Markt, wobei sie sozusagen traditionell im unteren Preisbereich zu finden sind. In den siebziger Jahren beschloss ich mal, alle seinerzeit verfügbaren Amphoras durchzuprobieren, selbst die, die nur in den Niederlanden erhältlich waren, was ich letztendlich auch tat. Nun, damals konnten mich diese größtenteils im Cavendish-Verfahren hergestellten Mischungen nicht sonderlich begeistern. Ich schätzte zu dieser Zeit in erster Linie heftig aromatisierte Tabake mit hohem Black Cavendish Anteil, so dass mir gewisse Qualitäten der Amphora Tabake leider verborgen blieben. Lt. meiner Tabakgesamtliste habe ich die Amphoras damals als durchschnittlich bewertet; die einzige Ausnahme blieb der Amphora Black Cavendish, der mir etwas mehr zusagte. Inzwischen haben sich meine persönlichen Vorlieben in bezug auf Pfeifentabak aber stark verändert, so dass ein erneutes Kennenlernen dieser Takak-Klassiker durchaus interessant zu werden verspricht.
Obwohl die Mischung aus Orient, Burley, Kentucky und Virginia besteht, handelt es sich um eine ziemlich helle Tabakmischung, etwas grober geschnitten als eine Mixture, typisch für eine Cavendish-Aufbereitung. Der Schnitt liegt irgendwo in der Mitte zwischen einem Mixtureschnitt und einem ready-rubbed Flake. Die Aromatisierung ist deutlich wahrnehmbar, ein fein wirkender, "heller" Blütenduft, der auf die "englische" Komponente verzichtet, obwohl der erste Eindruck ein wenig in diese Richtung geht. Im direkten Vergleich mit Tabaken wie dem Bulldog Man's Best Friend, dem Former's Private Flake oder auch dem St. Bruno werden die Unterschiede aber schnell deutlich: Die helle, blütenhafte Süße wirkt beim Amphora Full Aroma harmloser und vielleicht auch ein wenig beliebiger.
Der Cavendish lässt sich ähnlich bequem wie eine Mixture in die Pfeife einbringen, nimmt das Feuer gut an und zeigt auch einen guten Abbrand. Wenn man es darauf anlegt, kann man die Pfeife nach anfänglichem Anzünden bis zum Boden leerrauchen, was bei dem von mir für diesen Tabak verwendeten Modell (22/44 mm Brennraum) deutlich über zwei Stunden dauert. Zurück bleibt eine vergleichsweise etwas größere, hellgraue Menge Asche. Obwohl der Tabak, wie schon erwähnt, aus dem Pouch sehr hell und blütenhaft süßlich riecht und mich vom Geruch her nicht unbedingt begeistert, wirkt er geraucht irgendwie "vollschmackig" und saftig und legt im Verlauf der Füllung kontinuierlich zu, wobei mir die mittleren eineinhalb Stunden am besten gefallen. Die letzten fünf bis zehn Minuten können sogar etwas schärfer werden. Angenehmerweise hat man das Gefühl einen Tabak mit Aromatisierung zu rauchen und nicht eine Aromatisierung, die irgendwann kippt, weil ihr der tabakseitige Rückhalt fehlt. Möglicherweise liegt es ja daran, dass der Amphora Full Aroma nicht um jeden Preis auf ultraleicht getrimmt wurde.
Mit dem aufkommenden Kondensat sollte ein Papierfilter wohl fertig werden, obwohl ich nicht behaupten kann, er würde fast trocken bleiben. Auch bei Verwendung eines Aktivkohlefilters bietet der Tabak einen befriedigenden Genuss, und in Sachen Raumnote kann ich nur sagen, dass ich oft schon beim Anzünden hörte: "Mmh, das riecht aber gut." Das letzte Päckchen Amphora Rot habe ich jedenfalls ziemlich zügig weggeraucht, während ich an einigen "modernen" Aromaten schon seit Monaten "herumkaue".
Fazit:
Ein Klassiker, dem man ruhig eine Chance geben sollte, sofern man von einem Pfeifentabak etwas mehr als nur süße Luft erwartet.
