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Samuel Gawith Balkan Flake
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Samuel Gawith |
| Mischung: | Virginia, Latakia |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium-stark |
| Verpackung: | 50g Pouch |
| Preis: | 8,00 CHF |
Adrian Schmidtke
Der Balkan Flake ist der zweite "neue" von Samuel Gawith und wieder handelt es sich um einen VA-Latakia Flake von höchster Qualität. Auf der Synjeco Homepage wird es als der "große Bruder" des (ebenfalls neuen) Navy Flake bezeichnet, was er schon rein optisch auch ist: auch er ist von dunklem Braun mit einigen hellen Einschlüssen, auch er fühlt sich speckig und gehaltvoll an und ist, wie sein kleiner Bruder, etwas schwierig zu stopfen und zu entzünden (allein dafür bekommt er von mir einen Pluspunkt, ich mag das irgendwie...).
Der Duft des unangezündeten Tabaks ist dunkel und schwer. Deutlich lässt sich neben dem etwas strengen Aroma des Latkias (lt. Hersteller kommen satte 30% in diesen Flake) auch die für Samuel Gawith so typische säuerlich-süßliche Note des Virginias ausmachen. Womit ich auch schon bei einem entscheidenen Merkmal diese Flakes wäre: Auch vom Geschmack ist dieser Tabak ein "säuerliches" Beipsiel für eine VA-Latakia Mischung. Zum Vergleich: der Dunnhill Nightcap ist für mein Geschmacksempfinden "rauchig-süß", der Rattrays 7 Reserve eher "würzig-herb". Alle genannten Tabake (einschließlich des Balkan Flakes) mag ich über die Maßen, so dass diese Bezeichungen nicht als wertende, sondern als klassifizierende Urteile zu verstehen sind (über die man sich sicherlich auch trefflich streiten kann).
Der Tabak ist im Rauch sehr mild und weich, hat eine gute, stets angenehme Stärke, die mit abnehmender Füllung kontinuierlich etwas zunimmt, bis sie im oberen Bereich von Medium angekommen ist, geht dauernd aus und bricht vom Geschmack her nicht ein. Zur angenehm säuerlichen Grundnote des VA gesellt sich eine Süße, die immer im Rahmen bleibt und eine milde Rauchigkeit, die die ganze Mischung über anhält. Im letzten Viertel bekommt der Tabak schließlich eine angenehme, herb-bittere Note, bleibt aber stets rund, vollmundig und weich.
Die Raumnote ist happig, das kann man nicht anders sagen und gewissermaßen ist es dieser Tabak ja auch: Er brennt schlecht, er ist kräftiger als das Gros der Tabake auf dem deutschen Markt, er hat keine Aromatisierung und alles was er zu bieten hat, bewegt sich zwischen den beiden Polen VA auf der einen und Latakia auf der anderen Seite. Das kann eine ganze Menge sein und für mich persönlich sind das alles Punkte, die ganz eindeutig für einen Tabak sprechen, dennoch kann ich mir vorstellen, dass vielen dieser Tabak zu ehrlich, zu rustikal, zu einsilbig oder auch schlicht: zu heftig sein könnte. Der etwas weniger rauchige und zudem geschmackvoll aromatisierte Navy Flake aus gleichem Hause dürfte einen absoluten Neuling auf diesem Gebiet schon sehr viel eher ansprechen. Mir persönlich gefällt der Balkan Flake ausgesprochen gut, wie gesagt, aus genau den genannten Gründen.
Fazit:
Wieder ein gelungener Flake von hoher Qualität aus dem fernen Kendal. Für Anfänger (und die Öffentlichkeit) eher ungeeignet, für alle Liebhaber grundehrlicher englischer Tabake absolut empfehlenswert.
Erhältlich bei http://www.synjeco.ch
(02.12.2003)
Manuel Evertz
Einst traf ich mich mit einem Pfeifenfreund aus der Nachbargemeinde, um gemeinsam den ein oder anderen Whiskey zu verkosten. Ziel war es, einen Whiskey zu finden, der gut mit Latakiatabak harmoniert. Als Grundlage für unsere Versuchsreihe diente uns der SG Balkan Falke. Des Balkan Flake ist ein Latakiaflake, der zwar laut Hersteller 30 % Latakia enthält, aber einen nicht damit erschlägt. Im Gegenteil, der Latakiageschmack ist zwar ständig präsent, aber er vermischt sich mit der SG typischen Virginiasüsse zu einem wunderschön komplexen Tabak, der nie einseitig schmeckt. Und der Geschmack ist kräftig und voluminös. Angefangen haben wir damals mit etwas weicheren und milderen Whiskeys, die aber gegen den Tabakgeschmack nicht ankamen.
Das war es irgendwie nicht, da mussten schwerere Geschütze aufgefahren werden und wir begannen, uns den torfig salzigen Vertretern ihrer Gattung zuzuwenden und nach reichlichem Schnuppern und an Gläsern nippen kristallisierte sich dann ein Whiskey heraus, der mit seinem torfig pfeffrigem Geschmack und dem salzigem Abgang hervorragend mit dem rauchigem Balkan Flake harmonierte, der Caol Ila.
Die Kombination aus beiden ist nach gemeinsamen Konsens der Connoisseurs ein hervorragendes ausgewogenes Geschmackserlebnis.
