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Black Pigtail

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Samuel Gawith Black Pigtail

(Pfeifentabak)

Markenname:Samuel Gawith
Hersteller:Samuel Gawith, UK
Mischung:Schwarze, wärmebehandelte Virginias
Schnittbreite:Twist mit 10-12 mm Durchmesser
Stärke:extra-stark
Verpackung:25g Strang in Folienverpackung
Preis:4,- CHF ( zu beziehen übe

Michael Horstmann

Eins vorab: an diesem Tabak werden sich die Geister mindestens genauso scheiden wie an den aromatisierten Plugs von SG und GH. Er (und auch die anderen Black Twists, die ich mittlerweile probiert habe) ist sozusagen das ultimative Gegenstück. Wo die Plugs mit Hilfe von reichlich zugesetzten Duftstoffen um Aufmerksamkeit heischen, geben sich die schwarzen Twists aus Kendal einfach nur erdverbunden deftig, ohne jedes Zugeständnis an die Nase des Käufers. Den Black Pigtail hab ich hier stellvertretend für die anderen schwarzen Strangtabake aus Kendal ausgewählt, einfach weil er aufgrund seines Aussehens unbedarfte Betrachter zu den interessantesten Vergleichen inspiriert.... Soweit schon mal ganz gut.
Kommen wir zur Sache: unter der schlichten Folienverpackung kommt ein etwa kleinfingerdickes Stückchen Tau zum Vorschein, etwa 25 cm lang, fast schwarz, ölig glänzend, es fühlt sich auch an wie frischgeöltes Leder. Erster Geruchseindruck: Das riecht ja, ja wie nur? Nach brennendem Robbenspeck, oder vielleicht etwas leichter nachvollziehbar, nach Räucheraal in nasses Leder gewickelt, auch etwas nach Rosshaarseil und Katenschinken. Stellt sich die Frage: wer soll so was rauchen?? Nun ja, Hardcorelatakianer denk ich, Leute, die Islay Malt mögen, denen der Geruch von Barbourjacken nichts ausmacht, die ihren Kamin am liebsten mit Torfsoden beheizen, Teerjacken vielleicht, die beim Geruch von Bilgenwasser und Hafenmole Fernweh bekommen. Dann gehen wir's mal an. Erst mal dünne Curlies vom Strang schneiden, aufrubbeln und in eine kleine Pfeife füllen, vielleicht zunächst mal eine, die einem nicht so sehr am Herzen liegt... danach lässt man die Pipe erst mal 1-2 Stunden liegen, damit der Tabak an der Oberfläche etwas trocknen kann. Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Gut ist's, wenn man während der Wartezeit was ordentliches gegessen hat, denn nun wird angezündet. Das geht eigentlich problemlos, 1, 2 Hölzer genügen.
Erster Eindruck: seehr kräftig! Man sollte schon einige Trainingstunden mit Nightcap, 3 Nuns oder dergleichen hinter sich haben, um sich an das Kraut zu wagen. Der Nikotingehalt liegt irgendwo zwischen komatös und lethal. Aber oh Wunder, es schmeckt! Zunächst so ähnlich, wie er riecht, gefolgt von leichter Süße, zum Ende hin eher pfeffrig. Aber immer weich, satt und zungenfreundlich. Und er legt noch zu, was die Stärke anbelangt....
Ein Kraut mit reichlich Assoziationspotential, das Wohnzimmer wird im Nu zur schottischen Fischerhütte, zur Kapitänskajüte eines Windjammers, und äh, vielleicht auch zum Boxring. Die Raumnote entspricht recht genau dem Pouchgeruch des Tabaks. Meine (durchaus Latakiaresistente) Freundin hat beim ersten Versuch jedenfalls heftigst gemeutert. Die anderen Füllungen hab ich dann lieber im Büro geraucht.

Ein paar Schlussbemerkungen noch: das Tabakaroma setzt sich schon nach der ersten Füllung in der Pfeife fest, vielleicht sollten ihn Interessierte ( falls es die gibt) erst mal in einer Tonpfeife versuchen. Stilecht ist es allemal, bei so einem antiken Kraut. Crossover gibt's auch bei den Geschmacksnerven. Wenn die Weihnachtsgans tranig schmeckt, ist wahrscheinlich der Black Pigtail vom Vorabend schuld.

Fazit:
Ein rustikaler, archaischer Tabak, stark, echt, ehrlich. Bestimmt nicht Jedermanns Sache, aber meine. Nicht immer, aber ab und an.

(25.12.2000)

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