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Brookfield Aromatic Blend
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Brookfield |
| Hersteller: | Pöschl |
| Mischung: | Virginia, Burley, Java |
| Schnittbreite: | fein, ca. 2mm / fast Feinschnitt |
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | Vanille |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 50g Pouch / 200g Dose |
| Preis: | EUR 4,00 / EUR 14,50 (November 2011) |
Sven Königsmann
Ich habe einige Probetütchen dieses Tabaks erhalten, und da ich ein Mensch bin, der mit mutigem Einsatz alles versucht....
Als erstes die Herstellerbschreibung:
Die angenehm milde und aromatische Mischung aus Virginia, Burley und Java-Tabaken, verfeinert mit einer dezenten Vanille-Note. Ideal auch zum Mischen mit anderen Pfeifentabaken für Ihr ganz persönliches Geschmackerlebnis.
Ferner weist der Text auf dem Tütchen darauf hin, dass es sich um ein Lizenzprodukt handelt: under licence from Golden Blend Tobacco Company Inc. Wilson, North Carolina.
Nun aber zum Tabak:
Nach dem Öffnen des kleinen Beutels wundert man sich, wie in so ne kleine Tüte so viel Chemie reinpasst.
Der Tabak riecht einfach nur billig, das Aroma erinnert mich nicht an Vanille sondern ist eher fruchtig, welche Frucht die Chemie versucht hat nachzuahmen vermag ich nicht herauszufinden.
Egal, ich bin wie gesagt sehr unerschrocken, also stopfe ich den Tabak und zünde an:
Das Stopfen ist problemlos, ebenso das Anzünden, ein Holz genügt.
Nun zum Geschmack, der mich in gewisser Weise positiv überrascht, denn er ist bei weitem nicht so künstlich, wie der Duft des Tabaks vermuten lies. Er schmeckt sogar ein wenig nach Tabak und, wer hätte es gedacht, auch ein wenig nach Vanille.
Die Raumnote ist nicht schlecht, leicht süßlich.
Schnittbedingt muß er langsam geraucht werden, er wird sonst heiß und bitter. Je mehr sich die Pfeife dem Ende nähert, um so mehr kommt der Tabakgeschmack durch und die Aromatisierung lässt nach, was dem Raucher nur recht sein kann.
Fazit:
dieser Tabak ist spottbillig, ich kenne den genauen Preis nicht, da ich nur über die Probetüten verfüge.
Für diesen Preis kann man vermutlich kaum mehr verlangen. Der Tabak ist rauchbar, es gibt grausamere Billigtabake.
ich hoffe jedoch, dass meine finanzielle Situation es mir stets gestattet, in Zukunft auf dieses Kraut zu verzichten. Als Mischtabak habe ich ihn übrigens nicht versucht, kann mir aber in der Tat vorstellen, dass da gewisse Möglichkeiten bestehen...
(20.10.02)
Daniel M. Porcedda
Der Preis der 50 gr Pouch war unschlagbar. "Steuerfreies Deputat, Abgabe gegen Entgelt unzulässig", stand auf der Packung. Und da ich keine illegale Handlung verüben wollte, habe ich tatsächlich nichts gezahlt gehabt.
Der Brookfield aromatic blend wird von Poeschl hergestellt, falls ich den Hinweis mit der Lizenz richtig interpretiere. Lizenzgeber ist uebrigens die Golden Blend Tobacco Company Inc., Wilson, North Carolina. Und da ich ein geographisches As bin, wusste ich sofort: Amerika, das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Nun gut, zumindest kommen doch einige hervorragende Pfeifentabake aus den Staaten.
Verpackung: Sieht aus wie ein Pouch, fühlt sich an wie ein Pouch und ... es ist ein Pouch. Farbe: passend in vanillegelb.
Beim Aufklappen der Verpackung darf man sich zuerst an einem kleinen zweisprachigen Text laben. Hier die deutsche Version: "Die angenehm milde und aromatische Mischung aus Virginias, Burleys und Java Tabaken, verfeinert mit einer dezenten Vanille-Note. Ideal auch geeignet zum Mischen mit anderen Pfeifentabaken für Ihr ganz persönliches Geschmackserlebnis."