Einige Wochen später ging es dann auf ein verlängertes Wochenende mit den VW-Bussen zum mit den Hunden durch den Wald streunen und abendlichen Lagern am Feuer in einer Grillheute in die Eifel an der luxemburgischen Grenze. Dabei war unter anderen wieder der Balkan Flake und abends am Feuer fast ausnahmslos in den Pfeifen. Ein Kraut, das einem auch im Freiem am Lagerfeuer noch Geschmack und ein schönes Raucherlebniss beschehrt, da, wo viele andere schon anfangen aufgrund von fehlendem Geschmacksvolumen zu verkümmern.
Fazit:
Der Balkan Flake ist ein Top Tabak und für mich die Latakiamischung schlechthin. Er bekommt meine uneingeschränkte Empfehlung und jeder Whiskeyfreund, der ihn noch nicht probiert hat hat definitiv etwas verpasst.
(23.05.2004)
Frank Nicolai
Der Flake ist sehr dunkel, sehr feucht beim Anfassen und relativ geruchsneutral. Vermutlich besteht er nur aus Virginia; allerdings könnte die Würze, die beim Rauchen entsteht, auf eine Spur Latakia
und Kentucky hinweisen.
Die Probe reichte nur für 1 1/2 Pfeifenfüllungen, deshalb kann mein Urteil nicht umfassend und abschließend sein.
Der Tabak glimmt erstaunlich gut ab und ergibt nach langem Rauchvergnügen ein wenig leichte, weiss-graue Asche. Selbst beim filterlosen Rauchen ist der Einsatz eines Reinigers nicht notwendig.
Der Tabak schmeckt würzig und weniger nach dem typischen Virginiageschmack, als der Geruch vermuten läßt. Im Gegenteil würde ich den Geschmack als eher würzig mit einer Spur Süße beschreiben.
Beim langsamen Rauchen spüre ich ein wenig Lakritz und Anklänge an Zeder und Schokolade - wie bei einer leichten Zigarre. Der Tabak ist - trotz seiner sehr dunklen Farbe - nicht stark. Aber sehr würzig. Dabei erinnert er mich ein wenig an den Dark Strong Kentucky - wobei jener aber spritziger, bissiger ist. Dieser hier ist (wenn man so sagen kann) eher dumpf-würzig und viel gemütlicher.
Fazit:
Ich kann nur vermuten... dass der Tabak von der Insel kommt. Vom Geruch und der Machart her erinnert er mich an Gawith-Flakes. Aber ich kenne ihn nicht und würd gern mehr davon verkosten.
(06.08.04)
Janis Nihilnovi
Vor einer guten Stunde habe ich meine Pfeife von zwei, drei verbliebenen Tabakkrümeln und einem Häuflein weißgrauer Asche befreit, die vom Rauchopfer übriggeblieben waren. Während die Pfeife ihre verdiente Ruhe in der Vitrine bekommt, hängt mir die Latakianote noch in der Nase, die der Balkan Flake von Samuel Gawith hinterlassen hat.
Warum ich das schreibe? Weil die drei Reviews, die auf der daft-Seite zur Verfügung stehen, obschon von mit Sicherheit viel erfahreneren Pipern, meinem Geschmackserlebnis höchstens in Ansätzen ent- und teilweise sogar diametral widersprechen. Daher nutze ich eine kurze Lernpause, um meine Gedanken zu diesem Tabak über den Verteiler zu schicken - man möge es überlesen und/oder mir verzeihen!
Ich habe heute meine erste Lieferung von Synjeco bekommen (Balkan, Full VA Flake, Kendal Cream und Grousemoor) und beim neugierigen Begutachten zuerst einen Schreck bekommen: Da waren kleine weiße Tupfer auf meinem frischen Balkan! Schimmel!? Beim näheren Hinsehen entpuppte sich der "Pilz" als feine kleine Kristalle - ein Phänomen, von dem ich schon gelesen hatte - und versetzte mich in aufgeregte Vorfreude.
Nach einer Grousemoor - Probe, die mich nicht sonderlich angesprochen hat, kam dann die Verkostung des Balkan an die Reihe: Ein kleines geknülltes Bällchen füllte meine Pfeife knapp zur Hälfte, dann ging's los.
Das Befeuern gestaltete sich völlig unproblematisch, und schon stiegen mir die ersten kräftigen Latakia-Schwaden in Mund und Nase - köstlich kräftig und würzig, dabei aber mild und kein Stück penetrant. (Es sei angemerkt, dass ich Latakia wirklich gerne mag). Die feine, fast hintergründige Süße, die dabei immer vorhanden war, schreibe ich - mangels Erfahrung? - den Kristallen zu.
Diese milde Würze setzte sich fort; und zwar bis zum oben beschriebenen Ende. Nachfeuern war nicht häufiger als sonst nötig, Nachstopfen genauso, der Abbrand insgesamt also unproblematisch und gleichmäßig, der Geschmack beständig und vollmundig.
Um zu schließen: Fantastisch! Ich habe zwar keine Ahnung, ob ich dieses Geschmackserlebnis vor allem dem auskristallisierten Zucker zu verdanken habe (diesbezüglich würde ich mich über Einschätzungen von alten Hasen freuen), aber ich bin schlicht begeistert von diesem Tabak. Er ist sicherlich kein All-day-smoke, dafür ist er zu kräftig in Geschmack und ich denke auch im Nikotin, aber er schließt jedes Latakiafreundes Tag wonnereich ab.
(24.06.2008)