(27.01.2001)
Ingo Gebert
Wenn man den Pouch geöffnet hat, blickt man auf einen ziemlich eintönige Tabakmasse. Auch die Geruchsprobe verheißt keine großartigen Raucherlebnisse. Der Tabak lässt sich gut stopfen und brennt dann problemlos ab.
Vom Geschmack her: Ein Fruchtaroma, wo ich nicht erkennen konnte, woher dieses resultierte. Die ganze Zeit schwang im Hintergrund ein Seifenaroma mit, dieses ließ weder im Verlauf des Rauchopfers noch bei späteren Pfeifenfüllungen nach. Diese Aroma machte das Schmauchen nicht unbedingt zum Vergnügen, denn wessen Leibgericht heißt schon Seife?
Beurteilung:
(Daumen runter) Dieser Tabak gehört für mich zur "Finger-weg"-Kategorie.
(03.04.2001)
Frank Nicolai
Diesen Tabak gibt es in meiner Erinnerung schon immer. Ich glaube, er war einer der ersten Tabake, die nach dem Cavendish-Verfahren hergestellt wurde. Da ich mir vorgenommen habe, all die Tabake noch einmal zu probieren, die mich durch meine Novinzen-Zeit begleiteten, kam ich am Amphora red nicht vorbei.
Der Geruch beim Öffnen des Pouches kommt mir sofort bekannt vor. Genau. So roch in meiner Erinnerung damals der Prestige gelb. Aber da ich mich (siehe dortiges Review) beim Prestige wunderte, dass der Geruch/Geschmack verändert ist und mich der Geruch des Aphora nun an meine Jugend denken lässt... vielleicht habe ich die Tabake auch verwechselt. Allerdings habe ich den Amphora damals nicht sehr häufig geraucht.
Aber was solls: der Geruch erwärmt mich und macht mir Appetit auf mehr.
Der mittelbraune, grobgeschnittene Tabak (eine Art ready rubbed) läßt sich einfach in die Pfeife füllen und entzünden. Der ein wenig blumig-vanillige Geschmack beherrscht von Anfang bis Ende der Füllung des Geschehen. Zum Ende der Pfeifenfüllung kann der Tabak ein bissel ins Bittere umschlagen. Dies aber nur dann, wenn er beim Rauchen zu heiss wurde.
Da ich den Amphora fast ausschließlich filterlos rauchte, kam das nicht häufig vor. Meiner Meinung nach entzieht ein Aktivkohlefilter dem Tabak jegliche Süße (die künstliche wie auch die tabakimmanente). Er schmeckt dann nur noch nach warmer Luft. Möglich aber auch, dass es daran liegt, dass ich früher nur filterlos rauchte und den Tabak daher nur so wiedererkenne.
Den Geschmack prägt eine leicht florale (aber nicht irish-seifige) Note, die mit einem Hauch von Vanillin abgestimmt zu sein scheint. Genauer kann ich den Geruch/Geschmack nicht definieren. Nur der Prestige braun geht in eine ähnliche Richtung; der gelbe ist geschmacklich etwas heller.
Immer mit zu erschmecken ist der Tabak. Das Aroma erschlägt nicht den Tabakgeschmack sondern begleitet ihn nur.
Die Raumnote wird von allen Befragten als sehr angenehm empfunden. Hier ist ein leichter Tabakduft mit ein wenig Süße gepaart. Kein Aroma-Overkill wie bei vielen aktuellen Mixturen der auch von Dritten als aufdringlich oder gar lästig empfunden wird.
Die Asche ist sehr fein und grau-weiss. Da beim Rauchen nur sehr wenig Kondensat entsteht eignet sich der Tabak auch zum Einrauchen neuer Pfeifen.
Fazit:
Ich denke, der Amphora red ist ein Tabak, der mehr Aufmerksamkeit erwarten dürfte, als ihm derzeit entgegengebracht wird. Ich bin überrascht über die sehr guten Abbrandeigenschaften und die geschmackliche Konstanz.
Allen, die in der DDR das Rauchen angefangen haben, sei der Tabak wärmstens ans Herz gelegt. Eine mit Amphora gestopfte Pfeife, ein Glas Berliner Pilsner und eine alte LP von den Puhdys... wem wird da nicht wehmütig ums Herz... vergangene Jugend...
