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Gallaher Balkan Sobranie Smoking Mixture
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Gallaher, England |
| Mischung: | Helle und dunkle Virginias, Latakia, Orienttabak |
| Schnittbreite: | Mittelschnitt |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium-stark |
| Verpackung: | 50g Pouch |
| Preis: | 17,- DM / 50g |
Axel Rolle
Vorweg die Beschreibung auf der Packung: Balkan Sobranie Smoking Mixture - On of the world's classic pipe tobaccos - is an artful blend of light and dark Virginias, intermingled with the finest Macedonian leaf and enhanced by the distinctive taste and aroma of Latakia.
Mit dem Balkan Sobranie wagte ich vor drei Jahren den ersten Schritt in die Welt der der sogenannten "Englischen Mischungen" und ich war entsetzt und begeistert zugleich. Schon nach wenigen Minuten drehte sich die Welt um meinen Kopf und mir wurde flau im Magen. Der Geschmack jedoch, der völlig anders und viel intensiver war als alles, was ich bis dahin von Tabak gewohnt war, hatte mich beeindruckt. Die unangenehmen Nebenwirkungen verschwanden nach zwei bis drei weiteren Füllungen, geblieben ist der Geschmack.
Der Balkan Sobranie, der nach einem Rezept von 1879 gemischt wird, gehört zu den wirklich klassischen Tabakmischungen und hat viele Freunde in aller Welt. So soll er der Lieblingstabak des amerikanischen Schriftstellers William Faulkner gewesen sein.
Der Geruch nach dem öffnen der Packung ist ein wenig moorig, aber nicht unangenehm. Der Tabak besteht zu etwa gleichen Teilen aus schwarzen und mittelbraunen Tabakstreifen unterschiedlicher Länge und bis zu 2mm Breite. Mir scheint er häufig ein wenig zu trocken, aber er lässt sich problemlos stopfen und brennt gleichmäßig ab. Die Kondensatbildung ist gering.
Die feine Süße der Virginias wird im Geschmack durch den Latakia gut im Zaum gehalten. Dessen Würze wird durchzogen von feinen orientalisch anmutenden Aromen, die um so deutlicher sind, je kühler und langsamer der Tabak geraucht wird. Bei zu hastigem Ziehen offenbart der Balkan Sobranie schnell eine unangenehm beißende Seite. Seine Vorzüge wollen in Ruhe erkundet werden. Dazu passt auch, dass er durch Lagerung an Ausgewogenheit gewinnt. Wie bei Latakiamischungen nicht unüblich, bleibt der besondere Genuss der Umgebung in der Regel verborgen.
Fazit:
Ein hervorragender Tabak für diejenigen, die einen kräftigen, aber feinaromatischen Engländer zu schätzen wissen. Mir schmeckt er zu jeder Tages- und Nachtzeit aus Pfeifen jeglicher Größe.
Detlev Büscher
Endlich habe ich mir mal den Klassiker Balkan Sobranie zugelegt. Den inzwischen vom Markt genommenen BS No. 759 hatte ich ja schon vor ein paar Wochen kennen gelernt.
Hier mein erster Eindruck: Nach meiner Erfahrung gibt es Latakiablends, bei denen man mehrere Füllungen braucht, um sich erst mal "einzuschmecken". Dazu gehörte, was mich betrifft, der Rattrays Accountants', Wellauer's Englisch Blend und auch der Finest British von J.A. Bei anderen kam bereits bei den ersten Zügen eine gewisse Begeisterung auf. Zu dieser Gruppe gehören z.B. die drei Dunhill's, die ich bereits kenne und auch der Balkan Sobranie, der gerade zum ersten Mal in meiner Pfeife glimmt. Der 759 gehört eher zur ersten Abteilung. Natürlich alles IMHO.
Optisch sind die beiden Mixtures kaum zu unterscheiden. Möglicherweise ist der normale BS teilweise langfaseriger. Geschmacklich liegen sie (erster Eindruck) aber doch ziemlich weit auseinander. So ähnlich wie die zarte, süße Schwester (BS) und der etwas raue, kernige Bruder (759). ;-)) Meine erste Assoziation war tatsächlich: "Gegen den 759 ist der BS ja der reinste Süßkram." Auf jeden Fall ist er deutlich "gefälliger", während der 759 doch einige Ecken und Kanten zeigt.
Einen starken Crossover-Effekt kann man nahezu ausschließen. Die Pfeife hat in letzter Zeit nur Dunhills (Nightcap und 965) geraucht, trotzdem erinnert mich bei dieser Füllung BS nichts an die Dunhill-Richtung.
