zurück
John Aylesbury Scottish Blend
(Pfeifentabak)
| Markenname: | John Aylesbury |
| Mischung: | Orient-Tabake, Latakia, Black Cavendish, Dark Virginia und Bright Virginia |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 100 g Dose |
| Preis: | 12,50 Euro |
Björn Hollensteiner
Probe No. 2 ist eine mittelbraune Mischung, die IMO aus drei bis vier Tabaksorten besteht. Ich glaube, daß in jedem Fall Virginia, Orient, Latakia und u.U. ungesoßter Black Cavendish enthalten sind. Der Duft erinnert etwas an den Aylesbury No. 324. Deutlich riecht man die Virginia- und Orientaromen, etwas den Latakia und eine undefinierbare Süße, was die Beimischung von BC zu bestätigen scheint. Leider sind auch in Probe 2 Stängel beigemischt. Der Tabak ist schon etwas trocken, liegt aber damit noch im Bereich typischer "naturbelassener" Mischungen. Gestopft und angezündet in meiner Kallenberg Billiard, die ich nur mit Latakiablends rauche. Der Tabak geht gut an, quillt zunächst sehr, was sich aber nach dem ersten Nachstopfen gibt. Der Abbrand ist sauber, kaum Gesotter und kein Heißrauchen. Der Rauchduft erinnert ebenfalls an die Mixture 324 und an den Aylesbury Virginia Blend. Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass BC enthalten ist, denn der Latakia spielt im Duft eher die zweite bis dritte Geige. Insgesamt würde ich den Duft als "süß-würzig" bezeichnen. Übrig bleibt etwas dunkelgraue Asche. Nun der Versuch ohne Filter mit meinem Eigenbau. Hier intensiviert sich noch einmal das würzige Aroma, ohne dass der Rauch viel stärker wirkt.
Fazit:
Ein ganz brauchbarer Tabak der Richtung Va/Orient/Latakia/BC. Er gefällt mir besser als der Mixture 324 und genau so gut wie der Virginia Blend. Aufgrund des eher geringeren Latakiaanteils wohl ein guter Einsteigertabak in die "englische" Richtung.
Frank Nicolai
Der Tabak ist eine Mixture aus unterschiedlich lang und breit geschnittenem losen Blattgut. Allerdings finden sich auch "Strünke" in der Probe. Nach Geruch und Farbe würde ich denke, dass es sich um VA mit Kentucky und eventuell geringen Latakia-Mengen handelt. Der Tabak hat IMO eine leichte Aromatisierung, die mich an etwas Fruchtiges denken lässt, ohne es jedoch genauer definieren zu können. Möglicherweise ist das jedoch auch keine Aromatisierung, sondern der VA, der auch im Geschmack eine erstaunliche Süße entwickelt. Der Tabak ist eher zu den leichten zu rechnen. Er lässt sich problemlos stopfen und Anrauchen. Nach einigen Zügen jedoch stellte sich eine Art taubes Gefühl auf der Zunge ein, dass ich bisher nur beim bedeutend stärkeren Discovery erlebt habe. Im Geschmack dominiert eine leichte Süße, die wie oben beschrieben, nicht genau einer Aromatisierung zuzuordnen ist. Wie beim Larsen No. 50 habe ich das Gefühl, dass das Aroma dem Tabak zugehörig ist; nicht fremd und aufgepfropft wirkt. Ich habe den Tabak (da die Probe 3 Füllungen ergab, was bei der Lockerheit des Tabak erstaunlich ist) in der Meerschaum wie auch ohne Filter geraucht: in keinem Falle hatte ich Probleme mit einem zu heißen Rauchen; auch vom Zungenbrand war ich weit entfernt. Nach dem kurzen Genuss bleibt nur ein wenig weiß-graue Asche über; der Tabak raucht sich verhältnismäßig schnell.
Fazit:
Die Probe 2 ist ein Tabak, den ich, wenn auch nicht täglich, so doch des öfteren rauchen könnte. Trotz der Leichte ein guter, gleichmäßig brennender und schmeckender Tabak (was mich darauf schließen lässt, dass er nicht oder nur wenig aromatisiert ist), der für süßen Stunden des Abends gedacht ist.
