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Black Cherry

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Mc Lintock Black Cherry

(Pfeifentabak)

Markenname:Mc Lintock
Hersteller:in Vertrieb von Ermuri
Mischung:Virginia, Burley, Black Cavendish
Schnittbreite:feiner Mixtureschnitt
Typ:stark aromatisiert
Flavour:schwarze Kirsche, Honig
Stärke:leicht
Verpackung:50 gr Pouch
Preis:3,10 Euro

Daniel M. Porcedda

gekauft in Kiew fuer 18,25 Hrywni (umgerechnet 3,10 EURO)

Verpackung:
Pouch ... ich hasse Pouches ;-)
Edel schwarz mit goldfarbenem Oval und bordeauxroter Umrandung, das ein kleines Wappen mit einem geschwungenen "mL" ziert. Leider ist nirgendwo vermerkt, wofuer diese Buchstabenkombination steht.
Vielleicht "mL" wie "mega Leckerei"? Oder eventuell "mL" wie "maechtige Lausigkeit"? Nun denn, begeben wir uns auf die heraldische Suche nach der Definition und Bedeutung der Wappenbuchstabenkombination.

Nasologisches Nr. 1:
High aromatic steht in weiss auf der Packung, in Majuskeln. Volltreffer. Es duftet aussergewohnlich sueess. Jedoch vorwiegend nach Honig. Erst bei naeherem Hinschnuppern kommt dann eine fruchtige Note zum Vorschein, die mich an Kirsch-Marmelade erinnert. Nun weiss ich nicht so genau, wie "schwarze Kirschen" denn duften. Aber es koennte hinkommen, allerdings eher voll- bis ueberreife Kirschen. Unterschwellig steigt ein leicht modriger Geruch in die Nase. Aber nicht unangenehm. Nach den ersten Schrecksekunden gewoehnt man sich an die Rohduftnote. "mL"? Koennte dann vielleicht fuer "modrige Luft" stehen.

Optik:
Ueberwiegend fein-kruemeliger BC, sehr wenig ebenfalls recht fein geschnittener Burley, und ein geringer Anteil an Virginia, der sich nicht bloss farblich sondern auch dimensional vom Rest der Mischung abhebt; mit Fasern um die 4x12 mm. Irgendwie verleiht die ueberwiegend dunkle Farbe mit einigen wenigen hellen Sprenkeln der Mischung einen gewissen hell-leuchten-die-Sterne-in-dunkler-Nacht Eindruck. Hmmh, "mL" wie "magisches Leuchten"?

Tastologisches:
Die feingeschnittene Mischung fuehlt sich wegen der feinen Schnittart sehr weich an. Auch sind keinerlei harte Struenke oder Baumstaemme enthalten. Die Feuchtigkeit des Tabaks in der Pouch ist geradezu optimal.

Stopfen:
Von Stopfen kann kaum die Rede sein. Man laesst die Mischung einfach in den Pfeifenkopf rieseln, einmal leicht andruecken, ein Propf oben drauf. Das wars schon. Also keine pfeifologisch-technische Huerde, sondern "mL", maximale Laessigkeit.

Erstanzuenden:
Baeumt sich praktisch nicht auf. Bloss die wenigen Virginiafasern strecken sich wie Aale in der Sonne. Sanft mit dem Stopfer behandeln, nochmals nachfeuern und schon glimmt der black cherry. "mL" also makelloses Lodern.

Rauchvorgang:
"mL" maessig: ergo "moderater Laisser-aller". Das Kraut raucht sich recht gutmuetig runter. Allerdings ist mehrmaliges Nachstopfen angesagt, ansonsten geht die Pfeife aus. Aber keine Panik: Einfach wieder anzuenden und gemuetlich weiterrauchen.
Der black cherry raucht sich etwas zuegig runter, dabei jedoch trotzdem kuehl. Der Pfeifenkopf wurde nie unertraeglich heiss, ausser bei einem beabsichtigten Schnellrauchversuch.
Der Rauch ist uebrigens recht dicht und schwer. Also Vorsicht: Vernebelungsgefahr !