Für einen richtigen Vergleich habe ich mir vom 759 noch etwas aufbewahrt. Zu beiden Tabaken werde ich beizeiten ein Review schreiben. Vor die Wahl gestellt, würde ich spontan den "normalen" BS bevorzugen, obwohl mir der 759 auch schon ein paar schöne Stunden bereitete.
(22.04.2000)
Frank Nicolai
Balkan Sobranie ist ein typischer Engländer - und aufgrund seines langen Lebens auf dem Markt fast der Urtyp vieler anderer Mixturen. BS stellt sich als eine Mixture aus leichten Virginias, herben aber aromatischen (nur wenig sauren) mazedonischen Orient-Tabaken und einer guten Prise rauchigem Latakia vor. Die Farbe tendiert zum sehr dunklen Braun und auch der Geruch aus dem geöffneten Pouch entspricht den Erwartungen, die man an Engländer stellt; die Rauchigkeit lässt Erinnerungen aufkommen an den Rauch des Kartoffelkrautes, der über herbstliche Felder zieht, sich mit dem tiefziehenden Nebel vermischt und an das Ende des Sommers denken lässt. Und das, obwohl die Sonne knallt und das Thermometer über 30 Grad anzeigt.
Das Stopfen und Entzünden sollte für niemanden ein Problem sein, der Tabak besteht aus schmal, aber lang geschnittenen Tabakblättern, die sich leicht stopfen lassen und nach zweimaligen Anzünden problemlos bis zum Ende der Füllung durchglimmen.
BS hält beim Rauchen das, was er im Geruch verspricht. Es entwickelt sich bei langsamen Rauchen eine gewisse, nicht hervorstechende Grundsüße der Virginias. Der Geschmack insgesamt wird jedoch durch die Orientals getragen, die auch beim Rauchen nicht sehr sauer, hier eher würzigeren Charakters sind. Der Latakia gibt ein wenig Rauchigkeit dazu. Die Gesamtkombination der Tabak ist rundherum gelungen. Balkan Sobranie ist sowohl als "Extra" des Tages geeignet, weil er sehr ausgeglichen im Geschmack ist (was auch bedeutet: er schmeckt vom ersten bis zum letzten Zug gleich, was IMO recht selten ist); er ist aber auch als All-Day-Smoke geeignet, da seine Raucheigenschaften wirklich gemütlich genannt werden können. Das oben beschriebene "Herbstgefühl" des Geruchs wird beim Rauchen ebenfalls erfüllt und lässt den Wunsch nach einem Glas Whiskey übermäßig werden.
Ich halte den Balkan Sobranie für einen sehr "freundlichen" Tabak - anfängergeeignet - denn er raucht sich hervorragend kühl, kondensatfrei und ohne Zungenschädigung bis zum Rest der bemerkenswert feinen grauen Asche herunter.
Das Einzige, was mich nicht täglich und immer zum BS greifen lassen würde, ist, dass er mir etwas zu leicht ist. Für mich ist er auf der leichten Seite von medium anzutreffen, was meinem "Mundgefühl" beim Rauchen etwas zu wenig ist; dem entsprechen Rattray's Accountants oder sogar auch Dunhills Nightcap eher.
Trotzdem ich bereits einige Engländer geraucht habe, es fällt mir schwer, ihn zu vergleichen. Da der BS einen sehr eigenständigen Charakter hat, kann man ihn nicht mit den süßeren Dunhills vergleichen; bei den Rattray's fällt mir am ehesten Red Rapparee ein.
Fazit:
Von wenigen Tabaken habe ich bisher gesagt, dass er zu denen gehört, die man mal geraucht haben muss. Dieser gehört unbedingt dazu. Die alten Engländer hatten einen ausgesucht guten Geschmack. In meiner persönlichen Liste bekommt er ein "uneingeschränkt empfehlenswert".
(13.06.2000)
Thomas Schoke
Geraucht in einer kleinen Charatan Billiard ohne Filter.
Beim Öffnen des Probenbeutel duftet es nach Latakia und Orient, künstliches Flavour ist nicht feststellbar. Der Tabak besitzt eine Schnittbreite von 1,5 - 2 mm und ist kurzfaserig. Bei der Begutachtung des Tabakbildes auf einem weißen Blatt Papier finden sich Anteile von Tabakstaub. Die Grundtabake sind neben bright and red Virginia auf jeden Fall Orienttabake und Latakia. Der Geruchseindruck wird deutlich vom Latakia bestimmt.