Na sowas. Das ist das erste Mal gewesen, dass ich einen solchen Hinweis auf einer Pfeifentabak-Verpackung gelesen habe. Was etliche Tabakhersteller wohl eher als Frevel betrachten würden, wird also hier als Anregung für ein persönliches Geschmackserlebnis gegeben.
Dieses Review bezieht sich aber ausschließlich auf die "pure" Verwendung von Brookfield aromatic blend. Eventuell werde ich später mal Mischungsversuche mit allen mir bekannten und unbekannten Tabaken versuchen. Mögliche Folge: einige hundert weitere Reviews ;-).
Ach ja, das Logo besteht aus einer Weltkugel mit fünf Sternen drüber. Bezeichnenderweise erkennt man auf der Weltkugel nur den amerikanischen Kontinent. Hmmh, ob da W. Bush Einfluss auf die Gestaltung des Logos hatte? Nur, was würden dann die fünf Sterne darstellen? Vielleicht Bush sen., Bush jr., jeweils mit Ehegattinnen, ein Schosshund? Alles bloß Mutmaßungen, die offensichtlich nicht im direktem Zusammenhang mit dieser Tabakmischung stehen.
Deshalb gehen wir gleich ans Eingemachte. Ich reiße also die Packung auf ..., falsch, ich öffne sie behutsam. Denn es ist deutlich auf der Innenseite des Pouches vermerkt: "Bitte vorsichtig öffnen", oder in amerikanisch: "Please break the seal gently".
So gelesen, das Seal gently gebreakt und ...
Nasologisches Nr. 1: ... wo ist die Vanille? Schnell noch mal auf der Verpackung verifizieren. Ja, diese Mischung enthält Vanille. Aha ! Hatte mein Riechorgan wohl poeschlisiert gehabt, sprich: hatte mit einem Vanillearoma-Fausthieb gerechnet. Klischees wirken sich eben auch schon mal olfaktorisch aus.
Also nochmal von vorne, diesmal vorurteilsfrei: Riechkolben eintauchen und ... ja, doch, eindeutig wenn auch recht dezent ein Vanillearoma. Sicher ist da auch Honig mit im Spiel. Ganz sicher sogar, denn dieser scheint das Vanillearoma sogar zu überlagern. Der Honig könnte aber auch Maple Syrup sein, ein in amerikanischen Pfeifentabaken recht populärer und beliebter Aromazusatz.
Der Brookfield aromatic blend riecht keineswegs künstlich. Alles in allem ein sehr angenehmer Duft.
Das macht richtig Appetit auf die erste Reifenfüllungen. Aber vor diesem Vergnügen stehen noch ein paar andere Schritte an. Und zwar als erstes ein tiefer Blick in die Pouch. Daher nun erst mal weiter mit der ...
Optik: Jo mei, nichts Aufregendes. Hell- bis mittelbraune Tabakfasern, recht fein geschnitten.
Tastologisches: Um diese Übung vollführen zu können, ohne Gefahr zu laufen, nach der obligatorischen Grabsch-übung einen Großteil des Pouchinhaltes von meinem Schoss oder vom Fußboden wieder in die Verpackung befördern zu müssen, habe ich gleich den gesamten Inhalt in eine große Dose umgefüllt. Und außerdem hasse ich Pouches (u.a. auch deswegen, weil ich nie weiß, welcher Artikel in der deutschen Sprache diesen Begriff zu zieren hat).
Herrlich, nun kann ich nach Herzenslust im Tabak wühlen, ihn in die Luft werfen, auf mein Haupt niederprasseln lassen ... sorry, das war jetzt ein fehlgeleiteter Ausrutscher in ein eltliterarisches Werk von W. Disney.
Die in der Pouch leicht gepresste Mischung wird erst mal ein wenig aufgelockert. Recht trocken fühlt sich der Tabak an. Fast ein wenig zu trocken. Und so stopfe ich ihn auch gleich in eine Aldo Morelli Dublin-Halfbent.
