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DTM Bill Bailey's Balkan Blend
(Pfeifentabak)
| Markenname: | DTM |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virginia/Orient/Latakia/Kentucky/Louisiana Perique |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium-stark |
| Verpackung: | 50 g Pouch |
| Preis: | 6,70 Euro |
Wolf-Rüdiger Jürgens
Mein Einstieg in die englische Richtung begann vor einem 1/2 Jahr mit Bill Bailey´s Best Blend. Schon damals war mir klar dass ich bestimmt den Balkan Blend mal versuchen würde. Da ich inzwischen eine Vorliebe für diese mehr von den Orientals geprägten Tabake (u.a. "Red Rapparee", "Balkan Sobranie" oder auch "Discovery") habe , bestellte ich mir eine Dose Balkan Blend bei DanPipe. Beim Öffnen der Dose kommt einem sofort ein starker Latakia-Geruch entgegen. Das Tabakbild ist relativ dunkel aber doch sehr vielfarbig. Die hellen Orientals beleben den Anblick zusätzlich. Das Stopfen geht sehr leicht von der Hand, ohne das man etwas besonderes beachten müsste. Die ersten Züge aus der Pfeife sind doch schon etwas stark, was meiner Erfahrung nach hauptsächlich vom Kentucky kommt. Beim Rauchen entwickelt sich ein wunderschön aromatischer, weicher Geschmack der sich ziemlich bis zum Schluss der Füllung in etwa konstant hält. Der Abbrand ist vorzüglich, eine Eigenschaft die ich am meisten bei den englischen Mixturen schätze, kein Gesotter, keine heißen Pfeifenköpfe und zum Schluss bleibt nur etwas feine weiße Asche mit ein paar unverbrannten aber stark getoasteten Tabakstücken über. Der Boden der Pfeife war immer trocken nach dem Ausräumen. Sollte die Pfeife ausgehen, kann man problemlos wieder entzünden ohne das der Geschmack beeinträchtigt wird. Ganz zum Ende wird der Geschmack ein klein wenig scharf, es ist aber nicht unangenehm. Der Geschmack ist an sich sehr komplex aber auch ein klein wenig einseitig, weil er sich kaum verändert auf dem Weg zum Boden der Pfeife. Der Rauch ist sehr kühl, und cremig und die Orientals spielen sehr gut mit der doch recht beachtlichen Menge (40%) an Latakia zusammen, ohne das sie sich eine Dominanz des Latakia´s einstellt. Der VA Anteil liefert eine gute Portion an Süße. Das mit der Süße sollte der potentielle Balkan Blend Raucher jedoch immer relativ sehen, wer gewöhnlich aromatisierte Mischungen raucht wird die Süße schwerlich entdecken.
Fazit:
Dieser Tabak hat sich mir sofort erschlossen und ich rauche ihn sehr gerne. Sicherlich ist der Balkan Sobranie noch besser und noch weicher aber dafür auch viel teurer. Der oft erwähnte Lutz #1 ist mir allerdings zu leicht, im Vergleich mit dem Balkan Blend. Verbesserungen kann ich mir allerdings vorstellen indem der Kentucky reduziert und die Menge der Orientals in gleichem Maße erhöht wird. Mir ist aufgefallen das er in mit Oil behandelten Pfeifen (Peterson, L.Wood, sicher auch Dunhill oder Ashton welche ich aber nicht in meiner Sammlung habe) viel weicher ist. Ebenso sollte man eine größere Pfeife benutzen da anscheinend der Tabak selber bei einer größeren Menge im Kopf eine ordentliche Filterfunktion hat. Ich habe ihn noch ;-) nicht ohne Filter probiert.
(19.03.2000)
erhältlich: http://www.danpipe.de
Ingo Gebert
Nach der Beschreibung im Dan-Pipe Katalog ist der Balkan Blend ein nicht aromatisierter Tabak mit einem Latakiaanteil von 40%. Wie ich aus den Postings einiger Daftler entnehmen kann, soll dieser Tabak doch ziemlich kräftig sein.
Nach dem Öffnen der Dose umschmeichelt ein gut wahrnehmbarer Latakiageruch die Nase, den Duft einer Aromatisierung habe ich nicht wahrnehmen können.