Der Tabak lässt sich aufgrund seines Schnittes leicht stopfen und willig entflammen. Schon der erste Geschmackseindruck zeigt, dass der Tabak bei weitem nicht so Latakia lastig ist, wie der Geruch vermuten ließ. Sofort stehen die Orienttabake im Vordergrund, ohne dem Tabak eine einseitige Note zu geben. Der Rauch ist von dezenter Süße, Orient und Latakia bestimmen den Duft., die VA's sind leicht und runden ab. Vermutlich ist ein Anteil Cavendish enthalten, da mir der Tabak für eine reine OR/LA/VA Mischung zu leicht erscheint. Dazu passt, dass der Rauch nicht sehr viel Volumen besitzt. Ein erstaunlich leichter und milder Tabak, der munter vor sich hinglimmt und völlig unproblematische Raucheigenschaften hat. Er ist naturbelassen, künstliches Aroma ist nicht feststellbar.
Für meinen Geschmack ist er einen Tick zu leicht, das Geschmacksbild ist mir etwas zu flach. Dafür hat der Tabak excellentes Brennverhalten und gibt nur wenig Kondensat ab. Ein lustiger Tabak für "Early morning pipes" oder die erste "Vorfrühstückspfeife" :-))
Fazit:
Ein erstaunlich milder Tabak, den man jemand empfehlen kann, der bisher aromatisierte Mischungen bevorzugt hat und die englische Richtung kennenlernen möchte. Das Grundkonzept erinnert mich ein wenig an die Schürch Tabake aber ich tippe eher auf McConnell.
Klaus Komischke
Latakia, Virginia, Orient? 2 mm Streifen klassischen Englische Mischung Keines Full Probenbeutel
Der Latakia-Duft der aus dem geschlossenen Umschlag kam veranlasste meine BH zu de Bemerkung." Hmm. stinkt ja prächtig! Hätte das nicht als Gefahrgut deklariert werden müssen?" Nun denn gespannt auf den Inhalt den Umschlag geöffnet. Zwei Probentütchen mit der irreführenden Aufschrift "John Aylesburry" kamen zum Vorschein zusammen mit einem Anschreiben von Björn sich von der Aufschrift nicht täuschen zu lassen. Nun denn. eine erste intensivere Geruchsprobe bestätigte mir dann, dass es sich um einen wohl recht kräftigen "Engländer" handelt. Assoziation zum Dunhill Nightcap kommen da sofort auf. Also flugs die Latakia-Pipe hervorgekramt und mit eine AKFi bestückt. (Ich rauche Latakia Mixturen grundsätzlich mit AkFi) Der direkte Vergleich des Tabakbildes zwischen Probe und Nightcap offenbart ebenfalls, dass es sich mit 90%iger Sicherheit wohl um den Nightcap handelt. Allerdings ist mein Tabakhorizont nicht so weit, dass es sich nicht doch um einen anderen Tabak handeln könnte. Es ist Dienstag Morgen 10:00 Uhr also genau die richtige Tageszeit für den Nightcap. ;-))
Das Stopfen ist problemlos, ebenso das Anzünden. Einmal feuern, nachstopfen noch mal feuern und der Tabak glimmt. Es macht sich ein weiches herrliches Aroma breit. Rauchig aber nicht scharf oder bitter. Der Geschmack bleibt über die gesamte Füllung konstant. Ab etwa Mitte der Füllung macht sich bei mir ein Trunkenheitsgefühl breit und lässt mich zu einem Glas Wasser greifen. Die Fehlerquote auf der Tastatur hält sich allerdings in Grenzen. ;-)))
Der Tabak verbrennt zu feiner fast weißer Asche. Keine Kondensatprobleme, der Tabak raucht sich kühl. Die Qualität des Tabaks ist hervorragend die Abbrandeigenschaften und das Aroma spitze. Die Raumnote ist halt typisch Latakia. Mein Gaulloise rauchender Kollege meint dazu: "Na, hast Du mal wieder den Komposthaufen in die Pfeife gestopft?" Unverschämtheit!!! ;-) Nun denn....
Fazit:
Ich gehe bei der Probe davon aus, dass es sich um den Nightcap handelt. Kein Anfängertabak!! Hervorragende Qualität, die mit einem echten Raucherlebnis belohnt. Weiß Gott kein Allday Smoke aber immer ein Höhepunkt. Björn hat für diesen Blind-Test jedenfalls keine Kosten gescheut.
Jörg Lehmann
Björn hat zum Blindtest aufgerufen, aber so ganz ohne Augen kann man das ja nicht richtig auf die Reihe bekommen. Es galt also zwei Tabake zu beurteilen, die sehr gut dicht eingepackt waren, weshalb es keine Geruchsinterferenzen im Brief gab.