Stopfen: Das klappt problemlos. Da ich diese Mischung und daher einen etwaigen Ausdehnungskoeffizienten noch nicht kenne, stopfe ich das Kraut eher etwas leichter und nicht randvoll in die Pfeife. Ein wenig Wissenschaft muss sein. Kurz den Zug überprüft und dann rücke ich dem Brookfield aromatic blend mit meinem Mini-Flammenwerfer zu Leibe.
Erstanzünden: Der relativ feinfaserige Tabak bäumt sich nur wenig auf. Leicht einebnen und die ganze Oberfläche gleichmäßig in Brand setzen. Das wars schon.
Oft sogar entfällt bei mir das Nachfeuern, da dieser Tabak bereits nach dem ersten Anfachen sauber glimmt. So leicht lässt sich selten ein Pfeifentabak in Brand setzen.
Rauchvorgang: Der Brookfield aromatic blend glimmt vor sich hin, ohne dass man sich gross um ihn kümmern müsste. Diese Mischung neigt kaum zum Ausgehen. Null Kondensatbildung. Das Kraut raucht sich in einem mittleren Tempo runter.
Na, das liest sich doch anfängerfreundlich, oder? Diese Mischung ist es auch. Und ebenfalls fortgeschrittene Pfeifenraucher wissen einen unkomplizierten Tabak zu schätzen.
Die Raucheigenschaften gehören mit zum Besten, das ich bislang in dieser Hinsicht in einer Pfeife hatte.
Geschmack: Gleich beim ersten Anfachen nimmt man das Aroma im Geschmack wahr. Erstaunlicherweise kräftiger als es die Geruchsprobe des ungerauchten Krauts vermuten lässt. Insofern ein besonderer
Pluspunkt. Logo, weshalb legt man sich sonst eine aromatisierte Mischung zu, wenn man davon nichts schmecken sollte.
Meist ist es ja bei aromatisierten Mischungen so, dass der Geschmack weit hinter den Erwartungen, die man sich nach der ersten Geruchsprobe gemacht hat, zurückbleibt. Der Brookfield aromatic blend überrascht hiermit angenehm.
Das Aroma hält sich auch wacker fast über die gesamte Pfeifenfüllung. Heißt: die Aromatisierung lässt kontinuierlich, peu a peu nach, bis dann nichts mehr vom Aroma vorhanden ist. Ebenso kontinuierlich macht sich der Tabakgeschmack immer mehr bemerkbar, der übrigens von Beginn an vorhanden ist, bis er dann im letzten Drittel die Oberhand gewinnt. Auch gut. Schließlich möchte man ja nicht ausschliesslich Aroma rauchen, sondern ebenfalls Tabak.
Der Übergang vom Aroma- zum Tabakgeschmack geht wirklich schonend, also ohne Geschmacksschock vor sich.
Ja, der Tabakgeschmack: Den Java-Anteil kann man tatsächlich deutlich rausschmecken. Entfernt schleicht sich eine gewisse "Clan"-Note in den Geschmack ein. Dies ist keineswegs negativ gemeint. Die Mischung enthält eine interessante Geschmacksnuance dank des Zusammenspiels der verwendeten Tabake.
A propos Geschmack: Erkalteten Brookfield aromatic blend nochmals anzuzünden zieht erhebliche Geschmackseinbussen nach sich. Sollte also wirklich mal eine Pfeifenfüllung nicht bis zu Ende durchgeraucht werden können, ist es zu empfehlen, die Pfeife zu räumen.
Zungenspiele: Zwickt kaum, nur ein ganz klein wenig in die Zunge. Aber nicht mehr und nicht weniger als viele andere hervorragende Rauchkräuter auch, die als besonders zungenmild eingestuft werden.
Ashes: Rosarot. Rosarot? ... sorry, hatte eben meine Lieblingsbrille auf. Also, ohne Fahrradgestell auf der Nase: Mittelgrau, mit einigen wenigen nicht vollends verrauchten Tabakanteilen.
