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Stanwell Black Diamond
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | A. C. Petersen for Poul Stanwell |
| Mischung: | Burley, Virginia, Orient und Black Cavendish (Hauptanteil) |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | stark aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 100 g Rechteckdose mit Cellophanbeutel |
Björn Hollensteiner
Black Diamond ist eine typische Petersen-Mischung aus der Preisklasse über 30 DM. Er kommt in einer stilvollen, schwarzen, gemaserten Dose mit hervorgehobener Schrift, die wohl höchste Qualität suggerieren soll. Auch die Beschreibung in der Dose zielt darauf ab, den Raucher zu umsäuseln und ist deshalb erwähnenswert (bitte festhalten ;-))
"Entspannen Sie sich. Sie sind am Ziel "Black Diamond". Sie haben das milde Juwel unter den Tabaken gefunden. Eine luxuriöse Mischung aus Burley, Virginia und Orientblattgut. Durch die behutsame Veredelung des gepflegten Black Cavendish entsteht das brillante Aroma der schwarzen Tabakdiamanten".
So kann man mit vielen Worten eigentlich wenig sagen. Beim Öffnen schlägt dem erwartungsvollen Raucher ein dezentes Fruchtflavouring entgegen, obwohl der Cellophanbeutel noch gar nicht offen ist. Erste Enttäuschung: der Cellophanbeutel. Dieser ist nicht nur unpraktisch zu handhaben beim Pfeifestopfen. Was viel schlimmer ist, ist dass er nie wieder einigermaßen dicht zu verschließen ist. Auch die Scharnierverschluß-Dose ist nach der ersten Öffnung nur noch locker verschlossen, so dass der Tabak innerhalb kürzester Zeit austrocknet. Warum Petersen gerade seine teureren Tabake (z.B. auch Indigo) in diese Dosen verpackt, ist mir schleierhaft. Nach dem Öffnen des Cellophanbeutels entströmt die volle Aromanote, auch mehrere Zentimeter von der Dose entfernt noch gut zu riechen.
Der Tabak ist schön anzuschauen: In einem Hauptanteil tiefschwarzem Black Cavendishs sind Flocken hellbraunem Virginias (zweitgrößter Anteil) und dunkelbraunem Burleys verstreut. Orient ist sicherlich nur in geringem Anteil dabei. Die Aromatisierung erinnert an Himbeeren oder Brombeeren, vielleicht ist auch etwas Vanille dabei. Der Abbrand ist, wider Erwarten, recht gut. Anders als beim Indigo (ist ja auch 4 Mark billiger ;-) ) nicht allzuviel Gesotter, wenn man schön langsam raucht. Dann kann man diesen Tabak sogar richtig genießen. Mitraucher werden begeistert sein. Allerdings ist nicht allzu viel Tabakaroma verspürbar. Der Tabak verbrennt, wenn man ihm seine ganze Aufmerksamkeit schenkt, zu einem feinen grauen Pulver.
Fazit:
Eine durchaus annehmbare Mischung, deren Preis ich allerdings für stark übertrieben halte. Bei Dan Pipe erhält man qualitativ gleichwertige Mischungen (z.B. M.A. Private Blend-Serie) schon für 27 DM. Für Liebhaber der stärkeren Aromatisierung sicherlich mal einen Versuch wert, "Engländer" sollten lieber die Finger davon lassen.
Dirk Schimowsky
Tabakbild: Der Tabak sieht sehr interessant aus. Neben vielen schwarzen Cavendish-Stuecken (und vielleicht auch ein wenig Orient, ich kann jedenfalls keinen erkennen) kann man Burley und Virginia in gerissener Form erkennen.