Geschmack:
Das Aroma ist vordergrundig. Warum auch nicht? Wenn amn sich ein solches Kraut reinzieht, moechte man ja das Aroma riechen und schmecken. Ansonsten greift man eben zu einem (fast) naturbelassenen Tabak.
Und gleich der erste Zug an der frisch entzuendeten Pfeife zeigt einem, wo es aromatisch lang geht. Einige werden den Geschmack wohl als kuenstlich bezeichnen. Ich wuerde es eher konzentrierte Aromatisierung nennen.
Diese Aromatisierung ist schon recht heftig und den Harcore-Suesspanschern vorbehalten. Allerdings eine recht herbfruchtige Note, die doch ziemlich von einigen anderen Kirscharomaten abweicht (auch vom "wild cherry" aus gleichem Hause). Und: Der typische BC-Eigengeschmack ist stets vorhanden.
Die Aromatisierung haelt sich auch wirklich wacker. Dem black cherry geht die Puste nicht so schnell aus wie einigen anderen hocharomatischen Mixtures. Auch gegen Ende der Pfeifenfuellung wird der Geschmack nicht dumpf und fade, auch wenn die Aromatisierung logischerweise etwas nachgelassen hat. Der Geschmack des Black Cavendish kommt dann staerker durch, auch wenn dieser sicher nicht allerhoechster Qualitaet ist. Das kann man aber in dieser Preislage nun auch nicht erwarten. Dennoch: Schlecht ist der BC nun wirklich nicht.
Ich muss noch betonen, dass ich doch etliche Pfeifenfuellungen benoetigte, ehe ich diese Mischung wirklich mochte. Aber dann ... ;-)
Komischerweise habe ich keinen grossen Unterschied zwischen mFi und oFi festgestellt. Mir schmeckt der black cherry sowohl als auch ;-)
Der black cherry ist keine ultraleichte Mischung. Er tendiert von leicht bis mittel. Also evntuell "mL", mittlere Leichtigkeit.

Zungenspiele:
Obwohl teils bewusst recht flott mFi geraucht hatte ich dennoch nie irgendwelche Zungenreizungen. Auch oFi geraucht absolut zungenmild ... "mL" mildes Laster.

Ashes:
Bemerkenswertes Kuriosum: Kurz nach Beendigung des Rauchvorganges ist die Asche heiss. Spaeter erstaunlicherweise weniger. Unabhaengig der Temperatur ist die Asche stets mittelgrau und feinpulverig. Na sowas.

Nasologisches Nr.2:
"mL" wie "macht Lust" ... auf mehr. Zumindest fuer Mitschnupperer. Gluecklicherweise ist der Tabak waehrend dem Rauchvorgang heiss. Die Gefahr bestuende ansonsten, dass mal jemand seinen Riechkolben bis in die Brennkammer fuehren wuerde. Die dann angesengte Nasenhaut wuerde die Raumnote ziemlich unangenehm beeinflussen. Aber Achtung, wenn im Freien oder in oeffentlichen Rauemen geraucht, ist der black cherry ein unfehlbares "mL", magnetisches Lockmittel: die Ladies werden vom Duft magnetisch angelockt (AEG)

Medizinisches:
"mL", mittelmaessiges Laxativ

Fazit:
Das Preis/Leistungs-Verhaeltnis stimmt. Immerhin gehoert dieses Kraut zu den aeusserst guenstigen Pfeifentabaken, die man erstehen kann. Von daher kann man sich wirklich nicht beklagen. Also ein wirkliches "mL", magnifikes Lowbudgetkraut.
Sicher, es gibt hochwertigere Aromaten. Aber eben auch weitaus teurere.
Ich werde mir ab und an eine Pouch zulegen. Mir geluestet eigentlich schon wieder danach. Alle, die vor Hocharomaten nicht gleich Reissaus nehmen, werden dem Mc Lintock black cherry sicher einiges abgewinnen koennen. Mc Lintock? "mL"? ... Huch!
Nun denn, das war "mL" von einem "mL"... "mein Larifari" (Logismus waere wohl uebertrieben) von einem "miserablen Laien"

(22.09.2003)

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