Aber letzteres will nichts besagen. Ich höre meist auf, wenn die Pfeife mir dezent zu verstehen gibt, dass es ihr nun reicht. Dann ist meistens sowieso nur ein kleiner Rest im Pfeifenkopf ueber, der nicht mehr besonders schmeckt. Und wenns nicht mehr schmeckt, sollte man doch aufhören, oder?
Nasologisches Nr.2: Gleich nach dem Anzünden entströmt ein herrlicher und heftiger Duft dem Pfeifenkopf. Nach wenigen Minuten lässt die anfängliche Heftigkeit aber nach und die Raumnote pendelt sich auf ein angenehmes und unaufdringliches Mass ein. Kurz vor Ende des Rauchopfers ist
praktisch keine Raumnote mehr vorhanden, zumindest keine, die man als solche noch bezeichnen könnte. Aber das ist ja eine bekannte Eigenheit der allermeisten Pfeifentabake.
Fazit:
Daumen ... nun ... eigentlich wohin ihr wollt, bloß nicht in die Brennkammer eurer Pfeife. Dort sollte nämlich dann und wann der Brookfield aromatic blend glimmen, sofern ihr Anhänger von moderaten Vanille-Aromaten seid.
(17.05.2003)
Sebastian Zeh
Herstellerprosa:
Eine angenehm aromatisierte Mischung aus Virginia-, Burley- und
Javatabaken, verfeinert mit einem dezenten Vanillearoma. Ideal auch
geeignet zum Mischen mit anderen Pfeifentabaken für ihr ganz
persönliches Geschmackserlebnis.
Optik, Haptik & Handhabung
Der Tabak gibt ein gleichmäßig hellbraun gefärbtes Bild ab. Der
Schnitt ist für Pfeifentabak ultrafein, ich würde ihn allerdings nicht
für einen getarnten Zigarettentabak halten. Als alter Selbstdreher
habe ich mir flugs mal eine Zigarette damit gedreht. Der Genuss
derselben war wahrlich kein Genuss, und nichts was ich wiederholen
werde. Der Geruch der dem offenen Pouch entströmt, hat mit Vanille
allerdings nicht viel zu tun. Er erinnert
vielmehr an günstigen Früchtetee "Waldbeeren", mit einem Hauch Zitrus.
Er ist recht künstlich, aber nicht so sehr dass er mich abstößt.
Virginia-Perique Enthusiasten und Latakiafans ohne großes
Toleranzpotential sollten spätestens hier die Finger davon lassen. Der
Tabak lässt sich leicht stopfen, und noch leichter entzünden. Ich
konnte ihn nach ein, zwei Streichhölzern ohne Probleme durchrauchen.
Geschmack
Zu Beginn dominiert der Pouchgeruch, aber wie bereits von anderen
Reviewern angemerkt, ist dieser nicht so dominant wie befürchtet. Nach
dem ersten Drittel weicht dieses Aroma einem herberen Geschmack, bei
dem sich durchaus Tabakaromen bemerkbar machen. Insbesondere der
heutzutage nur noch seltene Javatabak setzt hier Akzente. Aufgrund des
Feinschnittes neigt der Tabak gelegentlich zum Heissrauchen, was ihn
scharf & zickig macht. Läßt man ihn zur Ruhe kommen, kehren die alten
Eigenschaften jedoch wieder zurück.
Fazit
Ohne Ralligrufties Reviews des "Brookfield Aromatic Blend" (
http://www.youtube.com/watch?v=KTLAKqFtY8o ) hätte ich mich nie an
diesen "Billigheimer" gewagt. Er ist besser als alle anderen Tabake
dieser Preisklasse (die ich kenne), ja er schlägt auch einige
Kandidaten der höheren Kategorien. Ich würde ihn als guten
Einstiegstabak bezeichnen, da er günstig und leicht erhältlich ist,
sowie bei der Handhabung kaum Probleme macht. Für mich ist er kein
"must have", aber ich nehme immer wieder ein Pouch beim Kiosk mit. Wer
keine totale Aromatenallergie hat, sollte ihn mal probieren, und sich
nicht von Preis, Poucharoma oder Hersteller abschrecken lassen !
(11.11.2011)