Der Duft ist nicht so intensiv wie z. B. bei dem Blue Note, übertüncht aber den Geruch des Tabaks. Ich kann mich Holly nur anschließen mit der Richtung Himbeere, jedoch kann ich Vanille nicht erkennen (so langsam wäre eine Art Duftkarte nicht schlecht :-) ). Ein wenig zu feucht ist Black Diamond schon, jedoch lässt er sich gut stopfen. Die Pfeife sollte nicht zu klein sein, da der gerissene Burley und Virginia doch recht breit ist. Das Anzuenden geht problemlos, das zweimalige Aufquellen liegt wohl am zu zartfühlenden Umgang mit meinen Stopfer. Fruchtaromen treten geschmacklich nicht so stark in den Vordergrund, BD ist dezent süß und der Virginia ist auch noch vorhanden.
Fazit:
Guter Tabak, welcher aber bestimmt nicht mein "Ziel" sein wird. Der Preis ist jedoch ziemlich überspannt.
Ingo Gebert
Der Hersteller beschreibt sein Produkt so: „Entspannen Sie sich. Sie sind am Ziel „Black Diamond“. Sie haben dass milde Juwel unter den Tabaken gefunden. Eine luxuriöse Mischung aus Burley, Virginia und Orient Blattgut durch die behutsame Veredelung des gepflegten Black Cavendish entsteht das brillante Aroma der schwarzen Tabakdiamanten“.
Also ich die Dose geöffnet, das Bändchen und den Beutel geöffnet hatte, strömte mir für ein mich angenehmer Duft entgegen. Die ersten Pfeifen schmeckten mir auch, der Tabak brannte gut ab und passte gut zum Kaffee. Aber: Nach ein paar Tagen ging das Aroma flöten, und der Tabak schmeckte nur noch leicht bitter. Das Aroma scheint bei diesem Tabak außerordentlich schnell zu verfliegen, danach schmeckt der Tabak einfach nicht mehr:
Fazit:
Daumen runter: Bei dem stolzen Preis von 35.- für 100 g kann man eigentlich eine aromadichtere Verpackung erwarten. Der Hersteller hätte für die Schmuckdose nicht so viel ausgeben sollen, sondern sich besser um die Verpackung gekümmert! Das Klassenziel ist klar verfehlt.
(12.04.2001)
Frank Nicolai
Wie meine "Vorredner" schon mitteilten ist der Tabak wunderbar anzusehen. Und der Geruch - der mich an Fruchtkompott erinnert - ist angenehm. Süßlich aber nicht allzu künstlich.
Das Stopfen und Entzünden macht keine Schwierigkeiten; nur sollte man nicht gar zu kleine Pfeifenköpfe mit dem Tabak füllen: er schmeckt besser, wenn er ein wenig Platz hat. Zu kleine Köpfe lassen den Tabak auch schnell feucht werden und bitter.
Der recht schnelle Abbrand ist erwähnenswert. Wie auch die erschaunlich helle und gleichmäßig strukturierte Asche, die entsteht. (Wie gesagt: das gilt beim Rauchen aus großen Köpfen.)
Ich habe den Tabak mit Filter (Aktivkohle) geraucht und die Filter sind zwar braun verfärbt aber nur mäßig feucht gewesen.
Der Geschmack hält, was der Geruch verspricht: ein Fruchtcocktail ohne auch nur eine Spur von Tabakgeschmack. Doch wer auf Dritte Rücksicht nehmen möchte wird den Raumduft schätzen. Der jedoch ist dauerhaft. Und setzt sich in allem ab: Gardinen, Polster und Kleidung lassen noch lange an den Tabak denken.
Fazit:
Ein nicht schlechter aber auch kein wirklich guter Aromat. Mir ist der Geschmack ein bisschen zu aufdringlich. Die guten Abbrandeigenschaften lassen den Tabak jedoch Punkte sammeln. Der Preis ist in jedem Falle zu heftig als das ich mir den Tabak kaufen würde (die jetzt fast aufgerauchte Dose war ein Geschenk).
Alles in Allem: Wer's sehr süß und leicht mag und wem die schöne Dose gefällt... der kann ihn mal versuchen. Allen anderen sei gesagt: es gibt günstigere Tabake, die den gleichen Geschmack bieten.
(24.09.2002)