Die Nummer eins kommt, rein optisch als ein Mixture daher, die sehr abwechslungsreich aussieht. Es herrschen, jeweils mit ca 45% vertreten dunkelbraune und schwarze Tabake vor, der Rest ist hellbraun. Verglichen mit dem Paul Olsen Standard, an den ich zwischenzeitlich einmal dachte, ist der Spiegel lebhafter. Den Schnitt würde ich als "Normalschnitt" bezeichnen. Die erste Geruchsprobe verrät Latakia, der sehr dominant, aber keineswegs penetrant wirkt. Da ich ansonsten nur wenig Latakia rauche (im Zunehmen begriffen) überdeckt dieser Geruch momentan noch viele Nuancen, die eingeschworene Latakianer riechen mögen - eventuell gibt es sie aber auch nicht.
Aus der Probe konnte ich meiner Dunhill 5, die den Latakias vorbehalten ist, drei Füllungen verpassen.
Zuerst: Alle drei Füllungen habe ich ohne Reue aufgeraucht. Der Latakia ist deutlich vernehmbar, aber sehr angenehm. Im Hintergrund findet sich eine milde Süße, die nicht überladen wirkt. Jegliches Beißen, was zum Husten Anlass geben könnte, fehlt. Der Tabak brennt sauber ab, ohne nennenswerte Kondensatbildung. Ein insgesamt angenehmer Tabak. Ich habe ihn auch zu Hause geraucht, ohne mir Proteste einzufangen, was schon etwas heißen will.
Karl-Heinz Krebs
Da die Probe sehr reichlich bemessen war (Björn weiß, was ich mag ;-) ) konnte ich den Tabak dreimal rauchen. Das Tabakbild ist geprägt von dunkel bis schwarzen Bestandteilen, aufgelockert durch hellbraune Fasern. Der Grundtabak dürfte Burley sein, gewürzt mit Latakia und etwas Virginia. Die Tabakqualität ist gut, jedenfalls finden sich keine Strünke, er ist feucht und geschmeidig, genau richtig. Im Geruch dominiert der Latakia, etwas anderes kann ich nicht riechen. Ich glaube nicht, dass er aromatisiert ist.
Der Tabak lässt sich gut stopfen, ein Streichholz genügt, und er glimmt. Die ersten Züge, ich werde nicht enttäuscht, ein Engländer wie ich ihn mag, weich und voll im Geschmack. Nach dem ersten Drittel wird er stärker, eine weitere Geschmacksnuance tritt aus dem Hintergrund hervor, eine leichte Süße. Dominant bleibt aber der Latakia. Im Stärkelevel bleibt er nun konstant, ich stufe ihn für mich als medium ein. Im Abbrand verhält er sich gut, er raucht sich trocken und kühl bis zum Ende. Der Rest ist feine graue Asche. Der Filter hat sich nur leicht verfärbt, ich schließe auf wenig Nicotin. Die Raumnote typisch für einen Engländer, nicht jeder wird sie mögen. Fazit: Eine gut abgestimmte englische Mixture, ich werde das Gefühl nicht los, den Tabak habe ich schon einmal geraucht. Ich tippe auf Paul Olsen, jedenfalls habe ich die Probe, die ich in Stuttgart geraucht habe, so in Erinnerung. Den Tabak würde ich auch kaufen, naja, wenn der Preis stimmt ;-)
Frank Nicolai
Der Anblick des Tabaks ist beherrscht von einem dunklen Braun, fast Schwarz; aufgelockert durch sehr wenige helle Tabakfasern. Im Geruch ist er erdig-schwer und rauchig, der Latakia überwiegt. Das Stopfen und Anzünden ist einfach - bei den ersten Zügen verspürte ich ein Kribbeln auf der Zunge wie ich es nur von Kentucky kenne. Wenig Geschmack außer bissiger Würze. Das erinnert mich etwas an das "Mundgefühl" beim Dark Bird Eyes von G&H. Nicht so mein Ding.
