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G.L. Pease Barbary Coast
(Pfeifentabak)
| Markenname: | G.L. Pease |
| Hersteller: | G.L. Pease |
| Mischung: | Virginia, Burley, Perique |
| Schnittbreite: | 50% Cube Cut und 50% Mixture 2-3mm |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
| Preis: | US$ 8,25 |
Martin Steinthaler
Vorab die Beschreibung des Tabaks von Gregory selbst. The finest cube-cut Burley, chosen for its deep, nutty flavors, forms a robust foundation for this sophisticated blend. Rich, red Virginia tobaccos are added for their subtle sweetness and complexity, while the unique spice of perique provides added dimension. A delicate kiss of brandy polishes the blend to a perfect finish. Barbary Coast is delightfully satisfying, with hints of black walnut, dark chocolate, and dried fruits. The perfect "all-day" smoke.
Naja das kennen wir ja alle oder ?? Viel Beschreibung und dann Enttäuschung beim Proberauchen. Aber die Kenner und Liebhaber von G.L.Pease Tabaken wissen... man kann Gregory ruhig mal einen Versuch widmen. Nun ist dieser Tabak eine Mischung die Burley als Basis verwendet und das hat mich doch schon sehr abgeschreckt. Aber nach einigen Überredungsversuchen von Greg in Chicago erwischte er mich kalt und ich hatte Burley in der Pfeife. Stopfen oder so braucht man eigentlich fast gar nicht denn die Konsistenz ist schon rauchfertig. Nur in die Pfeife rieseln lassen und leicht andrücken. Das Anzünden selbst ist kinderleicht und die ersten Zügen ließen meine Augen glänzen. Burley und einer der sogar schmeckt (ich bekomme sonst leicht Zungenbrennen von Burley). Nicht schlecht, ich hätte nie gedacht mir kommt so was über die Lippen aber ich war ehrlich von den Socken. Keine Ahnung wo Gregory diese Tabake her hat oder was er mit ihnen macht aber dieser Burley ist definitiv anders als alles was ich bisher unter dem Namen Burley versucht habe. Leichtes nachstopfen von Zeit zu Zeit reicht und die Pfeife raucht sich mühelos bis zum Ende. Die ersten Eindrücke waren leicht süß mit einem Fruchtigen Unterton. Die Frucht kommt sicher vom Perique und der Kochschoko Nebenduft/Geschmack vom Burley. den Brandy selbst kann ich eigentlich nicht wirklich schmecken aber es dürfte sich um die kühle Empfindung auf Zunge und Gaumen handeln :-) Was mich überzeugte ist auch die Art und Weise wie sich der Tabak auch gegen Ende der Pfeife verhält. Im Gegensatz zu vielen Burley Mischungen wird er weder bitter noch heiß noch trocknet er mir den Mund aus. Ganz im Gegenteil er bleibt nahezu gleich im Geschmack und wird nur einen Hauch stärker. Das fruchtige bleibt aber da und die Raucheigenschaften ebenfalls. Der Burley fällt nicht ab und der Virginia hält seine Süße bis zum Schluss !! Stärker wird wahrscheinlich nur der Perique. Eine weitere Eigenschaft ist auch das nicht zu dominante Verhalten von Barbary Coast. Er ist zwar ein eher süßer Vertreter der G.L.Pease blends aber in sehr positiven Grenzen. Selbst bei schnellem Rauchen ist er verträglich und die Bezeichnung "all- day" smoke trägt er zurecht. Ehrlich gesagt hab ich mir gleich 4 Dosen unter den Nagel gerissen und Gregory (the darklord) gab mir noch den "Caravan" als Probe mit auf den Weg. Ich verkniff mir aber das Proberauchen denn sonst hätte ich eventuell Schwierigkeiten mit dem Zoll bekommen :-)
Fazit:
Barbary Coast ist ein ausgezeichneter Tabak für beide Lager der Pfeifenjünger. Aromahelden können ihn als Einstieg in die Welt ohne übertriebene Zusätze sehen und Naturliebhabern könnte er eine sehr nette Abwechslung bedeuten. Kein Zungenbrand, harmlos in der Verwendung und sehr hohe Tabakqualität machen BC zu einem guten Beispiel was man alles mit ein wenig Talent machen kann. Der Geschmack reicht von fruchtig (Pflaume, Trockenfrüchte) bis zu schokoladig cremig. Ich selbst rauche eigentlich am liebsten Virginia und Vi/Pe Flakes aber BC ist auch für mich eine willkommene erfrischende Abwechslung. Für mich nicht gerade ein "all-day" smoke aber doch des öfteren ! Kann ich mit ruhigem Gewissen empfehlen.
(23.05.2001)
Peter Friedl
Welche 3 Bücher/Schallplatten/ ….. würde man mit auf eine einsame Insel nehmen ? Wer kennt nicht diese beliebte Fragestellung, die sich auch bestens auf Tabake anwenden lässt.
Bei mir wäre an erster Stelle der Auserwählten ohne jeden Zweifel der BARBARY COAST. Die obige Beschreibung von Martin Steinthaler hatte mich auf dieses Aromen Mischmasch sehr neugierig aber auch ein wenig skeptisch gemacht.