Allen anderen sollte der Tabak auch mal einen Versuch wert sein. Für den Preis findet man selten einen so ausgeglichenen Tabak.
(10.12.02)
Maico Schulz
Herstellerangaben:
Real Pleasure - just a moment away. The perfect tobacco moment awaits you each time you select amphora. Amphora is more than a fine tobacco. It promises a range of subtile experiences that begin the moment you break the seal and sample the rich aroma. Treasure the robust aromatic and intensely enjoyable flavour as you experience a moment of real pleasure and contemplation. Centuries of tobbaco craftmanship go into amphora full aroma to create a full-bodied blend with a hint of fruit blossom. Subtile vanille undertones cemplement the mellow chocolatey burley while the kentucky, oriental, and virginia grade leaves combine for a fruity aroma and a well-rounded smoke.
Tabakbild:
Ansehnliches Tabakbild aus hellen und mittelbraunen Tabaken, ein paar Flakestücke. Nicht wirklich ready-rubbed, aber eine gewisse Assoziation liegt nahe. Virgina und Burley erkennbar.
Beim ersten Öffnen ziemlich feucht.
Olfaktorisch leicht süßlich, aber mehr nach Tabak als Aromat.
Stopfen und Anzünden:
Der Amphora stopft sich problemlos und bäumt sich beim Anzünden kaum auf. Das Anzünden geht trotz recht feuchten Zustands problemlos.
Raucheigenschaften:
Beeindruckt von der üppigen Tabakbeschreibung quirlte ich mit meiner Zunge im Tabakrauch auf der Suche nach "a moment of real pleasure". Eine leichte schokoladige Note, ja, doch. Tabakgeschmack, ja auch. Früchte? Nein. Vanille? Nein. Und so blieb es auch im gesamten Rauchverlauf: Angenehmer Tabakgeschmack und ein runder Schokoladenbeigeschmack.
Der Tabak raucht sich schnell heiß, neigt dabei aber nicht zur Schärfe. Allerdings schmeckt er dann unrund, irgendwie wird er belanglos. Langsam geraucht, kann man sich im Tabak und Schokoladenaroma durchaus behaglich verlieren. Nikotin hat der Tabak auch, genug um ihn nicht mehr als "leicht" zu bezeichnen. Am Ende bleibt feine graue Asche.
Raumnote:
Vertreibt keinen. Ist angenehm, nicht aufdringlich.
Fazit:
Die massive Beschreibung hält nicht, was sie verspricht. Wenn man die Beschreibung ignoriert und sich auf den Amphora einlässt, entpuppt er sich als ein netter Tabak für einen fairen Preis. Geschmackliche Entzückungen weckt er nicht. Daumen waagerecht.
(14.1.2003)
Christian Schneider
Der Klassiker ist zurück! Dieser Tabak ist schon seit Jahrzehnten am
österreichischen Markt und jetzt besser denn je. Er ist im Cavendish-
Verfahren aufbereitet, d.h. gepresst und wieder aufgeflockt. Der
Schnitt ist mittel bis grob, und ein Auflockern, bevor man die Pfeife
stopft, ist anzuraten. Der Geruch, der dem geöffneten Pouch entströmt,
ist frisch-fruchtig. Das Anzünd-Verhalten ist normal, und der Tabak
sackt nur wenig zusammen. Er brennt sehr langsam und unkompliziert ab,
ist also sparsam, auch im Hinblick auf den günstigen Preis, und im
frisch-fruchtigen, blumigen, doch nicht zu süßen Geschmack, der das
Aroma hochwertiger Tabake nicht verleugnet, unerreicht. Das Flavour
intensiviert sich gegen Ende noch. Hin und wieder nachstopfen genügt.
Auch kleinere Pfeifenköpfe sind geeignet. Die Raumnote soll sehr
ansprechend sein. Nach dem Rauchopfer - als solches spreche ich in
Erinnerung an die Ureinwohner Amerikas, die ihren Göttern Tabakrauch
opferten - bleiben ein wenig hell- bis stahlgraue Asche und sehr
wenige angekohlte Tabakreste zurück. Einen Versuch wert, für jede
Gelegenheit, und auch für Pfeifenneulinge, die schon gut stopfen
können, geeignet.
(30.12.2007)