Der Tabak lässt sich problemlos stopfen, und auch mit dem Anzünden hatte ich keine großen Probleme. Bei ersten Züge dominiert die Virginasüße, später nimmt dann der rauchige und herben Geschmack des Latakias zu. Ab der Mitte der Pfeifenfüllung haben sich die Tabake aufeinander eingependelt. Die Süße des Virginias wird nicht komplett verdrängt, und der Latakia prickelt auch noch auf der Zunge. Der Tabak ist sicherlich kräftig im Geschmack, aber als so herausragend kräftig, wie der Tabak mancherorts beschrieben wurde, habe ich ihn nicht empfunden. Sicherlich keine Empfehlung für einen Pfeifenraucher, der zum ersten Mal in diese Richtung hineinriechen möchte, aber für diejenigen, die diese Richtung mögen, ist dieser Tabak sicherlich eine Empfehlung wert. Ich habe den Tabak nur ohne AKF geraucht, und Schwierigkeiten mit meiner Zunge hatte ich nicht.
Fazit:
Daumen hoch, wenn ich eine Bestellung bei Dan Pipe aufgeben werde, steht dieser Tabak mit auf der Liste.
(17.12.2001)
Frank Nicolai
Bill Bailys Balkan Blend - ein Name wie Musik.
Wenn man den Pouch öffnet denkt man dann aber doch eher an profanere Dinge wie: Straße teeren und vielleicht auch: Hochsommer im Stau auf der Autobahn. Aber Hallo. *Das ist Latakia!*
Ansonsten ist aus dem geöffneten Pouch kaum etwas wahrzunehmen: ein wenig Säure vielleicht noch und ein wenig (hier wie) würzende Süße. Solch ein Tabak kam mir bisher selten unter die Nase und in die
Pfeife. Der Discovery mag von ähnlichem Kaliber sein; der BBBB ist allerding ein etwas hellerer Genosse.
Nun, seis drum: mutig in die Pfeife geworfen und entzündet. Aber Hallo! Gibt es außer Latakia noch was? Ja. Nach den ersten entzündenen Zügen, wenn die Glut etwas abgekühlt ist kommt ein cremiger, fülliger Rauch aus dem Mundstück. Und er trägt Aromen von Virginia und Orient. Und je kühler der Rauch, desto freundlicher wird der Latakia und desto mehr von den anderen 60 % Tabaken kann ich erschmecken. Und das schmeckt! Der Rauch ist im wahrsten Sinne des Wortes vollmundig. Kaum zu glauben, dass man trotz des hohen Würztabakanteiles den anderen Tabak noch schmeckt. Aber es ist an dem. Die Virginias sind von der süßen Fraktion und geben dem Ganzen einen Gegenpol.
Beim BBBB ist das Gesetz der Tabakmischung umgekehrt. Hier brilliert der Latakia und die Grundtabake legen den Teppich aus. Allerdings - und genau das ist das Manko - hat der Tabak eine Tendenz dazu, sich heiss zu rauchen. Vor allem zum Ende der Füllung hin, wenn er sich mit Kondensat und Feuchtigkeit vollgesogen hat, läßt er sich nicht mehr kühl abrauchen. Das Ergebnis ist ein bitter-bissiges Zungenmärtyrium.
Ich habe es versucht: mit Filter, ohne Filter, mit Kristallen und Meerschaunkrümeln im Kopf, aus hohen und aus flachen, weiten und engen Köpfen... doch immer zum Ende hin: Bitterkeit und Zungenbiß. Es kann - aber muss nicht - an mir und meiner Rauchtechnik liegen. Schade. Sehr schade. Denn der BBBB hat gerade im zweiten Drittel der Füllung einen Geschmack, an den ich mich gewöhnen möchte. Der hohe Latakia-Anteil macht mir nicht zu schaffen - der Tabak ist zwar recht kräftig, aber eher im Geschmack denn im Nikotin.
Die Raumnote ... na ja, ich wurde schon freundlicher angesehen. Und selbst Leute, die mich kennen und das, was ich in meine Pfeifen stopfe schüttelten irretiert den Kopf ;-)
Fazit:
Ich würd den BB Balkan Blend jedem empfehlen, der keine Angst vor viel Latakia hat. Der Tabak ist wirklich empfehlenswert und schmackhaft - bis auf sein bitteres Ende. Und das wertet ihn für mich dann doch etwas ab und mehr als ein "eingeschränkt empfehlenswert" kommt nicht raus.
Um im Bilde zu bleiben: die ersten beiden Sätze der Sinfonie sind hervorragend, der letzte einfach enttäuschend.
(06.07.03)