Nach lockerer Füllung der Pfeife und problemlosen Anzünden hauten mich die ersten Züge glatt aus dem Sessel – vor Begeisterung wohlgemerkt. So einen aromatischen Tabak hatte ich noch nie geraucht. Mit der Verspieltheit eines milden Frühlingslüftchens umschmeichelte ein raffiniert ausbalanciertes
Panorama von Geschmackskomponenten meinen Gaumen: ein Hauch Vanille, eine Anspielung von Ananas, insgesamt stets eine wohlausgewogene Mischung von leichter Süße, Fruchtigkeit und Würze. Letztere war das essentielle Tüpfelchen auf dem „i“ oder auch die Klammer, die wie ein Dirigent den Rahmen vorgab, in dem die einzelnen Exoten ihre Soli geben durften. Mit zunehmendem Abbrand schob sich die
Würze dann stärker nach vorne, ohne aber je den fruchtigen Charakter des Tabaks zu überdecken. Noch nie habe ich ein Pfeife mit derartigem Genuß geraucht.
Die zweite Pfeife schmeckte wieder anders etwas rauchiger und mit stärkerem „Kochschoko“ (Zitat Steinthaler), nicht mehr ganz so luftig. Da ich die erste Pfeife – eine Winslow Collector von einem allerdings dezenten „Süßkramraucher“ ersteigert hatte (nahm ich nach ein paar Zügen aus der leeren Pfeife jedenfalls an) – während die zweite Pfeife mit „anständigen“ Tabaken geraucht worden war, schließe ich mal, dass der Barbary Coast ein wenig empfindlich gegen Crossover ist und man für ihn einen latakiafreie Pfeife reservieren sollte.
Fazit:
ein Traumtabak, der ab sofort bei mir immer präsent sein muß, und den ich jedermann uneingeschränkt
empfehlen kann.
(17.11.2003)
Frank Nicolai
Der Barbary Coast stand schon seit langem auf meiner "Muss-ich-haben-Liste". Und nun habe ich ihn und möglicherweise zu lange stehen lassen. Denn entgegen den beiden bisherigen Reviews riecht und schmeckt der Tabak wie ein von Nils Thompson gemachter Tabak: vor allem nach Perique. Ich nehme aber an, dass das vor allem an der halbjährigen Lagerung liegt, die der Tabak bei mir (in der geschlossenen Dose) hinter sich hat.
Die cube-cut-Anteile sind relativ groß und ungleichmäßig geschnitten und bitterschokoladenbraun. Die wenigen Virginiastreifen (ein wenig heller im Farbton) fallen kaum auf. Und einige wenige tiefschwarze und zähe Tabakanteile erkenne ich als Perique.
Der Tabak riecht schwer nach Trockenpflaume; wenn ich die Nase zu tief in die Dose stecke wirkt der Geruch bissig. Nur in Anklängen kann ich etwas schokoladiges vernehmen: den Burley, der den Hauptteil dieser Mixture ausmacht. Die lt. Beschreibung vorhandene Aromatisierung ist nicht mehr erkennbar.
Der Tabak fasst sich ziemlich feucht und sehr elastisch an; läßt sich aber problemlos stopfen (was hier bedeutet: einfach in die Pfeife füllen und nicht feststopfen) und entzünden.
Nach nur zwei Versuchen glimmt das Kraut. Und das ist gut so. Denn der Geschmack ist ein Gemisch aus Zunge trocknendem Burley-Kakao-Geschmack und schwer-süßem Perique. Die Virginias kann ich nicht erschmecken; der Perique erschlägt ihn. Schade. Mir tut es wirklich leid, dass ich den Tabak nicht gleich nach Erhalt geraucht habe - so bleiben nur Anklänge an das, was meine Vor-Reviewer beschrieben haben.
Insgesamt erfreut der Tabak aber mit seiner Einmaligkeit. Wenn man ihn ganz langsam und vorsichtig - hart an der Grenze zum Erlöschen - raucht, schmeckt er am besten. Dann kommen die schokoladigen Töne des Burley am Besten zum Tragen.
Der Barbary Coast ist ein Tabak, den man ohne Filter rauchen muss. Aktivkohle und sogar auch Meerschaumfilter nehmen ihm sämtliche Nuancen und lassen den Gaumen sich langweilen. Ohne Filter ist er - selbst mit den genannten Einschränkungen - ein wirklich feines Kraut.
Interessanterweise werden Perique-Tabake immer als kräftige Tabake dargestellt. Dieser hier ist die Ausnahme. Den Barbary Coast kann man auch problemlos auf nüchternen Magen rauchen ohne dass einem schwindlig wird. Mich hat die relative Milde des Tabaks sehr verwundert. Wobei Milde hier nur meint, dass der Tabak wenig Nikotin hat; Geschmack hat er viel. Bis zum (nicht bitteren) Ende.
Fazit:
Auch wenn Gregory ihn als All-Day-Smoke darstellt; das ist er für mich keinesfalls. Dazu ist er etwas zu Besonderes. Der Barbary Coast ist ein sehr eigenständiger Tabak zu dem mir kein Vergleich einfällt.
Ich empfehle ihn gern weiter. Aber ich denke, auf der Dose sollte stehen: Zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt. Denn Lagern bekommt ihm nicht. Es sei denn, man mag diesen vordergründigen Perique-Geschmack.
(26.01.04)