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Blue Train

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Pöschl Blue Train (Golden Blends)

(Pfeifentabak)

Markenname:Pöschl
Hersteller:Pöschl Schnupftabakfabriken Landshut
Mischung:Virginia / Latakia
Schnittbreite:Mittelbreite und langfaserige VA , ein wenig kurzfaseriger Latakia
Typ:aromatisiert
Stärke:medium
Verpackung:100 g Schmuckdose
Preis:25.- DM

Manfred Arenz

Beim Öffnen der (sehr schönen) Dose schlägt ein sehr angenehmes, etwas würziges Weinaroma entgegen.
Das Tabakbild besteht aus hellen, sehr lang geschnittenen Virginias und wenigen, kurzen und schmalen Latakia - Stücken. Leider sind auch noch vereinzelt Tabak-Stengel mitgemischt, die 1.: sperrig beim Stopfen und 2.:gefährlich für die Innenwand des Kopfes (Gefahr Durchbrenner) sind.
Der Tabak sollte ziemlich locker gestopft werden. Der Abbrand ist unproblematisch und sauber, beim Anzünden können die langen VA-Fasern hoch aus dem Kopf steigen.
Zu Beginn der Füllung ist ein dezent würziges Latakia-Aroma mit einer (passenden) Weinnote im Hintergrund zu schmecken. Zum Ende hin dominiert mehr die Würze des Latakias, ohne zu sehr rauchig zu schmecken. Die Raumnote ist "Ehefrau - verträglich".

Fazit:
Eine recht gelungene Mischung für all jene, denen die "normalen" Latakia - Blends zu kräftig sind, oder die das Latakia - Aroma mal versuchen wollen.


Detlev Büscher

Blue Train kommt in einer schönen blauen Dose mit Klappdeckel. Beim Händler stecken diese Dosen oft noch in einer Papphülle, damit sie keine Kratzer bekommen. Der Tabak selbst ist noch mal in einer stabilen Folientüte verpackt. Wenn man diese nach Entnahme der jeweiligen Portion immer gut geschlossen hält, bleibt der ohnehin nicht allzu feuchte Tabak einige Wochen lang gut rauchbar, ohne dass man ihn umfüllen muss.
Den würzigen Weisswein-Tabak-Duft, den der Tabak vor dem Anzuenden an sich hat, finde ich persönlich ziemlich ansprechend. Bei der Betrachtung des Tabakbilds fällt zuerst der hohe Anteil sehr heller Virginias ins Auge. Noch interessanter durch die wenigen, schwarzen Latakiafasern. Schaut man genauer hin, sieht man noch weitere, etwas dunklere, knapp mittelbraune Farben. Größtenteils recht langfaserig geschnitten, teilweise gerupfte Blattanteile und leider auch einige harte Stängel, manchmal so dick, dass man sie nur noch aussortieren kann.
Das Stopfen geht gut von der Hand. Mit Blue Train lässt sich die Pfeife tatsächlich so stopfen, dass die Füllung bei einem leichten Druck auf die Oberfläche federnd nachgibt. Da der Tabak nicht gerade feucht ist, brennt er leicht an und im späteren Verlauf auch vergleichsweise schnell. Am Ende der Füllung behält er seine guten Eigenschaften und lässt sich problemlos in Asche verwandeln. Gäbe es eine Hitliste der Tabake, die am wenigsten Kondensat entstehen lassen, würde man Blue Train auf einem der vorderen Plätze finden.
Ich sehe Blue Train nicht unbedingt als einen Einstieg in die Welt der Latakiamischungen. Wenn man ihn so betrachtet und danach seinen ersten "richtigen" Engländer raucht, wird man wohl doch etwas überrascht werden. Der enthaltene Latakia wird sicher seinen Anteil am Entstehen des Gesamtaromas haben, ist aber keinesfalls herauszuschmecken. Wenn man Blue Train erst mal kennenlernt, wird jedenfalls die Weissweinaromatisierung immer vordergründiger. In welcher Pfeife raucht man denn nun eine solche aromatisierte Mischung mit geringem Latakia-Anteil? Nach meiner Erfahrung auf jeden Fall in der "Engländer- Pfeife", wobei man ihr erst mal zwei oder mehr Füllungen in Folge gönnen sollte. Ein Versuch in einem "Kirsch-Honig-Vanille-Holz" ließ nicht den Wunsch nach einer Wiederholung aufkommen. Zu klein sollte die Pfeife auch nicht sein. Je größer, desto mehr Geschmack kommt in der zweiten Halbzeit auf. Langsam geraucht, kann das Aroma während der zweiten Hälfte der Füllung, besonders im letzten Drittel der schon etwas an Blue Train gewöhnten Pfeife, mit seiner schweren, fast süffigen Süße an alten, spanischen Sherry erinnern. Diesen Geschmackseindruck muss man sich allerdings etwas "erarbeiten" und man braucht Ruhe beim Rauchen.

Fazit:
Man darf Blue Train nicht in erster Linie als Latakia-Mixture sehen, aber auch nicht als typischen Aromaten. Es ist eher ein Tabak der zwischen den Stühlen seinen Platz gefunden hat und auf jeden Fall eine Bereicherung des Tabaksortiments darstellt.

(26.05.2000)

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