Jörg Eichelberger
visuelle Prüfung: Verschiedene Brauntöne mit wenigen hellen Anteilen,
Pouch-Aroma: eindringlich, mit Schwere, nussig (Pistazie oder Mandel)
Konsistenz: gute Feuchte, ziemlich schwammig
Schnitt: Mixture verschiedene Breiten und Längen
Typ: aromatisiert Mischung: Virginia, Burley, Black Cavendish
Als erstes wählte ich ein kleine Ser Jacopo für Probe 2. Probe 2 lässt sich sehr gut anzünden. Die Süße die zu schmecken ist wirkt ausgesprochen künstlich. Obwohl die Pfeife nicht heiß wird stellt sich nach kurzer Zeit ein bitterer Nachgeschmack ein, der nur nachlässt, wenn die Pfeife fast am ausgehen ist. Der Rauch der mir in die Nase zieht erinnert an feuchtes verbrennendes Holz oder verkokeltes Gummi. Dieser Eindruck setzt sich nahtlos auf der Zunge fort. Der Lagavulin, den ich dabei getrunken habe, der für einen Malt ziemlich süß ist (Zuckerkulör), schmeckte daneben hart und harsch. Ich stand dabei immer kurz vor einer Noträumung und war froh als die Pfeife endlich aus war.
Als Fazit kann festgehalten werden: nichts für mich. Mit viel Wasser, einem doppelten Lagavulin und einer Füllung "And so to bed" habe ich den Geschmack von Probe 2 wieder aus meinem Gaumen verbannt.
Trotz der Erfahrung beim Rauchen mit Filter habe ich dann doch noch einen Versuch ohne Filter gewagt. Dazu kam eine Mastro de Paja mit Adapter zum Einsatz. Ich bin erstaunt, dass Probe 2 jetzt einen völlig anderen Charakter offenbart. Nichts von künstlicher Süße oder Bitternis. Der Geschmack ist recht ausgewogen von Anfang bis Ende. Der Tabak entwickelt eine angenehme pfeffrige Würze, die sich kontinuierlich aufbaut und nicht wieder abflacht.
Kondensat: wenig Asche: grau mit wenigen verkohlten Tabakstücken.
Fazit:
Ohne Filter ist Probe 2 ein angenehmer Kandidat, mit Filter ist er grauselig.
Dieser Tabak wurde an 3 Mitglieder von daft geschickt, die nicht wussten, um welchen Tabak es sich handelt.
Ingo Gebert
John Aylesbury preist seinen Tabak mit den folgenden Worten an:
"Orient-Tabake, Latakia, Black Cavendish, Dark Virginia und Bright Virginia in verschiedenen Schnittbreiten, meisterhaft aufeinander abgestimmt. Dezenter Rauchgenuss zeichnet diese gelungene Komposition aus. Eine Delikatesse für den passionierten Pfeifenraucher."
Die obligatorische Geruchsprobe verheißt mir einen klassische, englische Mixture ohne zusätzliche Aromatisierung. Das Bild des Tabaks ergibt durchaus ein buntes Bild: längere, schwarze Latakiatabakfäden tummeln sich in der Dose mit hellbraunen kürzeren Tabak, und mit dunkelbraunen, mittellangen Tabakfäden. Der Abbrand des Scottish Blend ist in Ordnung, einmal in Brand gesetzt, brennt diese, ohne ihr weitere größere Aufmerksamkeit schenken zu müssen, gutmütig bis zum Ende des Rauchopfers vor sich hin. In diesem Blend kann ich die Komponenten eines englischen Tabaks gut schmecken: die Süße des Virginias und Black Cavendishes, denn rauchige Geschmack des Latakias, und auch die Würze des Orients kann ich wahrnehmen: Jede Komponente ist für sich genommen in Ordnung, aber dem Tabak fehlt irgendwie das Zusammenspiel seiner Zutaten, so wie ich von Dunhill Mixture 965 oder Highland Targe her kenne. Von der Stärke her würde ich den Tabak als medium-full bezeichne, am Anfang der Pfeifenfüllungi ist er etwas weniger kräftig, um dann im weiteren Verlauf des Rauchopfers doch noch an Fahrt zu gewinnen. Mit meiner Zunge hatte ich keine Probleme, ich habe diesen Tabak nur aus oFi-Pfeifen geschmaucht.
Fazit:
Daumen waagrecht, die Bestandteile sind nicht zu bemängeln, aber insgesamt ist die Mixture in sich nicht stimmig.
(07.07.2004)