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Anwalts Liebling

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Eigenmischung Anwalts Liebling

(Pfeifentabak)

Markenname:Eigenmischung
Hersteller:(DTM)
Mischung:Black Cavendish ohne Flavor, Bill Baileys Balkan Blend
Schnittbreite:Mixture
Typ:englisch
Preis:ca. 50,-- EUR/500 gr

Lutz Boden


Komponenten auch als Probepackungen zu 50 gr. erhältlich

Hierbei handelt es sich wieder um einen Eigenmischungsversuch, dessen Ergebnis die Öffentlichkeit nicht scheuen muß.

Anders als bei der Eigenmischung 1 war das Ziel diesmal nicht ein besonders gutes Preis/Leistungsverhältnis, sondern ein Tabak, der - bisher fehlend bei der DTM - die Süße des Black Cavendish mit der herben Würze des Latakia in einer Weise kombiniert, die von einem Konkurenzprodukt (Toms täglich' Trost) zwar vorbildlich, aber teuer vorgemacht wird.

Herausgekommen ist eine simple Mischung nicht nur für Buchhalter oder Anwälte:

50 % naturbelassener Black Cavendish wird gemischt mit der gleichen Quantität Bill Baileys Balkan Blend.

Ausgehend von den Angaben der DTM enthält die fertige Mischung dann 20 % Latakia, 50 % Black Cavendish und 30 % sonstige Tabake, die der Balkan Blend beisteuert.

Der Black Cavendish riecht in der Dose zunächst nach Krankenhaus bzw. Desinfektionsmittel, aber nach einer Woche zusammen mit dem BBBalkanB erhält man eine würzig-weiche Mischung mit subtil-deutlicher Süße, die allerdings wie ihr Vorbild eine gewisse vordergründige Eindimensionalität nicht verleugnet. Ihr Geschmackspotential erschließt sich erst nach und nach, so dass sich, wenn die 100 gr. Testansatz verpafft sind, Bedauern einstellt.

Der Geruch des unverbrannten Tabaks bleibt jedoch auch im Laufe der Reife nichtssagend. Die Mischung brennt gleichmäßig und trocken und ist - jedenfalls mit Filter geraucht - zu Zunge und Hals sehr nett und freundlich.

Fazit:
Eine interessante Mischung, die für diejenigen Interessant sein könnte, die den BBBalkan B zu Latakialastig empfinden. Wer den BBBalkan Blend mag wie er ist, könnte von "Anwalts Liebling" enttäuscht sein.

(18.09.2002)


Frank Nicolai

Lutz hat ja bereits etwas zur Zusammensetzung "seines" Tabakes geschrieben. Ich möchte dem ein paar Eindrücke über den Tabak hinzufügen.

Die Farbe ist beherrscht von einem tiefdunklen Braun. Logisch, besteht der Tabak doch zu 50 % aus ungeflavourten BC und ca. 20 % schwarzem Latakia. Der Tabak ist ein Versuch, sich dem vielgeliebtem Accountants anzunähern. Und der Versuch ist meiner Meinung nach schon recht gut gelungen.

Nach dem Mischen empfielt es sich, den Tabak einige Tage ruhen zu lassen. Die Aromen müssen sich erst gut vermischen. Gleich nach dem Zusammenfügen der beiden Grundtabake wirkt der Tabak im Geschmack störrisch - gut abgelagert (zwei Wochen genügen) ergänzen sie sich zu einem harmonischen Ganzen.

Leider ist in beiden Tabaken der Anteil an Strünken zu hoch. Das ist aber bei vielen DTM-Tabaken der Fall. Leider. Doch der Tabak läßt sich leicht stopfen und entzünden. Von Beginn an wirkt der Tabak sehr (natürlich) süßlich. Gepaart mit der Würze des Latakias, abgerundet duch Virginia und Orient. Eine wirklich gut ausbalancierte Mischung. Vielleicht sollte man den BC-Anteil um ein geringes vermindern oder noch eine Spur Perique dem Tabak beifügen. Ich denke, die Mischung würde noch ein wenig gewinnen.

Wenn ich beim Review des Torben Dansk No. 8 schon auf diesen Tabak hier verwies, dann möchte ich hier den Vergleich noch genauer machen. Der TD 8 ist weniger süß-weich; dort ist der Orientanteil eher zu erschmecken. Anwalts Liebling hingegen wird vom BC getragen. Da dieser sehr sehr leicht ist, nimmt er dem Bill Bailey's Balkan Blend ein wenig von seiner Power. So wird die Eigenmischung eher medium einzustufen sein. Obwohl der Rauch mundfüllend und sehr aromatisch und dicht ist.

Zwar ließ die Raumnote schon selbst Latakia rauchende Zeitgenossen die Nase rümpfen. Aber dem Raucher wird fremdes Naserümpfen egal sein: der Tabak schmeckt. Und brennt zu einem kleinen Häufchen rau-weisse Asche herunter.

Fazit:
Anwalts Liebling hat das Zeug zu einem All-Day-Smoke. Wenn man denn allein oder im Walde wohnt :-)

Lutz Boden hat hier eine wirklich ausgewogene Mixture erfunden die in jedem Falle Nachahmer finden sollte. Ganz Accountants ist's nicht geworden [1], trotzdem ein sehr eigenständiger Tabak den ich mit dieser BC-Süße + Latakia noch nicht kennengelernt habe bei fertigen Mixturen. Ich möchte den Tabak wirklich gern weiterempfehlen. Die Misch-Mühe ist er allemal wert.

[1] Ich meine auch, dass der im Accountants verwandte BC leicht geflavourt ist.

(19.11.2002)

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