Etwas "erdiges" klingt an - das könnte von einer Spur Brasil oder anderem Zigarrentabak herrühren. Im weiteren Verlauf klingt das Erdige ab (oder ich nehme es nicht mehr wahr) und ein durchschnittlicher Engländer kommt zum Vorschein. Der sehr gut brennt; viel Aroma hat (Rauchiges vom Latakia; Blumiges von den Virginias und sehr wenig Saures von den Orientalen) aber alles in allem deshalb enttäuscht, weil das anfängliche Kribbeln, an das man sich nach einem Moment gewöhnt hat, verschwindet. Und so der Tabak relativ langweilig wirkt. Zumindest für mich. Zum Ende hin wurde der Tabak wieder bissig; nun aber in einer unangenehmeren Art als zu Beginn. Ich hatte das Gefühl, einen wunden Gaumen zu bekommen. In der Asche fanden sich dann auch erwartungsgemäß etliche angekohlte aber unverbrannte Tabakreste. Ich habe die Füllung ausgehen lassen. Diesen Tabak habe ich nur mit Filter geraucht, da mir die Gefahr des Zungenbrandes zu hoch war. Die Filter waren ziemlich trocken; ein Zeichen, dass der Tabak nur wenig Kondensat hervorbringt. Die Raumnote entsprach der eines guten Engländers: rauchig und intensiv.
Fazit:
Ein anfangs interessanter Tabak mit Überraschungen; dann allerdings abfallend ins Mittelmaß. Ich würde ihn aufrauchen, wenn ich eine Dose davon offen hätte, ihn aber nicht mehr nachkaufen.
(30.01.2001)
Michael Bernhard
Heute hatte ich versehentlich den BS im Buero dabei. Ich hatte ihn in
eine Dose umgefuellt und die dann, da ich eigentlich ihren
urspruenglichen Inhalt mitnehmen wollte, mit eingepackt.
Obwohl es sich beim urspruenglichen Dosen-Tabak um eine Balkan-Mixture
mit aehnlichem Schnitt handelte, fiel der Unterschied auf. Schon der
Geruch war etwas anders, Latakia, aber rund.
Also in eine kleine Stannie-ofi gestopft, erster Zug: wow, das ist
Latakia. Aber keineswegs scharf oder extra rauchig sondern rund und
sahnig. Die ersten Zuege bleibt der Latakia deutlich im Vordergrund um
sich dann mit den anderen Bestandteilen zu vereinigen. Dies dauert
keinesfalls das bekannte erste Pfeifendrittel, sondern passiert nach
wenigen Zuegen.
Was man dann hat ist Genuss pur, sahnig und saettigend. Leider erntet
man von der Umwelt jedoch dumme Sprueche. Die Raumnote ist wohl
"latakiaecht".
Der runde Geschmack bleibt bis zu den letzten Zuegen erhalten, es kommt
jedoch noch was besonderes dazu: irgendwelche Spitzen, die ich nicht
zuzuordnen vermag. Zunaechst meine ich eine Pfeffernote zu erschmecken,
ohne jedoch eine Schaerfe wahrzunehmen. Dann geht es soweit, dass ich
das Gefuehl habe, dass Menthol im Spiel ist. Jedoch vordergruendig nicht
wegen des Geschmacks, sondern wegen eines "Prickelns" an Zunge, Lippe
und Gaumen. Sehr angenehm ...
Der Genuss haelt bis zu den laetzen Zuegen an, wieder weit bis nach dem
Uebergang ins letzte Drittel. Die letzten Zuege tritt der Latakia dann
nochmal solo auf, jedoch wie anfangs, zwar Latakia, aber rund.
Der Tabak brennt sauber runter, saettigt ohne zu ueberfuellen und ist
ein einzigartiger Genuss. Fuer mich ist es schade, dass es ihn nicht
mehr gibt, und es ist schoen, dass ich Gelegenheit hatte ihn zu rauchen
(dafuer nochmal Dank an den Spender!). Zugegebenermassen wird jedoch
meine Trauer nicht so gross sein, wie bei manchen "BS-Abhaengigen"; er
ist einer der besten Latakias, die ich je geraucht habe, jedoch bin ich
(noch ;) ) kein Latakia-Jukie und finde, dass andere Tabake dem BS
recht nahe sind, nicht viel anders und nicht schlechter, einzig das
erwaehnte Prickeln habe ich sonst noch bei keinem anderen aehnlichen
Tabak wahrgenommen - leider.
(25.01.2008)
Artur Possnigg
Habe nach 33 (!!!) Jahren meine Dose Balkan Sorbraine aufgemacht – und geraucht. Keine Veränderung. Der Tabak war feucht, wie am ersten Tag.
Ich glaube sogar, dass der 33 Jahr alte, unter Vakuum aufbewahrte Tabak, in einer runden, mit Bild versehenen 100 -Gramm- Dose, besser schmeckt und im Rauch milder und abgerundeter ist, ohne Kanten.
Da vermutlich wenig über 33 Jahre alte Tabake bekannt ist, kann ich dies behaupten und zur Diskussion stellen. Als ich den Tabak in London kaufte, war ich noch ein Junge. Ein abwechslungsreiches Leben liegt dazwischen...Ich werde demnächst pensioniert...
(11.03.2010)